Umweltschützer ärgern sich über Schlupflöcher
„So ist der Krötenzaun überflüssig“

Westerkappeln/Lotte -

Eigentlich soll die schwarze Absperrfolie an der Osnabrücker Straße, die Kröten davon abhalten über die Fahrbahn zu wandern. Doch der Zaun ist an etlichen Stellen undicht. Es gibt Schlupflöcher für die Amphibien. Umweltschützer sind darüber verärgert.

Dienstag, 07.04.2015, 00:04 Uhr

Schlupflöcher gibt es an mehreren Stellen des Zauns, wie Ernesto Wiebrock auf dem Bild (oben) zeigt. Insofern sei es fraglich, ob die Tiere den Krötentunnel unter der Osnabrücker Straße erreichen. Der Tunnel wurde bei der Sanierung der Landesstraße für rund 300 000 Mark gebaut. Naturschützer wie Friedhelm Scheel halten den Tunnel für überdimensioniert und nicht zweckmäßig.
Schlupflöcher gibt es an mehreren Stellen des Zauns, wie Ernesto Wiebrock auf dem Bild (oben) zeigt. Insofern sei es fraglich, ob die Tiere den Krötentunnel unter der Osnabrücker Straße erreichen. Der Tunnel wurde bei der Sanierung der Landesstraße für rund 300 000 Mark gebaut. Naturschützer wie Friedhelm Scheel halten den Tunnel für überdimensioniert und nicht zweckmäßig. Foto: privat/Frank Klausmeyer

Rainer Seidl ist knatschig. „So wie er jetzt ist, ist der Zaun überflüssig“, macht er seinem Ärger Luft. Die Rede ist von der schwarzen Absperrfolie an der Osnabrücker Straße , die Kröten davon abhalten soll, über die Fahrbahn zu wandern.

An mehreren Stellen, sagt Seidl, der Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz im Tecklenburger Land (ANTL) ist, sei der Zaun nicht richtig im Boden verankert, so dass die Tiere darunterherkriechen könnten – und dann Gefahr liefen, überfahren zu werden.

Genauer unter die Lupe genommen haben den Zaun jetzt Friedhelm Scheel als Koordinator der AG-Naturschutzjugend der ANTL mit dem 13-jährigen Ernesto Wiebrock. Ihre Mängelliste bestätigt die Äußerungen Seidls. Unter anderem seien drei Pfähle abgebrochen, es gebe mehrere Lücken und offene Stellen am Zaun. Auf dem Boden liegendes Laub drücke in einigen Bereichen erheblich auf die Konstruktion.

Für Seidl, ergebe so ein Zaun langfristig sowieso nur Sinn, wenn er etwa mit Betonwinkelsteinen so im Boden verankert sei, dass Lücken gar nicht entstehen könnten. Ähnlich äußert sich Scheel: „Wegen dieser festgestellten Mängel hat der Zaun kaum eine Schutzwirkung für die Wanderungen der vorhandenen Amphibienpopulation.“

Thomas Straub, Leiter der Straßenmeisterei Westerkappeln, betont auf Nachfrage, dass besagter Krötenzaun 2014 komplett saniert worden sei. Auch Pfähle seien erneuert worden. Dass die Konstruktion zurzeit an der einen oder anderen Stelle durchlässig sei, könne er nicht vollkommen ausschließen – „wir werden das in den nächsten Tagen überprüfen.“ Bisher, auch das sagte Straub, habe er keine überfahrenen Kröten am Straßenrand gesehen und er befahre die Osnabrücker Straße täglich zweimal.

Stichwort bessere Befestigung: Geld, um den Zaun etwa mit Betonwinkelsteinen zu sichern, sei schlicht nicht vorhanden. Straub: „Das wäre eine relativ große Baumaßnahme.“ Scheel kommt indes zu dem Fazit: „Ein grundsätzlicher Mangel ist der vorhandene einzige überdimensionierte Krötentunnel anstatt ca. acht kleinerer Unterquerungen auf der gesamten Länge.“

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