Erinnerungen an alte Velper Zeiten im Erzählcafé
Bilder rufen Erinnerungen wach

Westerkappeln/Velpe -

Dias und Fotoalben wecken nicht nur Erinnerungen, sondern rufen auch Lacher hervor. Nach langer Pause haben Erwachsenenbildung im Kirchenkreis und evangelische Kirchengemeinde wieder zum Erzählcafé eingeladen. Gastgeber sind Uschi und Hans Görtemöller.

Mittwoch, 24.02.2016, 21:02 Uhr

Sie freuen sich, dass der Gastraum im „Mühleneck“ voll
Sie freuen sich, dass der Gastraum im „Mühleneck“ voll Foto: Dietlind Ellerich

Voll war´s am Dienstagabend, als die evangelische Kirchengemeinde Westerkappeln und die Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Tecklenburg nach knapp fünf Monaten Pause wieder einmal ins „Erzählcafé“ einluden. Gastgeber waren Uschi und Hans Görtemöller, die in ihre Gaststätte „Zum Mühleneck“ baten, um gemeinsam mit rund 50 Gästen über die Zeit nachzudenken, als es im dünn besiedelten Velpe noch mehrere Kneipen und Läden gab und die Familie Görtemöller sowohl Lebensmittelladen als auch Eckkneipe betrieb.

In bester Stimmung waren die Frauen und Männer und kamen, inspiriert von den Dias, die die Görtemöllers an die Wand warfen, und von den Fotoalben, die die Runde machten, sozusagen „von Höcksken auf Stöcksken“. Kaum ein Bild, das keine Erinnerungen wachrief und die Betrachter aus dem Nähkästchen plaudern ließ.

An die Eröffnung des damals Union-Markt genannten Geschäftes im Neubau am 17. Juli 1969 erinnert sich Uschi Görtemöller noch sehr gut. „Mein Schwiegervater lag im Sterben, da musste die Eröffnung warten“, weiß die 72-Jährige und kramt die Annonce hervor, in der die Familie den neuen Selbstbedienungsladen mit Frischfleischtheke, Eröffnungsangeboten und der Chance auf tolle Gewinne wie Bustour und Rundflug bewarb. Einkaufen, wo noch Platt gesprochen wird, auch darauf wiesen die Görtemöllers ausdrücklich hin. Die Privatwohnung über dem Geschäft wurde erst im Folgejahr fertiggestellt, sodass im Winter 1969/70 über den Laden ganz Velpe geheizt wurde, stellen sie schmunzelnd fest.

Besonders die Menschen auf den Fotos von damals bringen die Menschen von heute zum Lachen. Immerhin sind die gut gelaunt auf ihren Bus wartenden Kindergartenkinder aus den frühen 1970er Jahren heute selber um die 50; da hat sich also nicht nur im Velper Ortsbild in den vergangenen Jahrzehnten einiges getan.

Manches ist aber auch geblieben. So kaufe die Frauenhilfe ihren Kuchen heute immer noch bei dem Bäcker, der früher das Lebensmittelgeschäft belieferte, weiß Pastor Olaf Maeder zu berichten. Die Familie schloss den Lebensmittelladen im Jahr 1995, die Discounter machten der Wirtschaftlichkeit den Garaus. Die Kneipe öffnet heute immer noch, regelmäßig freitags und zu besonderen Anlässen wie dem Erzählcafé am Dienstagabend.

Dann stehen auch wieder Fahrzeuge mit TE-Kennzeichen vor der Tür. Als Uschi und Hans Görtemöller im Sommer 1969 den Laden, den Görtemöller senior 21 Jahre zuvor gegründet hatte, neu eröffneten, gab´s zu TE im Gegensatz zu heute allerdings keine Buchstaben-Alternative.

Die muntere Runde ist am Dienstag über den offiziellen Schluss des Erzählcafés hinaus in schönster Plauderlaune, und die Organisatoren Adelheid Zühlsdorf-Maeder und Olaf Maeder sowie die Gastgeber Görtemöller bestens zufrieden mit der guten Resonanz.

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