AG Naturschutzjugend
Der Stacheldraht muss weg

Westerkappeln/Mettingen -

Zwölf junge Naturschützer bereiten den Seitenrand eines Weges – 200 bis 300 Meter – zwischen Hügelstraße und Mettinger Aa für ein Hotspot-Projekt des Kreises Steinfurt vor. Dort soll ein Blühstreifen mit Pflanzenarten entstehen, die früher typisch für die hiesigen Sandböden waren. Das ist viel Arbeit - und die Jugendlichen sind mit Engagement bei der Sache.

Freitag, 01.01.2016, 06:01 Uhr

Die AG Naturschutzjugend der ANTL war im Grenzgebiet zwischen Westerkappeln und Mettingen aktiv. Die jungen Leute haben Seitenstreifen eines Weges an der Mettinger Aa zum Abmähen für ein Hotspot-Projekt vorbereitet. Dort sollen wieder heimische Pflanzen wachsen.
Die AG Naturschutzjugend der ANTL war im Grenzgebiet zwischen Westerkappeln und Mettingen aktiv. Die jungen Leute haben Seitenstreifen eines Weges an der Mettinger Aa zum Abmähen für ein Hotspot-Projekt vorbereitet. Dort sollen wieder heimische Pflanzen wachsen. Foto: Oliver Langemeyer

Unter dem dichten Gestrüpp liegt ein alter Zaunpfahl. Friedhelm Scheel und Mitglieder der AG Naturschutzjugend der ANTL befreien das Holz zunächst mit einem Bolzenschneider vom Stacheldraht. Dann ziehen sie den Draht mit vereinten Kräften aus dem Gras und rollen ihn auf.

Die jungen Leute sind mit ihrem Koordinator Scheel an diesem Morgen an der Gemeindegrenze zwischen Mettingen und Westerkappeln im Einsatz. Zwölf Naturschützer bereiten den Seitenrand eines Weges – 200 bis 300 Meter – zwischen Hügelstraße und Mettinger Aa für ein Hotspot-Projekt des Kreises Steinfurt vor. Dort soll ein Blühstreifen mit Pflanzenarten entstehen, die früher typisch für die hiesigen Sandböden waren.

Und wenn Johanniskraut, Margerite und Spitzwegerich an den Wegerändern von Äckern und Feldern wieder mehr Lebensraum haben, wird die Region auch für die Vogelwelt und verschiedene Insektenarten interessanter. Ziel des Hotspot-Projektes ist letztlich die Wiederbelebung der Artenvielfalt in der heimischen Natur. Einen Schritt weiter ist man schon an der Moorstraße. Dort wurden die Kräuter bereits gesät.

Bevor es an der Aa soweit ist, muss erst der Stacheldraht des alten Weidezaunes am Rand des Schotterweges weg. Denn die überwucherte Böschung wird später abgemäht und gegrubbert, erläutert AG-Koordinator Friedhelm Scheel. Wenn da noch Stacheldraht sei, könnte das Mähwerk Schaden nehmen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sammeln zudem Müll in diesem Bereich und schneiden die groben Äste und Sträucher in der zum Teil völlig zugewachsenen Grabensohle ab. Für den Blühstreifen müssen magere Böden angelegt werden. Deshalb kommt nach dem Mähen zunächst reichlich Sand auf den Wegesrand.

Mitten im Geschehen ist Simon Oberbeckmann. Und das, obwohl er nicht mehr in Westerkappeln wohnt. Der 17-Jährige, der früher die KvG-Schule in Mettingen besucht hat, geht inzwischen in Freiburg zum UWC Robert Bosch College. Dort leben 200 junge Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt. Sie lernen dort für zwei Jahre gemeinsam an einem Ort. Durch Kulturaustausch und das Erleben von Unterschieden und Gemeinsamkeiten soll eine nachhaltig friedlichere Welt geschaffen werden, heißt es auf der Homepage der Schule.

„Bei den Bewerbern wird großer Wert auf persönliches Engagement gelegt“, erzählt Oberbeckmann. Da kam ihm sein Einsatz in der AG Naturschutzjugend zugute. Diese Arbeitsgemeinschaft ging aus einer von Friedhelm Scheel betreuten Gruppe an den KvG-Schulen hervor. Scheel schrieb Simon Oberbeckmann ein Gutachten, dass sein Engagement dokumentierte. Seit 2010 ist der junge Westerkappelner bei den zahlreichen Aktionen der AG dabei, wurde Sprecher der Gruppe und hat auch Videos von den Einsätzen gedreht. Diese Aktivitäten kamen offenbar bei der internationalen Schule in Freiburg sehr gut an.

Die Weihnachtsferien verbringt Simon Oberbeckmann zu Hause. Als Friedhelm Scheel ihn anrief, musste er nicht lange überlegen. Beim Arbeitseinsatz am Wegeseitenrand ist er dabei. „Der Naturschutz war mir schon immer wichtig“, sagt er. Und Spaß an der Arbeit hat er auch.

Der Stacheldraht ist aufgerollt, die Zaunpfähle sind eingesammelt. Noch einige Restarbeiten – dann kann die Mähmaschine kommen.

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