Botschafter aus Namibia zu Gast in Westerkappeln
„Staatsbesuch“ im Schnelldurchlauf

Westerkappeln -

Wenn in der Grundschule am Bullerdiek das „Guten Morgen“ in der Sprache der Zulus, der Matabele und der im Norden Namibias beheimateten Shona angestimmt wird, muss wohl etwas ganz Besonderes passiert sein. War es auch. Denn mit Seiner Exzellenz Andreas B.D. Guibeb gab es erstmals einen „Staatsbesuch“ in der Gemeinde. Der namibische Botschafter lernte Westerkappeln im Schnelldurchlauf kennen

Mittwoch, 04.05.2016, 17:05 Uhr

„Guten Morgen“ in der Sprache der Zulus, der Matabele und der Shona sangen die Kinder der Klassen 2d und 4b der Grundschule am Bullerdiek. Botschafter Andreas B.D. Guibeb (Mitte) und Frau Oberst Fiina Amupolo (hinten links) freuten sich über die herzliche Begrüßung.
„Guten Morgen“ in der Sprache der Zulus, der Matabele und der Shona sangen die Kinder der Klassen 2d und 4b der Grundschule am Bullerdiek. Botschafter Andreas B.D. Guibeb (Mitte) und Frau Oberst Fiina Amupolo (hinten links) freuten sich über die herzliche Begrüßung. Foto: Frank Klausmeyer

Ein Begrüßungslied zu trällern ist in der Grundschule am Bullerdiek nicht jeden Tag üblich. Und wenn das „Guten Morgen“ in der Sprache der Zulus , der Matabele und der im Norden Namibias beheimateten Shona angestimmt wird, muss wohl etwas ganz Besonderes passiert sein. War es auch. Denn mit Seiner Exzellenz Andreas B.D . Guibeb gab es erstmals einen „ Staatsbesuch “ in der Schule. Der Botschafter aus Namibia freute sich sichtlich über den herzlichen Empfang in Westerkappeln durch die Kinder der Klassen 2d und 4b.

Der hochrangige Diplomat aus dem Süden Afrikas lernte am Mittwoch – quasi auf der Durchreise – Westerkappeln im Schnelldurchlauf kennen. Am Donnerstag wird Guibeb die große Kunstausstellung „Weite wirkt“ im Kloster Rheine-Bentlage (bis 19. Juni) eröffnen.

Eingefädelt hatte die Stippvisite Pastor i.R. Reinhold Hemker, Mitglied des Partnerschaftskomitees des Kirchenkreises Tecklenburg, der sich seit Jahren für die deutsch-afrikanische Freundschaft engagiert. Er hatte mit den Kindern auch die musikalische Begrüßung einstudiert, wobei dabei ein deutsches Frühlingslied nicht fehlen durfte.

Nach einer kurzen Besichtigung der Grundschule zog der kleine Tross mit Botschafter und Bürgermeisterin Annette-Große-Heitmeyer auch schon weiter zum Mittagessen ins Gasthaus Schröer. Immer im Gefolge war auch Frau Oberst i.G. (das steht für „im Generalstab“) Fiina Amupolo. Sie ist Verteidigungsattaché bei der namibischen Botschaft, kam am Mittwoch aber ganz zivil und nett daher.

Namibischer Botschafter zu Gast in Westerkappeln

1/10
  • Herzlicher Empfang von den Grundschülern.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Der Botschafter und Raimund Beckmann verstanden sich auf Anhieb.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Besuch auf dem Kulturhof Westerbeck.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Raimund Beckmann, Seine Exzellenz Andreas B.D. Guibeb und Reinhold Hemker im Gespräch.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Raimund Beckmann, Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und der Botschafter.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Raimund Beckmann (rechts) zeigt afrikanische Kunst.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Wollen wir ein Tänzchen wagen? Nicht nur die an eine Lautsprecherbox erinnernde Skulpur beeindruckte den Botschafter auf dem Kulturhof. Hofherr Raimund Beckmann führte ihn über das Gelände.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Gästeführer Horst Meyer (rechts) erläuterte die Entstehung der Stadtkirche.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Kantor Martin Ufermann spielte die namibische Nationalhymne auf der Orgel.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • Eintrag ins Gästebuch.

    Foto: Frank Klausmeyer

Wie ihr Chef, der Botschafter. Andreas B.D. Guibeb trat ganz ohne Attitüden auf, hatte für jeden Gesprächspartner ein Lächeln auf den Lippen und pflegte den leisen Witz. Der Bürgermeisterin kam dabei ganz gelegen, dass der Gast aus Namibia gut Deutsch spricht. Gelernt habe er dies am Ökumenischen (früher evangelischen) Studienwerk in Bochum und während seines Studiums in der Schweiz, verriet Guibeb am Rande der Gespräche.

Dass es ihn ausgerechnet nach Westerkappeln verschlagen hat, ist natürlich zuvorderst der 2014 zwischen Westerkappeln und Khorixas vereinbarten Entwicklungspartnerschaft geschuldet. Seine Exzellenz wird sich über diese Bande freuen. Denn seine Familie stamme aus Khorixas, sein erst unlängst verstorbener Onkel sei dort Schulleiter gewesen. Apropos Familie: Guibeb hat sogar germanische Wurzeln. Sein Großvater mütterlicherseits sei Deutscher gewesen, berichtete der Botschafter.

Nach dem Essen fassen bei Schröer – es wurden unter anderem Spargelvariationen und Eis mit frischen Erdbeeren gereicht – gab es eine Programmänderung. Statt eines Spaziergangs durch den Ortskern folgte ein Ausflug zum Kulturhof Westerbeck, wo drinnen und draußen 400 Bildhauerarbeiten von 140 Künstlern aus Simbabwe zu sehen sind; die größte Ausstellung ihrer Art in Deutschland, wie Hofherr Raimund Beckmann dem Botschafter erzählte. „Dafür muss man eigentlich ein Wochenende hierher kommen“, zeigte sich der Diplomat von der Skulpturenschau und dem riesigen Gelände beeindruckt. „Ich finde toll, dass sie so etwas Wertvolles hier mitten in der Natur auf einem Bauernhof ausstellen.“ Er werde seinen Kollegen in der Botschaft Simbabwes berichten, versprach Guibeb. „Die müssen hierher kommen.“

Weiter ging´s in die Stadtkirche. Dort erwarteten ihn bereits Gästeführer Horst Meyer und Kantor Martin Ufermann zu einem musikalischen Rundgang durch das altehrwürdige Gotteshaus. Ufermann, der selbst zweimal in Namibia war und dort nach eigenen Worten erfahren hat, das „Musik Brücken baut“, stimmte auf der Orgel die namibische Nationalhymne und einen Kinderliedermarsch an, den er im südlichen Afrika gehört hatte.

Khorixas und Westerkappeln – an einem Tag wie Mittwoch sind sich die beiden durch tausende Kilometer getrennen Gemeinden wieder ein kleines Stück näher gekommen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3980238?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F4852229%2F4852237%2F
Stadt prüft nach Abbruch Konsequenzen
Das Haus Oststraße 21 (links) ist inzwischen teilweise abgerissen. Die Stadt hat daraufhin die Abrissbaustelle versiegelt.
Nachrichten-Ticker