Stadtwerke-Buchungen: Zwei Cent kriegen, 60 Cent zahlen
Schlechtes Geschäft

Tecklenburger Land -

Zwei Cent kriegen, 60 Cent dafür bezahlen. So ein schlechtes Geschäft haben jetzt offenbar diverse Verbraucher in puncto Gebührenabrechnung fürs Trink- und fürs Abwasser gemacht.

Freitag, 17.02.2017, 15:02 Uhr

Die Netztochter der Stadtwerke Tecklenburger Land hat die Gebührenabwicklung fürs Trink- und fürs Abwasser übernommen. Die Umstellung läuft in verschiedener Hinsicht nicht ganz glücklich.
Die Netztochter der Stadtwerke Tecklenburger Land hat die Gebührenabwicklung fürs Trink- und fürs Abwasser übernommen. Die Umstellung läuft in verschiedener Hinsicht nicht ganz glücklich. Foto: britta60 - Fotolia

Zwei Cent kriegen, 60 Cent dafür bezahlen. Dieses „Geschäft“ hat Elisabeth Wirp jüngst gemacht. Die SWTE Netz GmbH buchte ihr – wie anderen Kunden in der Region auch – zwei Mal jeweils einen Cent aufs Konto. Dafür musste die Laggenbeckerin bei der Kreissparkasse Steinfurt jeweils 30 Cent an Gebühren zahlen. „Das finde ich irgendwie frech“, sagt sie.

Gebühren zahlen, wenn Geld kommt ? Thorsten Laumann , Pressesprecher der Kreissparkasse Steinfurt, bestätigt: „Ja, es gibt Kontomodelle, bei denen nicht jede Buchung inbegriffen ist“. In der Region gebe es davon aber nur wenige Fälle. Gerade ältere Menschen hätten die Konten. So auch Wirp.

Zuständig für die Buchungen ist unter anderem Tobias Koch . Er ist Leiter Netzwirtschaft der SWO Netz GmbH, Tochter der Stadtwerke Osnabrück AG , die für die SWTE Netz GmbH Abschlagsberechnungen übernimmt. „Wir bestätigen dem Kunden mit einer Überweisung, dass wir bald einen Abschlag einziehen. Einmal für Frischwasser und einmal für Abwasser“, erklärt er. Gleichwohl bekomme jeder Kunde wie gewohnt einen Brief mit einer Auflistung der Abschlagszahlungen.

Die Ein-Cent-Buchungen seien einmalig. Sie gebe es dann, wenn jemand ein neues „ SEPA “-Mandat einreiche, sagt Koch. Thorsten Laumann bestätigt diesen Vorgang, der „Prenotifikation“ heißt. „Das gab es auch früher schon“, erklärt der Sprecher der Kreissparkasse.

Wenn ein „SEPA“-Lastschriftmandat erteilt werde, müsse der Empfänger dessen Übernahme bestätigen. Laumann: „Das ist rechtlich notwendig und legitim. Eine Mandatsbestätigung mittels einer Ein-Cent-Buchung ist aber nicht weit verbreitet. Am weitesten verbreitet ist der Fall, dass man einen Brief bekommt.“

Gleich zwei Ein-Cent-Buchungen haben Bürger von der SWTE Netz GmbH bekommen, weil es künftig getrennte Abschläge für Frisch- und Abwasser geben wird, erklärt Tobias Koch weiter. Grund dafür sei, dass es unterschiedliche Auftraggeber gebe: den Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land (WTL) für das Frischwasser, die jeweiligen Kommunen für das Abwasser. Das Geld müsse also zu jeder Kommune, die zu den Stadtwerken Tecklenburger Land gehört, und auch zum WTL weitergebucht werden. Koch: „Darum müssen wir das auseinanderziehen“.

Elisabeth Wirp muss für die Buchungen letztlich übrigens doch keine Gebühren zahlen. Sie wechselte zu einem Kontomodell, bei dem alle Buchungen inbegriffen sind. „Was in diesem Monat gebucht wurde, unterliegt dann dem neuen Modell“, sagt Thorsten Laumann.

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