Arbeitsmarkt
Immer mehr unbesetzte Jobs

Westerkappeln -

Für Unternehmen wird es immer schwieriger, freie Stellen zu besetzen. Wie die Arbeitsagentur Rheine mitteilt, meldeten die Arbeitgeber in der Region im Dezember 863 offene Stellen – 141 mehr als im Vorjahr.

Mittwoch, 04.01.2017, 15:01 Uhr

Durchschnittlich 111 Tage hat es im Dezember gedauert, bis ein freier Arbeitsplatz neu besetzt wurde. Und die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeiter dürfte im Frühjahr noch weiter steigen.
Durchschnittlich 111 Tage hat es im Dezember gedauert, bis ein freier Arbeitsplatz neu besetzt wurde. Und die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern dürfte im Frühjahr noch weiter steigen. Foto: dpa

Für Unternehmen wird es immer schwieriger, freie Stellen zu besetzen. Wie die Arbeitsagentur Rheine mitteilt, meldeten die Arbeitgeber in der Region im Dezember 863 offene Stellen – 141 mehr als im Vorjahr. Den Mangel an passenden Bewerbern spürt man auch bei der Echterhoff-Gruppe in Velpe. „Das ist ein sehr großes Problem“, erklärt Jutta Echterhoff-Bee-ke , Geschäftsführende Gesellschafterin, auf Anfrage.

Facharbeiter, Poliere und Bauleiter – „wir suchen praktisch in allen Bereichen Fachkräfte“, berichtet die Personalchefin. Immer häufiger komme es deshalb vor, dass das Bauunternehmen Mitarbeiter von anderen Firmen direkt anspreche und abwerbe. „Das ist in den allermeisten Fällen die einzige Möglichkeit, die Arbeitsplätze zu besetzen“, ergänzt sie. Einen Auftrag habe das Unternehmen zwar noch nicht ablehnen müssen. Dennoch befürchte sie, dass der Fachkräftemangel zunehmend die Wachstumsmöglichkeiten des Unternehmens einschränke, betont Echterhoff-Beeke.

Aber auch bei der Besetzung von Lehrstellen macht sich der Bewerbermangel bemerkbar. Für die jährlich rund 15 Ausbildungsplätze im gewerblich-technischen Bereich fehlten schon seit einigen Jahren geeignete Bewerber, berichtet die Personalchefin. Darüber hinaus sei zuletzt auch die Bewerberzahl für eine Ausbildung zum Industriekaufmann „deutlich“ zurückgegangen.

Die Arbeitsagentur meldet aber nicht nur einen Zuwachs bei den unbesetzten Stellen. Diese Arbeitsplätze bleiben auch immer länger vakant, wie Anke Hermeling , Teamleiterin des Arbeitgeber-Services der Arbeitsagentur Ibbenbüren, auf Anfrage bestätigt. So seien noch vor einigen Jahren durchschnittlich 70 Tage vergangen, bis eine Stelle vergeben war. Im Dezember dauerte dieser Prozess durchschnittlich 111 Tage.

Dabei sucht nicht nur die Baubranche händeringend neue Leute. Auch im Handel, in der Gesundheitsbranche, im Handwerk und in der Industrie seien zahlreiche Arbeitsplätze aufgrund des Fachkräftemangels unbesetzt. Hermeling rät Arbeitgebern deshalb, mehr Geld in die Mitarbeiterbindung zu investieren. Sprich: Flexible Arbeitszeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Jungen Kräften müssten außerdem verstärkt Perspektiven und Karrierewege aufgezeigt werden, ergänzt sie.

Darauf allein will man sich bei der Echterhoff-Gruppe aber nicht verlassen. „Wir setzen natürlich auf soziale Leistungen“, erklärt Personalchefin Echterhoff-Beeke. Darüber hinaus lockt das mittelständische Familienunternehmen mit insgesamt rund 380 Mitarbeitern aber auch mit finanziellen Anreizen. „Nur so gelingt es uns, weiterhin auf Wachstumskurs zu bleiben.“

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