Bürgerinitiative gegründet
Großer Zuspruch für die Nordbahn

Mettingen/Westerkappeln/Recke/Lotte -

Mit so viel Zuspruch hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Rund 100 Bürger waren am Dienstagabend ins Haus Telsemeyer nach Mettingen gekommen. Viele traten der neu gegründeten Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn bei und wählten Ingo Hoppe aus Recke zum Vorsitzenden.

Mittwoch, 25.11.2015, 14:11 Uhr

Die Bürgerinitiative für die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn wurde am Dienstag gegründet. Ingo Hoppe (vorne 3.von rechts.) aus Recke wurde zum Vorsitzenden gewählt.
Ein Großteil der Arbeit steht der Bürgerinitiative für die Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn jetzt erst bevor. Der Vorstand hat seine Tätigkeit seit Dienstagabend aufgenommen. Ingo Hoppe (vorne 3.von rechts) aus Recke wurde zum Vorsitzenden gewählt.. Foto: Oliver Langemeyer

Mit so viel Zuspruch hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Viele Teilnehmer holten sich schnell noch Stühle. Und als der Raum hinter dem Ratssaal von Haus Telsemeyer geöffnet wurde, hatten die rund 100 Bürger auch genügend Platz. Etwa 60 von ihnen traten der neu gegründeten Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn (BI) bei und wählten Ingo Hoppe aus Recke zum Vorsitzenden. Sein Stellvertreter ist Georg Ostendorf aus Recke.

Vor den Vorstandswahlen hatten unter anderem der ehemalige Landrat Thomas Kubendorff und Reckes Bürgermeister Eckhard Kellermeier mächtig dafür geworben, dass der Zug zwischen Recke und Osnabrück wieder ins Rollen kommt. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die neue BI auf die Unterstützung von Bürgern aus allen Anrainergemeinden, wie Mettingen, Westerkappeln und Lotte. Deshalb wählten die Mitglieder jeweils mindestens einen Vertreter aus jedem Ort in den Beirat.

Der Vorstand

Neben dem Vorsitzenden Ingo Hoppe und Stellvertreter Georg Ostendorf wurden Reinhard Kampling (Schriftführer), Felix Büscher (Stellvertreter), Manfred Berghaus (Kassierer), Uli Doenick (Stellvertreter) in den Vorstand der Bürgerinitiative Tecklenburger Nordbahn gewählt. Im Beirat ist Thomas Kubendorff vertreten. Er hatte sich schon als Landrat für die Nordbahn eingesetzt.Ferner gehören Martin Stroot, Hermann Berentelg und Florenz Beckemeier (Vertreter für Recke), Bernd Anneken und Hans-Heinrich Wegener (Mettingen), Johannes Bartelt und Thomas Polewski (Initiative Haller Willem), Friedhelm Scheel (Westerkappeln) und Dieter Riehemann (Lotte) dem Beirat an.Für den Vorstand werde es zunächst darum gehen, eine Satzung zu erarbeiten und zu klären, ob die Initiative als eingetragener Verein geführt werde, erklärte Georg Ostendorf. Erste Aktionen sind aber schon geplant.

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Für Thomas Kubendorff war die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative wie ein Heimspiel. Äußerst selten habe er so viel Zustimmung für seine Argumente bekommen, sagte der ehemalige Landrat. Kubendorff machte erneut deutlich, wie wichtig die Reaktivierung der Nordbahn aus seiner Sicht für die Region ist. Vor allem angesichts der bevorstehenden Schließung der Zeche. Besonders für viele junge Leute sei heute ein Bahnanschluss an ein Oberzentrum wie Osnabrück enorm bedeutend. Das sei ein wichtiger Standortfaktor, um als Wohnort attraktiv zu bleiben. Ferner biete eine Bahnanbindung nach Osnabrück viel bessere Perspektiven für Berufspendler, schon allein durch die kurze Fahrzeit von 19 Minuten.

Knackpunkt bleibt die nicht gesicherte Finanzierung des 29-Millionen-Projekts. Der Bund werde seine Regionalisierungsmittel für Bahnprojekte auf 200 Millionen Euro jährlich aufstocken, sagte Kubendorff. Bis 2031 sollen es mehr als doppelt so viel werden. Das zeige, wie sehr der Streckenausbau in Zukunft unterstützt und die Bahn gestärkt werde. Deshalb müsse die Region etwas aus dem Fördertopf abbekommen, um nicht abgehängt zu werden. Das bedeute für die BI: Druck machen.

Eckhard Kellermeier zitierte aus einem Leserbrief. Darin fordert der Verfasser die Gemeinde auf, sich anstelle der Reaktivierungspläne darum zu kümmern, dass Recke attraktiv für junge Familien werde. „Genau das tun wir mit der Reaktivierung“, betonte Kellermeier. Er ließ das Argument, dass über die Schiene Kaufkraft nach Osnabrück abfließe, nicht gelten. Das geht in beide Richtungen, ist der Bürgermeister überzeugt.

Rückenwind für die Nordbahn kam außerdem von Johannes Bartelt. Der war viele Jahre für die Wiederbelebung des Haller Willem zwischen Osnabrück und Bielefeld aktiv. Die Strecke sei mit der Nordbahn vergleichbar, weil es um die Verbindung der kleinen Orte mit den Oberzentren gehe, ergänzte sein Mitstreiter Thomas Polewski. Kaufkraftabflüsse seien in diesen Orten nicht festzustellen.

Vereinzelt gab es aber auch kritische Stimmen zu den Reaktivierungsplänen, unter anderem, was die Finanzierung und den Zubringerverkehr zur Bahnstrecke betrifft. Nicht wenige halten zudem die Busverbindung S10 für besser. Andere finden den Zug komfortabler. Der Busverkehr zu den Haltepunkten müsse funktionieren, war man sich bei der Bürgerinitiative einig. Bahn und Bus sind gut aufeinander abzustimmen, betonte auch Torsten Schwarz. Er stellte das Osnabrücker Bahnkonzept vor.

Der Vorsitzende Ingo Hoppe kündigte schließlich an, dass die Initiative die Finanzierung des Projekts kritisch begleiten und die sachliche Auseinandersetzung mit den Nordbahn-Gegnern suchen werde.

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