Dreschtage 2015 in Düte
Die Spreu vom Korn getrennt

Westerkappeln -

Dunkler Qualm steigt über dem Kopf von Lars Kellermeier auf. Nein, das ist kein Motorschaden, das muss so. Denn soeben hat der 22-Jährige eine Lokomobile angefeuert. Diese historische Landmaschine war nur einer von vielen Hinguckern bei den Dreschtagen 2015 am Traktorenmuseum in Düte.

Sonntag, 20.09.2015, 15:09 Uhr

Sogar aus Münster kamen die Besucher der Dreschtage. Erik Bergvall mit Sohn Amadeus und Alexander Burgwedel mit Sohn Ferdinand schauten sich die alten Schlepper begeistert an.
Sogar aus Münster kamen die Besucher der Dreschtage. Erik Bergvall mit Sohn Amadeus und Alexander Burgwedel mit Sohn Ferdinand schauten sich die alten Schlepper begeistert an. Foto: Heinrich Weßling

Ein wenig Papier und ein paar kleine Holzkeile reichen, um den mit Buchen- oder Eichenholz gefüllten Ofen der Lokomobile anzuheizen und auf Betriebstemperatur zu bringen. „Bis zu 250 Grad heizen wir das Wasser auf“, erläutert Kellermeier . Etwa eineinhalb bis zwei Stunden dauere der Prozess. Denn der Kessel der Lokomobile fasst 450 Liter. Mal eben, wie heute, auf den Startknopf drücken, reicht nicht.

Wenn die Maschine aber erst einmal auf Temperatur ist, geht sie richtig ab. Ein Flachriemen verbindet die dampfende Gerätschaft mit einem Drescher, der für damalige Verhältnisse in Windeseile die Spreu vom Korn trennt. Viele fleißige Hände halfen hier mit. Wie das alles funktionierte, konnten die Besucher bei den Dreschtagen hautnah miterleben.

Dreschtage 2015 in Düte

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  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling
  • Bei den Dreschtagen in Düte gab es am Wochenende wieder viel zu sehen. Foto: Heinrich Weßling

Bereits am Vormittag schauten sich die ersten Neugierigen am Traktorenmuseum um. In der Backstube seines Hofes hatte Friedhelm Frehmeyer schon den Ofen angeheizt, in dem das ganze Wochenende frisches Brot gebacken wurde. „Außen muss es eine schöne knusprige, braune Kante haben und innen noch ein wenig warm sein. Dann schmeckt es am besten“, betont Frehmeyer, der seit 35 Jahren die Laibe aus dem Ofen zieht.

Seit 14 Jahren wird er von Scott-Brayn Bielsky unterstützt. Der 47-Jährige Schotte ist Bäckermeister und weiß genau, was die Kunden besonders gerne mitnehmen: Bauern-, Rosinen- und Zwiebelbrote. 25 bis 30 Stück pro Stunde kann er bei 250 bis 270 Ofentemperatur backen. Mehr geht nicht.

Zum Backteam gehört auch Bettina Niekamp , die den Teig vorbereitet und dabei genau darauf achtet, dass alle Brote mit den passenden Zutaten geknetet werden, und auch das Gewicht stimmt.

Bei den Dreschtagen gab es noch anderes Handwerk zu sehen. Frank Walderstein aus Lotte holte seinen großen Hammer raus und demonstrierte, wie noch bis vor 40 Jahren mit Manneskraft viele Reparaturen an Landmaschinen erledigt wurden. Sein Bruder Hartmut, gelernter Tischler, zeigte, wie früher Holz bearbeitet wurde.

Zum Programm gehörte auch die Kartoffelernte. Auch wenn das Wetter nicht ganz passend dafür war, spannte Peter Knetsch einen fast 60 Jahre alten Roder VR 2 hinter seinen 48 PS starken Hanomag Granit und machte die Kartoffeln auf. Nach wenigen Metern stiegt er vom Schlepper ab und prüfte ob alles in Ordnung ist. „Wir haben eine gute Ernte“, stellte er mit fachkundigem Blick fest. Frehmeyer hatte den Acker im Frühjahr vorbereitet und die Erdäpfel gepflanzt. Am Nachmittag wurden die Kartoffeln aufgelesen, sortiert und einige im Dampfgarer zum sofortigen Verzehr zubereitet.

Die vielen alten Traktoren locken noch immer Interessierte von weiter her an. So wie Erik Bergvall und Alexander Burgwedel aus Münster. Die beiden Freunde waren übers Internet auf das Museum in Westerkappeln gestoßen mit ihren Söhnen Amadeus und Ferdinand (beide zwei Jahre alt) nach Düte gefahren, um sie einmal auf einen alten Schlepper zu setzen. Die strahlenden Augen der beiden Kinder verrieten, dass ihre Väter an diesem Tag alles richtig gemacht haben.

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