DRK-Ersthelfer-Wettbewerb in Westerkappeln
Szenarien des Grauens

Westerkappeln -

Sieben DRK-Teams aus vier Kommunen haben am Wochenende in Westerkappeln ihr Können als Sanitäter bewiesen. Sieger beim Kreiswettbewerb Tecklenburger Land wurde das Team Ibbenbüren 1 um Gruppenführer Detlef Janßen. Gastgeber Westerkappeln schickte keine Mannschaft ins Rennen.

Sonntag, 05.03.2017, 14:03 Uhr

Gut versorgt wird Unfalldarstellerin Milena Schröter. Wenn die Westerkappelnerin gerade keine Verletzte simuliert, leitet sie eine Gruppe des Jugendrotkreuzes.
Gut versorgt wird Unfalldarstellerin Milena Schröter. Wenn die Westerkappelnerin gerade keine Verletzte simuliert, leitet sie eine Gruppe des Jugendrotkreuzes. Foto: Ulrike Havermeyer

Sieben DRK-Teams aus vier Kommunen haben am Wochenende in Westerkappeln ihr Können als Sanitäter bewiesen. Sieger beim Kreiswettbewerb Tecklenburger Land wurde das Team Ibbenbüren 1 um Gruppenführer Detlef Janßen . Gastgeber Westerkappeln schickte keine Mannschaft ins Rennen – „weil wir zurzeit leider nicht genug Mitglieder haben“, bedauert Udo Schurgott, stellvertretender Leiter des Ortsvereins.

Die sechs Mitglieder des Teams Ibbenbüren 1 haben sich damit für den Länderwettbewerb am 8. Juli in Hagen qualifiziert. Der Bundeswettbewerb des Deutschen Roten Kreuzes ( DRK ), bei dem sich die besten der besten Sanitäter aus ganz Deutschland messen, wird dann am 16. September in Ibbenbüren ausgetragen. „Darauf freuen wir uns natürlich schon sehr“, beschreibt DRK-Ausbilder Hans-Dieter Horch vom Ortsverein Bevergern. Der 68-Jährige begleitet nicht nur als Schiedsrichter den Kreiswettbewerb in Westerkappeln, sondern entwirft mit seiner Crew auch die Aufgaben für den mit Spannung erwarteten Bundeswettbewerb.

Anders als im Westerkappelner Schulzentrum werden die gestellten Szenarien des Grauens – Reitunfälle, explodierende Küchen, dazu jede Menge Platzwunden und literweise künstliches Blut – in Ibbenbüren sogar vor Publikum präsentiert. „Wir werden mit den Aufgaben für die Teams über die ganze Stadt verteilt in den öffentlichen Raum gehen“, kündigt Schiedsrichter Ulrich Harte an. Dann kann jeder den Sanitätern bei ihrem Job auf die latexbehandschuhten Finger schauen – und im besten Falle selber dazulernen, wie Erste Hilfe am Unfallort funktioniert.

Milena Schröter und Kathrin Maier, Gruppenleiterinnen beim Jugendrotkreuz in Westerkappeln, hat es schlimm erwischt: In breiten Strömen rinnt das Blut aus den Schnittwunden an ihren Unterarmen. Nicht wirklich besser dran ist Alicia Gottschalk aus Dreierwalde, die mit schweren Verbrennungen im Gesicht durch die Kulisse taumelt. Während Milena, Kathrin und Alicia unübersehbar leiden, lehnt Anja Schott entspannt an der Wand und betrachtet die drei Unfallopfer mit einem zufriedenen Lächeln. Schließlich ist sie – als Leiterin der Abteilung „Notfalldarstellung Tecklenburger Land“ – für deren vermeintliche Wunden verantwortlich.

Auch wie man effektvoll leidet, hat Anja Schott den jungen Damen vom Jugendrotkreuz in einer mehrtägigen Fortbildung beigebracht. Denn natürlich bestehen nicht nur Blut und Brandblasen aus professioneller Schminke – auch das Verhalten der Unfallopfer ist einstudiert und auf geradezu schauerliche Weise überzeugend.

Stichwort „einstudiert“: Als das Team Ibbenbüren 1 die Szene betritt, spüren Unfallopfer und Schiedsrichter sofort, dass die sechs Sanitäter über eine beruhigende Portion Erfahrung und Übersicht verfügen: Schnell haben die Ersthelfer die Situation erfasst, jeder Griff sitzt. Die Patienten werden so umsichtig wie kompetent versorgt – auch mit tröstenden Worten. „Das ist sehr wichtig, dass die Sanitäter die Verletzten immer wieder ansprechen“, erklärt Hans-Dieter Horch, „und ihnen erklären, was da jetzt mit ihnen passiert.“ Auch dann, wenn die Unfallopfer bewusstlos seien. „Keine Taten ohne Worte“, mahnt Horch.

Ersthilfe wie aus dem Lehrbuch liefert das Team Ibbenbüren 4 um Gruppenführer Andreas Voß ab. Aber den Kreiswettbewerb gewinnt es nicht. „Die Mannschaft Ibbenbüren 4 startet hier außer Konkurrenz“, bestätigt Gastgeber Udo Schurgott. Und das aus gutem Grund: Als amtierender Bundessieger sollen und wollen die Ibbenbürener den anderen Mannschaften die Chance des Sieges überlassen. Fazit von DRK-Ausbilder Hans-Dieter Horch: „Das, was die Teams hier heute gezeigt haben, hat mich wirklich begeistert.“

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