Matthias Riepe soll das Gewerbe und den Tourismus in Westerkappeln fördern
Vollgas für die lokale Wirtschaft

Westerkappeln -

„Es gibt unheimlich viel zu tun“, sagt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer über die kommunale Wirtschaftsförderung. Derjenige, der es vor allem richten soll, heißt Matthias Riepe. 28 Jahre alt, ledig, liiert, wohnt in Osnabrück. Seit einer Woche ist er im Westerkappelner Rathaus für das wichtige Aufgabengebiet tätig.

Montag, 19.09.2016, 15:09 Uhr

Es gibt viel zu tun für den neuen Wirtschaftsförderer Matthias Riepe, den Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer jetzt vorstellte. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen, wie sollte es anders sein, im Ortskern, im Gewerbegebiet Gartenkamp und im Industriegebiet Velpe.
Es gibt viel zu tun für den neuen Wirtschaftsförderer Matthias Riepe, den Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer jetzt vorstellte. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen, wie sollte es anders sein, im Ortskern, im Gewerbegebiet Gartenkamp und im Industriegebiet Velpe. Foto: Frank Klausmeyer

Wirtschaftsförderung – das ist bei Große-Heitmeyer wie bei ihrem Vorgänger Ullrich Hockenbrink zwar Chefsache. Aber alles kann und will die Bürgermeisterin nicht alleine machen. Dafür braucht sie eine rechte Hand. Auf kurze Dienstwege wird dabei offensichtlich Wert gelegt. Riepes Schreibtisch steht in dem Raum neben dem Büro der Verwaltungschefin.

Bis vor Kurzem saß dort Alisa Prinz. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen fortan in der Finanzabteilung. Nur die Liegenschaften, also die Grundstücke, bleiben bis auf Weiteres in ihrer Zuständigkeit.

Um alles andere soll sich Matthias Riepe kümmern: Er ist Ansprechpartner für die örtlichen Gewerbetreibenden; Bestandspflege nennt sich das. Er soll Ideen für die Belebung des Ortskerns entwickeln, Netzwerke zu Betrieben und Behörden spinnen. Er soll Ausschau nach Gewerbeflächen halten, Existenzgründer erstberaten und Förderprogramme im Blick haben. Die Organisation der in diesem Jahr erstmals mit großem Erfolg gestarteten Ausbildungsmesse liegt ebenfalls in seinen Händen. Überdies soll Riepe das zarte Pflänzchen Tourismus weiter zum Sprießen bringen

Für jemanden, der frisch von der Uni kommt, bedeutet das eine Menge Verantwortung. Riepe fühlt sich aber nicht wie ein Trockenschwimmer, der ins kalte Wasser geworfen wird. Denn praktische Erfahrung bringt der neue Mann im Rathaus auch mit:

Bei den Stadtwerken Osnabrück hat er nach dem Abitur eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht. Danach belegte er in Hannover den Studiengang Wirtschaftsgeografie, in dem es um Dinge wie Stadtplanung und Wirtschaftsförderung geht. Just hat er seine Masterarbeit abgegeben, in der es um die „Räumliche Diffusion von Claas-Traktoren geht“. „Das war ein Vertriebsthema“, berichtet der 28-Jährige. Im Mittelpunkt habe die Frage gestanden, wie der Landmaschinenhersteller, bei dem er ein längeres Praktikum absolvierte, sich neue Absatzmärkte erschließen kann.

Darüber hinaus hat Riepe bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land (Wigos) das reale Berufsleben kennengelernt. Dort entwickelte er ein Gewerbeflächenentwicklungskonzept für den Landkreis. Und drei Monate war er sogar in Georgien bei der Deutschen Wirtschaftsvereinigung.

Nicht nur mit seinen Referenzen, sondern auch im Vorstellungsgespräch hat Riepe die Bürgermeisterin überzeugt. Rund 40 Bewerbungen hatte sie nach eigenen Angaben für den Job auf dem Tisch. Alle, die es in die engere Auswahl schafften, mussten eine Präsentation zu einer vorgegebenen Aufgabe machen. „Es ging um die Wirtschaftsförderung im Ortskern und in Westerkappeln insgesamt.“ Inhaltlich wie auch formal habe ihr Riepes Vortrag am besten gefallen, berichtet Große-Heitmeyer. „Sehr strukturiert, gute Denkansätze.“

In den ersten Wochen wird der neue Wirtschaftsförderer Gesicht zeigen und viele Hände schütteln müssen. Die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe am Montagabend ist natürlich Pflichtprogramm.

Es gibt zwar „unheimlich viel zu tun“, wie die Bürgermeisterin erklärt, für eine Vollzeitkraft aber anscheinend nicht genug. So ist Matthias Riepes Stelle auf nur 30 Wochenstunden zugeschnitten. Große-Heitmeyer sieht derzeit auch keinen Grund, „auf Vollzeit zu gehen. Das war die Stelle vorher auch nicht.“ Die Befristung auf zwei Jahre sei normal. „Danach sehen wir weiter.“

Matthias Riepe, der am Anfang seiner Karriere steht, bremsen die Beschränkungen in seinem Tatendrang nicht. „Man kann auch in 30 Stunden Vollgas geben.“

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