Kinderkulturprogramm Westerkappeln: Aushilfe entpuppt sich als Volltreffer
Ratzenspatz aus dem Trolley gezaubert

Westerkappeln -

Was für die Macher der Westerkappelner Kinderkultur zunächst wie eine Hiobsbotschaft geklungen haben muss, entpuppte sich auf der Bühne als Glückstreffer. Puppenspielerin Dörte Kiehn vom Tandera Tournee-Theater sprang kurzfristig für die erkrankte Kollegin vom Figurentheater Ambrella ein und zauberte eine schöne Geschichte aus dem Trolley.

Donnerstag, 23.02.2017, 13:02 Uhr

Die Ratten Johnny und Sibrille lehren Spatz Friedrich mit List und Abflugrampe das Fliegen. Die Geschichte vom „Ratzenspatz“ spielte Dörte Kiehn vom Tandera Tournee-Theater.
Die Ratten Johnny und Sibrille lehren Spatz Friedrich mit List und Abflugrampe das Fliegen. Die Geschichte vom „Ratzenspatz“ spielte Dörte Kiehn vom Tandera Tournee-Theater. Foto: Dietlind Ellerich

Was für Horst Meyer und Ellen Kutschwalski, Organisatoren der Westerkappelner Kinderkultur, zur Primetime am Dienstagabend zunächst wie eine Hiobsbotschaft geklungen haben muss, entpuppte sich am Mittwochnachmittag auf der Bühne als Glückstreffer. Puppen- und Schauspielerin Dörte Kiehn vom Tandera Tournee-Theater konnte kurzfristig für die erkrankte Kollegin Heike Klockmeier vom Figurentheater Ambrella einspringen, und so gab es zur fünften Kiku-Vorstellung der Saison statt des Doppelmärchens „Die Schöne … & der Froschkönig“ das Theaterstück „Ratzenspatz“ .

Die Kleinen im Publikum hatten mit der Umstellung von Amphibie auf Vogel und Säugetier kein Problem, zumal Kiehns Auftakt tatsächlich so herüberkam, als würde sie mal eben aushelfen.

Mit einem Trolley kam sie auf die Bühne und begann zunächst einmal die Kulisse aufzubauen. Da war Fantasie gefragt, als der Garderobenständer zum Baum, der Mantel zum Stamm und der Trolley auf dem Tisch zum Keller wurde – damit auch wirklich alle gut sehen konnten, was darin passierte.

Die Reduzierung auf möglichst wenige Requisiten hat sich die Puppenspielerin auf die Fahne geschrieben, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, selber Fantasie zu entwickeln. Die Kleinen seien heutzutage so vielen Reizen ausgesetzt, dass sie sich in der Bühnenausstattung bewusst zurücknehme, erklärt Kiehn.

Ob es das war, was den Kids am Mittwoch soviel Spaß gemacht hat ? Die Puppenspielerin freute sich jedenfalls nicht nur über Applaus, sondern auch über jede Menge Lob aus Kindermund. „Du warst gut“, wollte ein Mädchen noch loswerden, als es an Dörte Kiehn vorbei zum Ausgang ging. Andere Kids schlossen sich an.

Vielleicht war es aber auch die schöne Geschichte vom „Ratzenspatz“ nach dem Buch von Rudolf Herfurtner, die das junge Publikum begeisterte. Manches Kind konnte gewiss mit Friedrich, dem Nesthäkchen der Spatzenfamilie, mitfühlen, hatte selber erlebt, wie es ist, wenn die großen Geschwister alles besser können und die Jüngsten ständig damit aufziehen.

Nach seiner ersten erfolglosen Flugstunde bleibt Friedrich allein im Nest. Als dann die Katze sich übers Nest hermachen will, geht alles ganz schnell. Der kleine Spatz fliegt und stürzt ab. Gut dass die Ratten Johnny und Sibrille da sind, ihn pflegen und aufpäppeln, bis alle Verletzungen verheilt sind.

„Vögel müssen fliegen“, sind die beiden überzeugt, dass Friedrich die Flugangst überwinden muss, wenn er zu seine Familie zurückkehren möchte.

Das gelingt ihnen mit List und einer Abflugrampe, die dem kleinen Spatz keine Wahl lässt. „Ab die Post nach Hause“ heißt es für Friedrich, der den Eltern und Geschwistern viel zu erzählen hat.

Das hatten auch die kleinen Zuschauer, als sie abgeholt wurden. Und „Die Schöne … & der Froschkönig“ kommen ein andermal nach Westerkappeln.

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