Westerkappelner Feuerwehr soll neues Gerätehaus bekommen
Bürgermeisterin will Zeichen setzen

Westerkappeln -

„Irgendwann müssen wir das angehen“, erklärt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Gemeint ist der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses. Mit der Bereitstellung von vier Millionen Euro in der Finanzplanung für die Jahre 2018 und 2019 will sie ein politisches Zeichen setzen.

Dienstag, 14.02.2017, 17:02 Uhr

Das Feuerwehrgerätehaus an der Bullerteichstraße entspricht nicht mehr den Normen.
Das Feuerwehrgerätehaus an der Bullerteichstraße entspricht nicht mehr den Normen. Foto: Frank Klausmeyer

„Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“ – diesen Grundsatz hatte Kreisdirektor Dr. Martin Sommer für den Neubau einer Rettungswache in Westerkappeln formuliert. Dass Gründlichkeit so lange dauert, hätte Sommer aber vermutlich selbst nicht erwartet. Denn die Aussage traf er bereits 2013 mit der Hoffnung, dass die Rettungswache 2015 stehen soll. Was vor fast dreieinhalb Jahren dabei noch als fixe Idee durch den politischen Raum waberte, scheint nun Wirklichkeit zu werden. An der Mettinger Straße soll nicht nur eine neue Wache für den Rettungsdienst entstehen, sondern auf dem gleichen Grundstück auch ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut werden.

Der Kreis hatte bereits 2013 Bereitschaft signalisiert, mit dem Neubau seiner Rettungswache zu warten, wenn die Gemeinde diese und ein Feuerwehrgerätehaus an einem gemeinsamen Standort errichten wolle. Damals war allerdings noch vom Gelände des Bauhofes und von einigen Monaten Verzögerung die Rede.

Dass zwischenzeitlich der Bedarfsplan für den Rettungsdienst im Kreis Steinfurt fortgeschrieben wurde, hat der Gemeinde dabei durchaus in die Karten gespielt, gab es bei der Suche nach einem passenden Grundstück für die neue, jetzt deutlich größere Rettungswache und ein Gerätehaus mehr Zeit.

„Irgendwann müssen wir das angehen“, erklärt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und verweist im Zusammenhang mit einer Gefahrenbeurteilung zu den Feuerwehrgerätehäusern auf die Dringlichkeit.

Während des Gebäude des Löschzuges Velpe den Ansprüchen genügt, kneift es im Gerätehaus an der Bullerteichstraße an allen Ecken und Enden: Die alte Fahrzeughalle entspricht schon lange nicht mehr den Normen, wie sie heute für Neubauten gesetzlich gefordert werden. Löschfahrzeuge älteren Typs passen noch so gerade hinein, neue Lkw aber nicht. Gemeindebrandmeister Ingo Bünemann hat in der Vergangenheit wiederholt auf eine erhebliche Unfallgefahr für seine Kameraden im Gerätehaus hingewiesen, weil es viel zu eng sei. Überdies fehle Platz für die Ausbildung.

In der Fahrzeughalle herrscht nicht nur beim Öffnen der Türen Unfallgefahr.

In der Fahrzeughalle herrscht nicht nur beim Öffnen der Türen Unfallgefahr. Foto: Freiwillige Feuerwehr

Die Bürgermeisterin hat mit der Einbringung des Haushaltsentwurfes für 2017 nun ein Signal gesetzt. Dieses Jahr sollen 20 000 Euro für die Bauleitplanung zur Verfügung gestellt werden. Das ist zwar weniger Geld als in den beiden Vorjahren im Haushalt standen. Da ging es jedoch noch um eine Machbarkeitsstudie, mit der untersucht werden sollte, ob ein Neubau erforderlich wird oder eine Erweiterung am jetzigen Stand möglich ist. Wann das eine oder andere in Angriff genommen werden soll, blieb dagegen völlig offen.

Jetzt wird ein großer Wurf ins Auge gefasst: In der Finanzplanung für die Jahre 2018 und 2019 werden jeweils zwei Millionen Euro für die Ingenieurs- und Baukosten veranschlagt. „Ich wollte damit ein politisches Zeichen setzen“, erklärt Große-Heitmeyer zum Haushaltsentwurf. Ziel sei, schnellstmöglich ein Konzept zu erarbeiten, mit dem gegebenenfalls auch Fördermittel abgriffen werden können.

Das Vorhaben bedeutet aber auch wohl eines: Der Neubau eines Sportzentrums und die Modernisierung des Freibades stehen zunächst hintenan. Zwar erklärt die Verwaltungschefin diese beiden Projekte nicht für hinfällig, beide seien weiter in der Diskussion, Priorität habe aber ein neues Feuerwehrgerätehaus. „Das betrifft uns alle. Die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe, die keinen Aufschub mehr duldet“, sagt die Bürgermeisterin. Sie gehe davon aus, dass der Rat diese Priorisierung mitträgt. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Kameradinnen und Kameraden ihre Arbeitszeit und Freizeit zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger opfern“, betont die Bürgermeisterin.

Zeitnah, so Große-Heitmeyer, werde die Gemeinde jetzt in die Bauleitplanung für das 8800 Quadratmeter große Grundstück an der Mettinger Straße einsteigen.

Martin Sommer als zuständiger Dezernent beim Kreis war zuletzt von einer Inbetriebnahme der Rettungswache bis Ende 2018 ausgegangen – mehr als drei Jahre später als anfänglich geplant.

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