Berufsorientierung
Ausbildungsbotschafter an der Realschule Westerkappeln

Westerkappeln -

Ein Botschafter ist der oberste Beauftragte eines Staates in einem anderen Land. Leon Feldhaus und Sophie Albers sind auch als Botschafter auf fremden Terrain unterwegs. Aber nichts als Diplomaten im Auftrag Deutschland, sondern als Ausbildungsbotschafter für Handwerk und Handel. In der Realschule Westerkappeln machten sie jetzt Werbung für einen Lehrberuf.

Freitag, 16.12.2016, 14:12 Uhr

Auch im Handwerk – wie hier im Kfz-Gewerbe – hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten.
Auch im Handwerk – wie hier im Kfz-Gewerbe – hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Foto: pd

Unzählige Weiterbildungsmöglichkeiten, Marktperspektiven und die Digitalisierung . Die berufliche Welt steht nicht nur vor dem Hintergrund dieser drei Schlagwörter vor einem enormen Umbruch. Im Handwerk bleiben jedes Jahr unzählige Lehrstellen unbesetzt, Abiturzeugnisse werden inflationär vergeben und in vielen Bereichen werden in mittelfristiger Zukunft Jobs entstehen, die es aktuell noch gar nicht gibt. Wer da seinen beruflichen Lebensweg planen möchte, steht vor einer schweren Aufgabe, vor allem, wenn er oder sie sich bereits in der 9. Klasse mit diesem Thema auseinandersetzen soll.

Um ihre Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, hat die Realschule Westerkappeln am Mittwoch einen Informationsworkshop zu verschiedenen Ausbildungsberufen organisiert und aktuelle Azubis für Kurzvorträge über ihre Arbeit in die Schule eingeladen.

„Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler bestmöglich bei ihrer individuellen Berufsplanung unterstützen“, sagte Schulleiterin Bettina Weiss am Rande des Informationsnachmittages. Vor einigen Wochen haben die Neuntklässler eine Kompetenzanalyse gemacht. Dabei sollten sie unter anderem ihre Stärken und Schwächen einschätzen sowie ihre Interessen beschreiben. Die Analyse wurde extern ausgewertet und jede Schülerin und jeder Schüler erhielt verschiedene Berufsvorschläge.

Im kommenden Februar werden sie zudem ein Berufspraktikum absolvieren. Da passt es also gut in die Planung der Schule, ihren Schützlingen die Möglichkeit zu bieten, persönlich junge Erwachsene kennenzulernen, die gerade selbst eine Ausbildung absolvieren.

Ausbildungsbotschafter Leon Feldhaus (Kfz-Mechatroniker) und Sophie Albers (Industriekauffrau) erzählten in der Realschule über ihre Erfahrungen in der Lehre.

Ausbildungsbotschafter Leon Feldhaus (Kfz-Mechatroniker) und Sophie Albers (Industriekauffrau) erzählten in der Realschule über ihre Erfahrungen in der Lehre. Foto: Christoph Pieper

Beispielsweise Leon Feldhaus . Er stellte den Beruf des Kfz-Mechatronikers vor. Der 20-jährige Hopstener arbeitet derzeit im dritten Lehrjahr im Reiseunternehmen „Optimalreisen Forsmann“ in Mettingen und brachte den interessiert lauschenden Schülerinnen und Schülern sowohl Voraussetzungen als auch Inhalte seiner Ausbildung näher.

Er hatte kaum fünf Minuten geredet, als die ersten von vielen Fragen auf in einprasselten: Wie sehen seine Arbeitszeiten und sein Tagesablauf aus ? Welche Fähigkeiten muss ein Bewerber mitbringen ? Und was bekommt er bezahlt ? Diese klassischen Fragen konnte Leon Feldhaus natürlich ohne Probleme beantworten.

Interessanterweise hatten die Schülerinnen und Schüler aber auch ein hohes Interesse an den Perspektiven nach der Ausbildung. Welche Aufgaben übernimmt er dann ? Und was gehört dazu, seinen Meistertitel zu bekommen ? Eine Schülerin sprach auch die Digitalisierung an: „Viele Aufgaben werden ja jetzt von Maschinen übernommen. Ist dein Job deswegen gefährdet ?“ Es war zu spüren, dass sich die jungen Leute viele und umfassende Gedanken über ihre Zukunft machen.

Neben dem Einblick in einen technischen Beruf, konnten sich die Neuntklässler auch einen Eindruck von einer kaufmännischen Tätigkeit machen. In einer zweiten Vortragsrunde erzählte Sophie Albers von ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Firma „KTR Kupplungstechnik“ in Rheine. Mit einer Mischung aus technischem Verständnis für die eigenen Produkte und einer offenen und angenehmen Vortragsweise zeigte die junge Frau den Realschülern eindrucksvoll und souverän die wichtigsten Aspekte ihrer Ausbildung auf.

Ohne Frage bekamen die Realschüler in den gut 90 Minuten viel Input von den Azubis, aber für alle stand fest, dass ein solcher persönlicher Austausch mit den Azubis einiges mehr bringe, als eine nüchterne Internetrecherche.

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