Erzählcafé
Als Quecksilber zum Pflanzenschutz eingesetzt wurde

Westerkappeln -

Im Traktorenmuseum in der Bauerschaft Düte machte das Erzählcafé der evangelischen Kirchengemeinde Westerkappeln und der Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Tecklenburg am Dienstagabend Station. Viele Teilnehmer der vergangenen Veranstaltungen hatten sich das Thema Landwirtschaft gewünscht.

Mittwoch, 13.04.2016, 14:04 Uhr

Alte Schätzchen: Heinrich Teepe (vorne) und Friedhelm Frehmeyer führten ihre Gäste durch den Maschinenpark mit zahlreichen landwirtschaftlichen Oldtimern.
Alte Schätzchen: Heinrich Teepe (vorne) und Friedhelm Frehmeyer führten ihre Gäste durch den Maschinenpark mit zahlreichen landwirtschaftlichen Oldtimern. Foto: Dietlind Ellerich

Im Traktorenmuseum in der Bauerschaft Düte machte das Erzählcafé der evangelischen Kirchengemeinde Westerkappeln und der Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Tecklenburg am Dienstagabend Station. Viele Teilnehmer der vergangenen Veranstaltungen hatten sich das Thema Landwirtschaft gewünscht, und so saß in der urigen Diele des Hofherrn Friedhelm Frehmeyer ein gutes Dutzend Frauen und Männer und schwelgte in Erinnerungen an Zeiten, in denen die Landwirtschaft wahrlich kein Zuckerschlecken war.

Einen Blick in die beiden großen Fachwerkscheunen, in denen Traktoren und Maschinen von anno dazumal ausgestellt sind, wollten die Gäste natürlich auch gerne werfen, und so gab es mit Frehmeyer und Heinrich Teepe, beide Mitglieder des Fördervereins, eine Führung durch den Maschinenpark mit Dreschkästen, Schleppern und Co., die nicht nur ein beachtliches Alter auf dem Buckel, sondern auch einen enormen Wert haben. „Schade, dass die Gemeinde nicht mehr dahinter steht“, bedauerte Teepe und wünschte sich auch mehr junge Menschen, die den Verein im Erhalt der alten Schätzchen unterstützen.

Vom Höcksken aufs Stöcks­ken kamen Gäste wie Gastgeber anschließend auf der Diele, wo urgemütlich das Feuer im Kamin knisterte und über die Landwirtschaft von damals philosophiert und auch geschmunzelt wurde. Viele der Frauen und Männer waren älteren Semesters und konnten sich noch gut erinnern an die Zeit, als noch Pferde statt Schlepper die landwirtschaftlichen Geräte über die Äcker zogen, als noch mit Sensen gemäht und Garben per Hand gebunden wurden.

Da war die Rede vom Einsatz von Quecksilber gegen Pilzbefall und Vogelfraß am Getreide, weil man es nicht besser wusste, und von Pferden, die am Mähdrescher auch schon einmal einen Stromschlag erlitten. Der Genossenschaftsgedanke wurde früher groß geschrieben, erinnerten sich die Gäste an Gerätschaften, die von mehreren Höfen gemeinsam angeschafft wurden. Die Themen Tod und Bestattungen hatten es einigen besonders angetan. „Düte hatte einen eigenen Leichenwagen“, wussten einige, die noch selbst erlebt hatten, wie die Trauergemeinde dem mit Pferden bespannten Wagen Richtung Friedhof folgte.

Viel wurde am Dienstagabend auf der Frehmeyerschen Diele auch auf Plattdeutsch erzählt, und für mindestens ebenso viel blieb keine Zeit mehr. Grund genug für die Pastoren Adelheid Zühlsdorf-Maeder und Olaf Maeder mit der Schnapsbrennerei Hinnah und dem Düter Märchenwald weitere Themen aus dem Westerkappelner Süden auf die Wunschliste fürs Erzählcafé zu setzen. Die nächste Runde dreht sich aber noch einmal um die Landwirtschaft gestern und heute. Zum zweiten Teil geht es am 10. Mai auf den Hof Leyschulte-Steer in Seeste.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3928915?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F4852229%2F4852238%2F
Nachrichten-Ticker