Bedarfsfläche für Altenpflegeheim steht jetzt zum Verkauf
Ein „sehr interessantes“ Grundstück

Westerkappeln -

Die Gemeinde hält Ausschau nach nach einer Fläche, die sie für den sozialen Wohnungsbau erschließen kann. Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer kann möglicherweise dabei geholfen werden. Denn am westlichen Ortsrand steht jetzt ein Fläche zum Verkauf, auf der einmal ein Altenheim entstehen sollte.

Donnerstag, 16.03.2017, 16:03 Uhr

Das Grundstück nördlich der Gleise der Tecklenburger Nordbahn ist rund 5700 Quadratmeter groß. Östlich davon sind vor einigen Jahren mehrere Häuser für barrierefreies Wohnen gebaut worden.
Das Grundstück nördlich der Gleise der Tecklenburger Nordbahn ist rund 5700 Quadratmeter groß. Östlich davon sind vor einigen Jahren mehrere Häuser für barrierefreies Wohnen gebaut worden. Foto: Frank Klauasmeyer

Die Gemeinde Westerkappeln ist auf der Suche nach einer Fläche, die sie für den sozialen Wohnungsbau erschließen kann. Am Gartenmoorweg verfügt sie selbst über zwei in Frage kommende Bauplätze. Man halte aber auch Ausschau nach Alternativen, hat Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer jüngst erklärt. Der Verwaltungschefin kann möglicherweise dabei geholfen werden. Denn am westlichen Ortsrand steht jetzt ein großes Grundstück zum Verkauf.

Am Ende des Wendehammers der Erich-Schröer-Straße liegt seit Jahren eine exakt 5707 Quadratmeter große Fläche brach. Eigentümer ist Frank Plaumann aus Saerbeck. Der hatte das Grundstück 2004 gemeinsam mit dem Betreiber des Seniorenzentrums Metten aus dem Betriebsgelände von Coppenrath & Wiese erworben. Nach der Insolvenz des Seniorenzentrums Anfang 2005 wurde er alleiniger Eigentümer.

Plaumann, der in seiner Heimatgemeinde Gesellschafter des Seniorenzentrums am See ist, wollte damals auch in Westerkappeln ein Altenpflegeheim bauen; anfangs war von 70 Plätzen die Rede, danach sogar von einer Einrichtung mit 80 bis 100 Betten. Doch die Kalkulationen gingen wohl nicht auf. „Die Marktlage im Altenpflegebereich ist sehr schwierig“, sagt Plaumann. Jetzt hat er sich zum Verkauf des Geländes durchgerungen. „Ich habe ein Alter erreicht, wo es sich nicht mehr lohnt, etwas Neues anzufangen“, erklärt der 64-Jährige.

Mit der Vermarktung hat er die Osnabrücker Filiale der PlanetHome Group beauftragt, die sich nach eigenen Angaben auf die Vermittlung von privat genutzten Kauf-Immobilien spezialisiert hat. Für 575 000 Euro wird das Grundstück derzeit angeboten, also etwa 100 Euro pro Quadratmeter.

Mit Blick auf die Bodenrichtwertkarte des zentralen Informationssystems für den Immobilienmarkt in Nordrhein-Westfalen     (BORISplus.NRW) scheint das kein Mondpreis zu sein. Der Richtwerte für die Grundstücke in den benachbarten Wohngebieten (Kleestraße und Erich-Schröer-Straße) liegen bei 105 beziehungsweise 115 Euro pro Quadratmeter. Eduard Schwarzkopf, Immobilienberater bei PlanetHome, hält den Preis angesichts der Lage für realistisch. Diese habe sich durch den Bau des Einkaufszentrums an der Heerstraße ja sogar noch verbessert, meint Plaumann, der sich optimistisch gibt, dass sich seine Preisvorstellungen realisieren lassen.

Für die Gemeinde sei die Fläche „sehr interessant“, betont die Bürgermeisterin. Sie habe schon vor drei Jahren mit Plaumann Gespräche geführt. Doch ein Geschäft kam damals nicht zustande, wohl auch, weil dem Rat der Kaufpreis zu hoch war, wie der Eigentümer zwischen den Zeilen durchblicken lässt.

Ein mögliches Problem für den Verkäufer: Das Gelände kann derzeit nur für ein Altenheim genutzt werden. Dies sei im Flächennutzungsplan so festgeschrieben, erklärt Große-Heitemyer. Das dürfte den Kreis der potenziell Interessenten mächtig einschränken, wenngleich die Bürgermeisterin nach eigenen Worten vielleicht einen Investor für eine Pflegeeinrichtung an der Hand hat. Für eine andere Bebauung müsse allerdings der Flächennutzungsplan geändert werden. Dass dies der Rat als Druckmittel für die Preisgestaltung nutzen könne, erscheint zumindest nicht ausgeschlossen.

Dass die Gemeinde die große Fläche selbst kauft, ist jedoch gar nicht Große-Heitmeyers Ziel. „Ich möchte lieber zwischen dem Eigentümer und einem Investor vermitteln.“ Letztgenannter könne dann vielleicht auch jemand sein, der Sozialwohnungen baut.

Dass eine Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn die Vermarktung erschweren könnte, glaubt Frank Plaumann nicht. Erstens könne ein Bahnhof in unmittelbarer Nähe ja auch ein Vorteil sein. Zweitens ist er sehr skeptisch, was die Wiederbelebung der Gleise angeht. „Darüber wurde auch schon 2004 diskutiert. Ich glaube das erst, wenn die Züge wirklich rollen.“

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