Multiplikatorentreffen zum geplanten Breitbandausbau in Westerkappeln
Glasfaser soll in aller Munde sein

Westerkappeln -

Der Startschuss für den Breitbandausbau in Westerkappeln durch die Deutsche Glasfaser GmbH (DG) ist am vergangenen Samstag gefallen. Zumindest hat die sogenannte Nachfragebündelung begonnen. Die Resonanz auf ein sogenanntes Multiplikatorentreffen war am Dienstabend allerdings bescheiden.

Mittwoch, 20.04.2016, 14:04 Uhr

Glasfaser ist die Zukunftstechnologie, meinen (von links)
Glasfaser ist die Zukunftstechnologie, meinen (von links) Foto: Frank Klausmeyer

Der Startschuss für den Breitbandausbau in Westerkappeln durch die Deutsche Glasfaser GmbH ( DG ) ist am vergangenen Samstag gefallen. Zumindest hat die sogenannte Nachfragebündelung begonnen. Nur wenn sich 40 Prozent der infrage kommenden rund 2600 Haushalte verbindlich für einen Anschluss entscheiden, wird das Unternehmen mit Sitz in Borken die Kabel auch verlegen.

Bei der Akquise will die DG auf Mund-zu-Mundpropaganda bauen. Am Dienstag gab es deshalb ein sogenanntes Multiplikatorentreffen im Rathaus.

Die Resonanz war allerdings bescheiden. Gut zwei Dutzend bekannte Persönlichkeiten aus dem Ort hatte die Gemeindeverwaltung, die mit der DG eine Rahmenvereinbarung geschlossen hat, angeschrieben. Gekommen waren lediglich neun potenzielle Multiplikatoren, darunter auch einige Bürger aus Westerbeck und Seeste, die zumindest vorerst beim Thema Glasfaseranschluss in die Röhre schauen, weil sich ein Ausbau für die DG nicht rechnet.

In dem rot umrandeten Polygon (Vieleck) will die Deutsche Glasfaser Kabel verlegen.

In dem rot umrandeten Polygon (Vieleck) will die Deutsche Glasfaser Kabel verlegen.

„Wir brauchen Menschen im Ort, die über Glasfaser reden“, macht DG-Projektmanager Mirko Tanjsek am Dienstag deutlich. Die Multiplikatoren sollen keine Klinken putzen, sondern aufgrund ihrer Vernetzung in Vereinen und Verbänden das Thema positiv besetzen. Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer unterstützt das. „Spätestens in zehn Jahren werden wir uns in Westerkappeln ärgern, wenn wir diese Chance nicht nutzen.“

Natürlich gebe es bundesweit auch andere Unternehmen, die das Glasfasernetz ausbauen, sagt Tanjsek. Die DG habe sich aber auf den ländlichen Raum fokussiert. „Wenn wir es nicht schaffen, eine Anschlussquote von 40 Prozent zu bekommen, werden es andere auch nicht schaffen.“

In der Gemeinde Laer war es der DG nicht gelungen, genügend Bürger zu überzeugen, räumt Tanjsek ein. In Hopsten dagegen haben über 50 Prozent der Haushalte unterschrieben. Dort soll der Ausbau in wenigen Tagen starten, dank Bundesfördermittel sogar im Dörfchen Schale. Große-Heitmeyer hofft auch auf solche Zuschüsse, um den Breitbandausbau im Außenbereich voranzubringen. Entsprechende Anträge sind auf den Weg gebracht.

Der Aktionsrahmen in Velpe/Hambüren.

Der Aktionsrahmen in Velpe/Hambüren.

Warum die DG, die laut Tanjsek 1,5 Milliarden Euro Kapital von ihren Investoren in die Hand bekommen hat, gerade den Breitbandausbau im ländlichen Raum betreibt, macht der Projektmanager auch deutlich: Kleine Gemeinden seien beim schnellen Internet unterversorgt, vertragliche Vereinbarungen mit den Kommunen seien leichter zu bewerkstelligen „und auf dem Land reden die Menschen mehr miteinander als in den Städten.“ Die DG sei auf diese Kommunikation angewiesen, um die 40 Prozent zu erreichen.

Die Ausbauplanung für den Bereich Ortfeld/Hollenbergs Hügel.

Die Ausbauplanung für den Bereich Ortfeld/Hollenbergs Hügel.

Die Vorteile bei einem Glasfaseranschluss für die Kommunen und deren Bürger umschreibt Tanjsek mit wenigen Schlagworten: Glasfaser sei ein Standortvorteil für die Wirtschaft, die Technik sei störungsfrei und in puncto Übertragsgeschwindigkeiten ausbaufähig, die DG verzichte auf öffentliche Gelder, für Immobilien bedeute Glasfaser eine Wertsteigerung.

Infoveranstaltung

In den kommenden Wochen will die DG ihre Werbekampagne verstärken. Am Dienstag, 3. Mai, findet um 19 Uhr im „Alten Gasthaus Schröer“ eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Am 7. Mai will die DG an der Vidumstraße 2 (neben Netto) ein Servicebüro eröffnen.

...

Die DG baue ein offenes und diskriminierungsfreies Netz. Das heißt: Nach 24 Monaten könnten die Kunden zu einem anderen Telekommunikationsdienstleister wechseln, sofern dieser gegen Entgelt das Kabel der DG nutze, erläutert der Projektmanager.

Die Nachfragebündelung läuft nur bis zum 11. Juli. „Warum drückt man bei dem Termin so auf die Tube ?“, möchte Geschäftsmann Frank Wahlbrink wissen. Erfahrungsgemäß sei dies der Zeitraum, in dem sich Interessierte entscheiden, anwortet Tanjsek.

Wenn bis zum 11. Juli 40 Prozent der infrage kommenden Haushalte für einen Anschluss unterschrieben haben – in den Gewerbegebieten wird eine Quote von 50 Prozent vorausgesetzt – werde die DG das Netz binnen einen Jahres fertigstellen, verspricht der Projektleiter.

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