Westerkappelner Erzählcafé macht Station in Seeste
Moderne Landwirtschaft braucht Mut und Planung

Westerkappeln -

Moderne Landwirtschaft braucht Mut und Planung. Das erfuhren die Teilnehmer des Westerkappelner Erzählcafés bei einem Besuch auf dem Hof der Leyschulte-Steer GbR in Seeste.

Freitag, 13.05.2016, 08:05 Uhr

260 Tiere werden auf dem Hof der Leyschulte-Steer GbR in Seeste gefüttert. Birgit Leyschulte (Mitte) erläuterte den Teilnehmern des Erzählcafés auch den Gebäudebestand.
260 Tiere werden auf dem Hof der Leyschulte-Steer GbR in Seeste gefüttert. Birgit Leyschulte (Mitte) erläuterte den Teilnehmern des Erzählcafés auch den Gebäudebestand. Foto: Annelen Steer

Unter dem Motto „Westerkappelner Geschichte(n)“ tourt das Erzählcafé durch die Gemeinde. Nachdem im April im urigen Ambiente des Traktorenmuseums die Landwirtschaft , wie sie früher war, in Erinnerung gerufen wurde, gab es am Dienstagabend einen Einblick in die moderne Landwirtschaft.

Auf dem Hof der Leyschulte-Steer GbR in Seeste erlebten rund 30 Interessierte, wie heutzutage Milchviehhaltung betrieben wird, was für Stationen es im Leben einer Kuh gibt, was für Anforderungen durch die Landwirte befolgt werden müssen und wie wichtig die Öffentlichkeitsarbeit ist.

Birgit Leyschulte und Edelgard Steer gaben den Besuchern eine intensive Hofführung – mit Schutzhüllen über den Schuhen. Worüber früher gar nicht nachgedacht wurde, ist heute vorgeschrieben – zum Schutz des Tierbestandes.

Generell, so erzählt Birgit Leyschulte, sei es eine enorme Aufgabe, einen Bauernhof mit all seinen Gebäuden in Schuss zu halten. Die Entscheidung, heute Landwirt zu werden, müsse auch deshalb immer besser überdacht werden.

Auch bauliche Veränderungen vornehmen zu dürfen, gehe oft ein schwerer Weg voraus. Heute würden auf den großen Dielen der Bauernhäuser oft keine Tiere mehr gehalten. Bei der Leyschulte-Steer GbR gibt es auf der Hoffläche verteilt drei große Ställe und umgebaute Altgebäude sowie kleinere, in denen insgesamt 260 Tiere untergebracht sind. Die Hälfte davon sind Milchkühe, die in einem erst vergangenes Jahr gebauten Kuhstall nach neuesten Standards gehalten werden.

Auch ein eigenes Melkhaus gibt es, in dem die Kühe zweimal täglich gemolken werden. Elektronisch wird dabei erfasst, welche Kuh wie viel Liter gegeben hat und noch einige Daten mehr. Einige der Besucher haben früher selbst Landwirtschaft betrieben und fanden es spannend, wie modern und durchdacht nun alles ist.

Was ein solcher Betrieb für Planung bedarf, erklärte Hajo Leyschulte. Durch die niedrigen Milchpreise werde dieses Vorausplanen immer schwerer. Eine der Besucherinnen gab freimütig zu, dass sie nicht den Mut gehabt hätte, eine solche Aufgabe, die ein landwirtschaftlicher Betrieb mit sich bringt, zu übernehmen.

Nach der knapp zweistündigen Führung und vielen bleibenden Eindrücken gab es in der gemütlicher Umgebung einer alten Scheune noch frische Milch und Joghurt zur Verkostung.

Vom Norden Westerkappelns wird das Erzählcafé unter der Organisation von Adelheid Zühlsdorf-Maeder seine Teilnehmer das nächste Mal in den Süden Westerkappelns führen, wo es um die Themen Bergbau und „Wie die Kirche ihr Dorf bekam“ gehen wird.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4000249?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F4852229%2F4852237%2F
Nachrichten-Ticker