Wabe e.V. will Vereine und Flüchtlinge enger zueinanderbringen
„Netzwerke“ nehmen Fahrt auf

Westerkappeln -

Seit Oktober hilft der Verein „Wabe Westerkappeln“ Flüchtlingen dabei, sich in ihrem neuen Umfeld zurechtzufinden. In vier Arbeitsgruppen übernehmen die Vereinsmitglieder ehrenamtliche Arbeiten wie Behördenfahrten, Sprachunterricht oder persönliche Patenschaften. Die vierte Arbeitsgruppe „Netzwerke“ soll jetzt so richtig Fahrt aufnehmen.

Sonntag, 21.02.2016, 15:02 Uhr

Auch bei Westfalia 
Auch bei Westfalia  Foto: Christoph Pieper

Eigentlich sagt man ja, in einem Dorf wie Westerkappeln kennt jeder jeden. Für die Alteingesessenen mag das zutreffen. Aber wer neu dazu kommt, kann sich auch schon mal fremd fühlen. Auf Grund von Krieg, Terror und bitterster Armut kommen in diesen Tagen viele Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt neu in die Gemeinde und stehen vor der Aufgabe sich in dem neuen Umfeld zurechtzufinden und ein neues Leben aufzubauen. Bei dieser Aufgabe werden die Flüchtlinge seit einem knappen Jahr vom Arbeitskreis Asyl und seit Oktober von dem daraus hervorgegangenen Verein „Wabe Westerkappeln“ unterstützt.

In vier Arbeitsgruppen übernehmen die Vereinsmitglieder ehrenamtliche Arbeiten wie Behördenfahrten, Sprachunterricht oder persönliche Patenschaften. Die vierte Arbeitsgruppe „Netzwerke“ soll jetzt so richtig Fahrt aufnehmen, wie Sigrid Mähler aus dem Vorstand des Wabe e.V berichtet.

„Wir haben in Westerkappeln viele engagierte Menschen in den unterschiedlichsten Vereinen und Gruppierungen und dieses Netzwerk wollen wir nutzen, um Flüchtlinge in das Freizeitleben mit einzubinden“, erläutert Mähler die Idee des Vereins.

Erste Kontakte hat der Wabe e.V. schon hergestellt, erste Erfolge sind verbucht. Sigrid Mähler hat in ihrem Haus in Velpe zwei junge Afghanen aufgenommen. Über das Netzwerk kam der Kontakt zu Thomas Völler zustande. Der ist A-Jugend Trainer beim SC VelpeSüd und hat die beiden Jugendlichen sofort in seine Mannschaft aufgenommen. „Die beiden sind damit sehr glücklich“, erzählt Mähler.

Auch außerhalb des Fußballplatzes ist die Mannschaft zuletzt zusammen losgezogen. Die volljährigen Spieler trinken auf einem Mannschaftsabend auch schon mal ein Bier. Das wollten die jungen Afghanen auf Grund ihres Glaubens nicht und stießen damit auf Verständnis. „Es gibt da keinen Zwang und keinen Druck und deshalb funktioniert das Miteinander gut“, freut sich Mähler.

Über die Netzwerke erhofft sich der Wabe e.V. einen engeren Kontakt zwischen Flüchtlingen und Westerkappelnern, um so auf beiden Seiten Ängste abzubauen. Vor allem bei Kindern ist eine solche Hemmschwelle kaum vorhanden. Das zeigen die Erfahrungen von Marlies Kiesewetter, die beim THC Westerkappeln die Sparte „Kinder in Bewegung“ leitet und in der Gruppe der Jüngsten seit kurzem drei Flüchtlingsmädchen betreut. Dabei ist die Sprache kein Problem. „Einige der jüngsten Kinder können noch nicht richtig sprechen. Sie lernen aber viel durch das Gucken und Probieren“, beschreibt Kiesewetter ihre Trainingsgruppe. Vor allem untereinander verstehen sich die Kinder mit einer spielerischen Selbstverständlichkeit und bewegen sich ohne Berührungsängste.

Eigentlich ist für die Teilnahme an der Bewegungsgruppe eine Mitgliedschaft im THC notwendig. Für die Flüchtlingskinder greift diese Regelung noch nicht. Auch solch ein Entgegenkommen erhofft sich der Wabe e.V. über ein breites Netzwerk in Westerkappeln.

Aus diesem Grund veranstaltet der Verein am heutigen Montagabend für alle interessierten Westerkappelner ein großes Netzwerktreffen ab 18 Uhr im VHS Haus. „Wir freuen uns auf einen regen Austausch und würden uns freuen, wenn sich die Vereine auch untereinander noch besser vernetzen können“, sagt Sigrid Mähler.

Sie könne sich vorstellen, dass in Zukunft auch vereinsübergreifende Angebote oder Veranstaltungen organisiert werden können, damit „aus dem Flüchtling Ali möglichst schnell mein Nachbar oder Freund Ali wird.“

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