Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn trommelt zur Versammlung
Sie hoffen auf viel Schub für den Zug

Westerkappeln/Mettingen/Lotte/Recke -

Die Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn will sich am Dienstag offiziell gründen und einen Vorstand wählen. Die Initiatoren wollen, dass wieder Personenzüge auf der Strecke zwischen Recke und Osnabrück fahren.

Sonntag, 22.11.2015, 11:11 Uhr

Sie wollen mit einer partei- und ortsübergreifenden Bürgerinitiative die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn für den Personenverkehr auf die Spur bringen: Friedhelm Scheel (v.l.), Manfred Berghaus, Georg Ostendorf, Martin Stroot, Reinhard Kampling und Ingo Hoppe.
Sie wollen mit einer partei- und ortsübergreifenden Bürgerinitiative die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn für den Personenverkehr auf die Spur bringen: Friedhelm Scheel (v.l.), Manfred Berghaus, Georg Ostendorf, Martin Stroot, Reinhard Kampling und Ingo Hoppe. Foto: Oliver Langemeyer

40 Beitrittserklärungen liegen Reinhard Kampling bereits vor. Am kommenden Dienstag hoffen er und seine Mitstreiter bei der Gründung der Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn im Mettinger Haus Telsemeyer auf noch mehr Unterstützung für ihr Ziel: Wieder Personenzüge auf der Strecke zwischen Recke und Osnabrück aufs Gleis zu bringen.

Mehr Schub für den Zug versprechen sich die Initiatoren von dem Programm, das sie für die Gründungsversammlung vorbereitet haben. Thomas Kubendorff wird unter anderem dabei sein. Der ehemalige Landrat, der sich jahrelang leidenschaftlich für die Reaktivierung der Bahn starkgemacht hat, möchte bei den Vorstandwahlen als Beisitzer kandidieren. Außerdem sollen die Bürger vielfältige Informationen über den aktuellen Planungsstand und über die Perspektiven bekommen, die das Projekt aus ihrer Sicht bietet.

Johannes Bartelt wird darüber hinaus von der Reaktivierung des Haller Willem berichten. Eine mit der Nordbahn vergleichbare Strecke zwischen Osnabrück und Brackwede. Dieses Projekt ist inzwischen zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Und Bartelt hatte sich damals dafür ebenfalls in einer Bürgerinitiative engagiert.

Fünf Besprechungen haben Reinhard Kampling, Ingo Hoppe, Felix Büscher, Manfred Berghaus, Georg Ostendorf, Martin Stroot und Friedhelm Scheel hinter sich. Dann waren die Weichen zur Gründung einer Bürgerinitiative für die Reaktivierung der Nordbahn gestellt. Die Idee kam vom Recker Heimatverein. Der habe sich traditionell immer für die Nordbahn eingesetzt, erklärt Martin Stroot. Alleine konnten die Heimatfreunde das aber nicht schultern. „Wir mussten uns breiter aufstellen“, sagt Kampling bei einem Treffen im Heimathaus an der Recker Ruthemühle. Parteipolitik spielt dabei keine Rolle. Zudem wollen sie ortsübergreifend arbeiten. Jeder Bürger ist willkommen. Aus den Anrainerkommunen Mettingen, Westerkappeln und Lotte soll je ein Beisitzer in den Vorstand gewählt werden. Ingo Hoppe möchte für das Amt des Vorsitzenden kandidieren, Georg Ostendorf für den Stellvertreterposten. „Wir werden aber als Team arbeiten“, betont Hoppe.

Die Männer sind sich einig, dass ein Bahnanschluss für Recke und die Nachbarkommunen viele Vorteile bringt. „Langfristig brauchen wir eine moderne Infrastruktur“, sagt Georg Ostendorf. Die Buslinie S10 bleibe irgendwann im Straßenverkehr stecken. Die Nordbahn bringe zudem touristische Impulse, erläutert Friedhelm Scheel. Zudem sei sie attraktiv für Berufspendler. Auch Manfred Berghaus ist vom Erfolg einer Reaktivierung überzeugt. Das hätten andere Beispiele schon gezeigt.

Mit den Gegnern der Nordbahn-Pläne wünschen sich die Initiatoren eine offene und sachliche Diskussion. Kritiker halten die Reaktivierung angesichts einer funktionierenden Buslinie (S 10) für Verschwendung von Steuergeld, bezweifeln die prognostizierten Fahrgastzahlen haben Sicherheitsbedenken.

„Wir nehmen die Kritik sehr ernst“, sagt Kampling. Letztlich könne die Bahn aber zum entscheidenden Faktor bezüglich Wohnort und Gewerbestandort für die kleinen Gemeinden an der Strecke werden. Dafür will sich die Bürgerinitiative einsetzen und Zug in das Projekt bekommen.

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Die Gründungsversammlung ist Dienstag, 24. November, um 19 Uhr in Haus Telsemeyer.

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