Straßenkunde: Generalmünzdirektor Christian Friedrich Goedeking
Berühmter Sohn der Gemeinde Westerkappeln

Westerkappeln -

Christian Friedrich Goedeking, 1770 in Westerkappeln geboren, ist eier der berühmtesten Söhne seiner Gemeinde. Er brachte es zum preußischen Generalmünzdirektor.

Freitag, 22.04.2016, 10:04 Uhr

Ob seiner Verdienste  für das preußische Münzwesen wurde zum 50-jährigen Dienstjubiläum von Christian Friedrich Goedeking sogar eine Münze mit seinem Porträt geprägt.
Ob seiner Verdienste  für das preußische Münzwesen wurde zum 50-jährigen Dienstjubiläum von Christian Friedrich Goedeking sogar eine Münze mit seinem Porträt geprägt. Foto: Gemeindearchiv Westerkappeln.

Im Siedlungsbereich westlich vom Gut Cappeln findet sich im Viertel der großen Namen nebst ehemaligen Bürgermeistern und Gutsbesitzern auch ein gewisser Goedeking auf dem Straßenschild wieder. Mit der Goedekingstraße wird ein echtes Cappelner Kind für seine Verdienste für das preußische Münzwesen geehrt.

Christian Friedrich Goedeking wird im Jahr 1770 am 10. September im damals preußischen Cappeln geboren – mitten in eine Zeit voller Umbrüche und Neuerungen. Der Sohn eines Kaufmanns studiert 1788 in Halle/Saale Kameralistik, ein betriebswirtschaftliches Studium für Verwaltung und Finanzwirtschaft, und lässt sich anschließend an der Berliner Münze zum Münzbeamten ausbilden.

Während dieser Zeit befand sich das Land in einer schwierigen Situation, viele Gebiete waren unter französischer Herrschaft, es kam wiederholt zu militärischen Auseinandersetzungen mit Napoleons Truppen, die erst mit der finalen Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 ein Ende fanden.

Durch die Bezahlung der Soldaten war eine große Menge Münzgeld im Umlauf, das eingeschmolzen und neu geprägt werden sollte. Nach dem Abzug der Franzosen sollte eine einheitliche Währung eingeführt werden, und somit das Geld überall den gleichen Wert bekam.

Zunächst Münzmeister in Bayreuth und Breslau, wurde Goedeking schließlich 1810 als Direktor an die Berliner Münze berufen. Er hatte nicht nur die Fachkenntnis, sondern verfügte auch über das nötige Durchsetzungsvermögen, um das marode, preußische Münzwesen völlig neu aufbauen.

Porträt Goedekings a

Porträt Goedekings a

Die Lösung dieser logistischen und verwaltungstechnischen Herausforderung machten den preußischen Generalmünzdirektor schließlich berühmt. Zum 50-jährigen Dienstjubiläum Goedekings wurde 1843 sogar eine Münze mit seinem Porträt geprägt.

Goedeking wirkte auch an den Verhandlungen zur Vereinheitlichung des deutschen Geldes mit. Als Verbindung zwischen dem preußischen Taler und dem süddeutschen Gulden wurde schließlich der von ihm favorisierte Doppeltaler aufgelegt.

Der Name Goedeking ist noch heute in Westerkappeln beheimatet: Christian Rieskamp-Goedeking führt den gleichnamigen Gasthof an der Mettinger Straße. Und wer den Inhaber hier persönlich antrifft, der dürfte nicht nur beim gleichlautenden Vornamen eine gewisse Ähnlichkeit zum einstigen Münzdirektor entdecken.

Die Goedekingstraße liegt westlich vom Gut Cappeln. Ob das auf dem Schild angegebene Todesjahr stimmt, ist allerdings strittig.

Die Goedekingstraße liegt westlich vom Gut Cappeln. Ob das auf dem Schild angegebene Todesjahr stimmt, ist allerdings strittig. Foto: Astrid Springer

Wann genau Christian Friedrich Goedeking verstarb, ist indes unklar. In Friedrich Ernst Hunsches Ortschronik „Westerkappeln“ wird sein Tod auf das Jahr 1858 datiert. So ist es auch auf dem Straßenschild zu lesen. Laut der Interportale „Westfälische Geschichte“ (Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe/LWL) und der „Deutsche Biographie“ (Bayerische Staatsbibliothek) wurde der Generalmünzdirektor sieben Jahre früher zu Grabe getragen. Vielleicht ist das ein Aufgabe für Heimathistoriker herauszufinden, was richtig ist. Sollte Hunsche falsch gelegen haben, müssten dann auch die Straßenschilder korrigiert werden.

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