Anlage hat nach fast Jahren ausgedient
Windrad liegt am Boden

Westerkappeln -

„Alle haben damals gesagt, der Wind wird mehr, aber in den letzten zehn Jahren ist es weniger geworden“, bilanziert Horst Wieligmann seine Zeit als „Windbauer“. Die Anlage auf seinem Feld war nicht rentabel, sagt er. Jetzt sind Turm und Rotoren abgebaut.

Dienstag, 14.04.2015, 17:04 Uhr

Auf dem Acker verteilt sind die einzelnen Segmente des Turms. Allein für das Fundament wurden im November 1995 bei der Installierung 135 Kubikmeter Beton verwendet. Jetzt soll das Material fachgerecht entsorgt werden.
Auf dem Acker verteilt sind die einzelnen Segmente des Turms. Allein für das Fundament wurden im November 1995 bei der Installierung 135 Kubikmeter Beton verwendet. Jetzt soll das Material fachgerecht entsorgt werden. Foto: Karin C. Punghorst

Das Windrad in Sennlich ist abgebaut. „Rentabel ist das Ding nie gewesen“, sagt Horst Wieligmann . Gemeinsam mit seinem Bruder Günter hatte er im November 1995 den unternehmerischen Schritt gewagt, in der Energiebranche Fuß zu fassen und das Windrad auf den Agrarflächen der Familie aufgestellt. Doch – so lässt es sich auf Neudeutsch formulieren „das Joint Venture als Windbauer “, hat Wieligmann nicht überzeugt.

„Alle haben damals gesagt, der Wind wird mehr, aber in den letzten zehn Jahren ist es weniger geworden“, bilanziert Wieligmann. Und von wegen einwandfreies Drehmoment. „Dreimal hatten wir das Getriebe unten, weil es repariert werden musste.“

Noch liegen Reste der Anlage verteilt auf dem Acker. „Das wird fachgerecht entsorgt“, sagt Wieligmann. „Ende April, Anfang Mai muss das weg sein, dann wird der Mais eingesät.“

Die Anlage in Sennlich war 48 Meter hoch. Drei jeweils 16 Meter lange Betonsegmente bildeten den Turm an dessen Spitze sich drei Rotorblätter drehten. Allein für das Fundament der Anlage wurden 135 Kubikmeter Beton verwendet. Das Material muss nun vom Acker gebracht werden.

„Wir haben Repowering gemacht“, betont Wieligmann. Um den Begriff zu erklären, lohnt ein Blick ins Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). „Das EEG aus dem Jahr 2012 schafft Anreize für Investitionen in den Ersatz von Altanlagen“, fasst Wolfram Axthelm , Pressesprecher des in Berlin ansässigen Bundesverbands Windenergie zusammen. Wird für eine alte eine neue weitaus leistungsstärkere Anlage aufgebaut, so erhöht sich die Vergütung um 0,5 Cent pro Kilowattstunde. Die ersetzten Anlagen müssen aus dem gleichen oder benachbarten Landkreis stammen, vor 2002 ans Netz gegangen sein.

Diese Voraussetzungen erfüllten die Gebrüder Wieligmann mit ihrer Anlage, als das Unternehmen „Pro Wind“, vor einiger Zeit an sie herangetreten ist. Die in Osnabrück ansässige Firma projektiert den Bürgerwindpark in Emsdetten . Für die abgebaute Anlage in Sennlich dreht sich jetzt ein weitaus größeres und leistungsstärkeres Windrad in Emsdetten. Entsprechende Fristen seien eingehalten worden, um die Vorzüge des EEG von 2012 noch mitzunehmen. Mittlerweile ist das Gesetz in dieser Form nämlich außer Kraft gesetzt.

Wir haben Repowering gemacht.

Horst Wieligmann
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