Wissenschaftler arbeiten an einer 3-D-Rekonstruktion
Großsteingrab wird neu erstellt

Westerkappeln/Lotte -

Die Großen Sloopsteene entstehen gerade neu, und zwar am Computer. „Wir sind gerade dabei, eine 3-D-Rekonstruktion vorzubereiten“, erläutert Dr. Kerstin Schierhold, die bei der Altertumskommission in Münster ein Projekt zur Megalithik in Westfalen leitet.

Samstag, 11.02.2017, 00:01 Uhr aktualisiert: 11.02.2017, 00:10 Uhr
Das Orthofoto zeigt die Großen Sloopsteene verzerrungsfrei und maßstabsgetreu aus der Vogelperspektive.
Das Orthofoto zeigt die Großen Sloopsteene verzerrungsfrei und maßstabsgetreu aus der Vogelperspektive. Foto: L. Klinke, Altertumskommission für Westfalen

Schrittweise soll das Großsteingrab so auf Grundlage der neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse virtuell errichtet werden. Über einen QR-Code sollen sich Interessierte ganz einfach in die digitalen Bauarbeiten einwählen können.

Den QR-Code gibt es übrigens schon. Er findet sich in der „grauen Reihe“ der Altertumskommission . Dahinter verbirgt sich eine Schriftenreihe, in der die Megaltithgräber in Westfalen und der aktuelle Forschungsstand detailliert vorgestellt werden. Heft 1 beschäftigt sich auf 40 Seiten ausnahmslos mit den Großen Sloopsteenen.

In der kommenden Woche wird Kerstin Schierhold die Broschüre und natürlich die neuesten Erkenntnisse zu dem Großsteingrab am Gabelin im „Alten Gasthaus Schröer“ erstmals öffentlich präsentieren. Zu dieser Veranstaltung des Kultur- und Heimatvereins Westerkappeln sind alle interessierten Bürger eingeladen.

Auf die geplanten 3-D-Rekonstruktion gibt die Altertumskommission übrigens schon einen kleinen Vorgeschmack: Über deren Internetseite ( http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Altertumskommission/forschung/megalithik/grosse-sloopsteene ) kann eine Videoanimation abgerufen werden. Diese hat Leo Klinke, Student der Ur- und Frühgeschichte, als sogenannte 3-D-Punktwolke erstellt. Klinke arbeitet übrigens gerade an seiner Masterarbeit, in der es um die Großen Sloopsteene und ihr Umfeld geht.

Das Megalithgrab wurde vor über 5000 Jahren mit deutlich mehr Anstrengungen errichtet, als es heute am Computer möglich ist. Die teils tonnenschweren Findlinge mussten schließlich ohne Kran oder andere moderne mechanische Werkzeuge bewegt werden. „So groß war der Arbeitsaufwand aber auch nicht“, sagt Kerstin Schierhold unter Hinweis auf entsprechende Berechnungen. Eine überschaubare Gemeinschaft habe dies in relativ kurzer Zeit schaffen können.

►  Die Informationsveranstaltung über die neuesten Erkenntnisse zu den Großen Sloopsteenen findet am Mittwoch, 15. Februar, um 19 Uhr im „Alten Gasthaus Schröer“ statt. Der Eintritt ist frei.

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