Brandruine wird beseitigt
Abriss mit Schutzvorkehrungen

Westerkappeln -

Zehn Monate nach dem Großbrand einer Feldscheune in der Bauerschaft Telgte wird das völlig zerstörte Gebäude jetzt gänzlich dem Erdboden gleichgemacht. Und das ist mit Schutzvorkehrungen verbunden.

Mittwoch, 18.05.2016, 13:05 Uhr

Nur in Schutzkleidung dürfen die Mitarbeiter einer Fachfirma die Brandruine abtragen. Der Schutt wird in sogenannte Bigbags verstaut. Rund 700 dieser Säcke müssen entsorgt werden.
Nur in Schutzkleidung dürfen die Mitarbeiter einer Fachfirma die Brandruine abtragen. Der Schutt wird in sogenannte Bigbags verstaut. Rund 700 dieser Säcke müssen entsorgt werden. Foto: Frank Klausmeyer

Wer in diesen Tagen auf der Bramscher Straße unterwegs ist, wird sich vielleicht fragen, was die vielen weißen Säcke zu bedeuten haben, die sich dort in einer nahen Wiese ansammeln. Zehn Monate nach dem Großbrand einer Feldscheune in der Bauerschaft Telgte wird das völlig zerstörte Gebäude jetzt gänzlich dem Erdboden gleichgemacht. Und das ist mit sehr großem Aufwand verbunden.

Männer in weißen Schutzanzügen und mit Atemmasken tragen die Brandruine seit Tagen Stück für Stück ab. Unterstützt werden sie von einem Bagger. Der komplette Schutt wird in sogenannten Bigbags verstaut, die nun zu Hunderten auf den Abtransport warten.

Das vorsichtige Abtragen der Scheune und die Schutzkleidung der Arbeiter haben ihren Grund. Denn nicht nur sind Mauerwerk und Gebälk mit Ruß belastet, sondern das Gebäude war nach Angaben der Mitarbeiter des mit dem Abriss beauftragten Unternehmens auch mit asbesthaltigen Eternitplatten eingedeckt. Eingeatmeter Asbeststaub kann Krebs und Asbestose – eine Vernarbung des Lungengewebes – hervorrufen (Quelle: wikipedia.org).

Weil die Platten nicht brennen, muss der Schutt auf einer Deponie entsorgt werden.

Angesichts dieses Aufwands stellt sich schon die Frage, ob der durch das Feuer verursachte Gesamtschaden nicht doch deutlich höher als 50 000 Euro liegt. Diese Summe wurde vor einer Woche auch in einem Prozess vor dem Jugendschöffengericht genannt, in dem sich ein 18-jähriger Westerkappelner wegen Brandstiftung verantworten musste. Er hatte gestanden, vergangenes Jahr dieses sowie sechs weitere Feuer in der Gemeinde sowie bei seinem Arbeitgeber in Mettingen gelegt zu haben.

Das Jugendschöffengericht verurteilte den jungen Mann – wie berichtet – zu zwei Jahren Jugendstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden sind. Vermutlich wird die Versicherung des Geschädigten den Brandstifter auch für den Abriss der Scheune und die Entsorgung des Schuttes in Regress nehmen.

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