Hilfe für Flüchtlinge
Schrauben für die Integration

Westerkappeln -

Ehrenamtliche des Vereins Wabe machen immer samstags Station an den Flüchtlingsheimen in Westerkappeln. Gemeinsam mit den Asylbewerbern reparieren sie deren Zweiräder und tun so auch etwas für die Integration.

Sonntag, 29.05.2016, 16:05 Uhr

In den vergangenen Monaten sind viele Flüchtlinge nach Westerkappeln gekommen und haben in einem der Asylbewerberheime vorrübergehend ein neues Zuhause gefunden. Da diese Unterkünfte nicht immer zentrumsnah liegen, sind die meisten Asylbewerber auf ein Fahrrad angewiesen, um alltägliche Dinge wie Einkäufe oder Behördengänge zu erledigen.

Zahlreiche Westerkappelner haben deshalb Fahrräder, die alt waren oder die sie schlicht nicht mehr brauchten, ausgemustert und gespendet. Der gemeinnützige Verein Wabe Westerkappeln, der sich für Flüchtlinge und Zuwanderer im Ort einsetzt, gibt diese Fahrräder gegen kleines Geld weiter an die Asylbewerber. Allein in der Unterkunft Postmeyer in Obermetten sind rund 30 Fahrräder in Gebrauch – schließlich wohnen hier rund 40 Asylbewerber.

Die teils in die Jahre gekommenen Räder werden sehr beansprucht, was die ein oder andere Reparaturmaßnahme bei den alten Schätzchen notwendig macht. Da den Flüchtlingen meist die Kenntnisse fehlen, wie die Räder wieder in Schuss gebracht werden können, landen viele Drahtesel einfach in der Ecke. Damit dies nicht mehr passiert, hat sich im Oktober vergangenen Jahres eine kleine Gruppe Westerkappelner zusammengetan, um sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Pro Asylbewerberheim bieten die Hobbyschrauber jeweils an einem Samstag im Monat eine Art Fahrradwerkstatt an. Dabei gibt es für jeden der drei Standorte ein eigenes kleines Team.

An diesem Samstag machte die Fahrradwerkstatt beim Asylbewerberheim Postmeyer Station. Pünktlich um 11 Uhr wurde die mobile Fahrradbühne aufgestellt, und die ersten Bewohner brachten ihre kaputten Räder vorbei. Ob blockierte Gangschaltung, defektes Licht oder schleifende Bremsen – im Handumdrehen reparierten die Ehenamtlichen gemeinsam mit den Flüchtlingen viele Schäden und machten die Drahtesel wieder fahrtauglich. Unter Anleitung der Hobbyschrauber lernen die Asylbewerber, wie sie ihre Fahrräder selbst fit machen können. Das Angebot schien bei den Bewohnern des Hauses Postmeyer gut anzukommen, wie am Samstag deutlich wurde. Während die Helfer an den Rädern schraubten, versorgten die Flüchtlinge sie zwischendurch mit Kleinigkeiten zum Essen und Trinken. Dietmar Südbeck, Vorsitzender der Wabe Westerkappeln, freute sich über die tatkräftige Unterstützung und hofft, dass die Asylbewerber viel lernen und eine neue Wertschätzung für ihre Fahrräder entwickeln.

Sollte das Team gerade nicht die passenden Ersatzteile dabei haben, so hat Dietmar Strecke , einer der Initiatoren der Fahrradwerkstatt, bei sich zu Hause ein Ersatzteillager eingerichtet. In einer weiteren Unterstellmöglichkeit werden bislang ebenfalls zusätzliche Ersatzteile und Fahrräder gelagert. Doch dieser Lagerraum entfällt demnächst. Die Helfer der Wabe suchen nach einer neuen, ortsnahen Abstellmöglichkeit für Fahrräder. Gespendete Drahtesel nimmt der Verein ebenfalls weiterhin entgegen. Wer ein Fahrrad abgegeben möchte, kann sich ab Juni bei Florenz Siebelmann unter ✆  0172/ 2 31 83 45 melden.

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