Westerkappeln und Mettingen fordern Umsetzung des Rettungdienstbedarfsplanes
„Eher heute als morgen“

Westerkappeln -

Eigentlich scheint der Neubau einer Rettungswache an der Mettinger Straße in Westerkappeln ja in trockenen Tüchern zu sein. Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer und ihre Mettinger Kollegin Christina Rählmann befürchten aber anscheinend, dass die für den 28. März im Kreisausschuss vorgesehene Verabschiedung des Rettungsdienstbedarfsplan doch noch schief gehen könnte.

Sonntag, 19.03.2017, 15:03 Uhr

Zwei Rettungswagen sollen empfehlen die Gutachter für Westerkappeln, dazu einen Krankentransportwagen. In Mettingen soll überdies ein Notarzteinsatzfahrzeug stationiert werden. Die beiden Gemeidnen pochen darauf, dass dieser Bedarfsplan jetzt so wie im Entwurf beschlossen wird.
Zwei Rettungswagen sollen empfehlen die Gutachter für Westerkappeln, dazu einen Krankentransportwagen. In Mettingen soll überdies ein Notarzteinsatzfahrzeug stationiert werden. Die beiden Gemeidnen pochen darauf, dass dieser Bedarfsplan jetzt so wie im Entwurf beschlossen wird. Foto: Frank Klausmeyer

In einem gemeinsamen Brief an Landrat Dr. Klaus Effing appellieren sie, den Entwurf zu beschließen. Ohne eine positive Entscheidung könne die erforderliche Notfallversorgung nicht umgesetzt werden, „was für unsere Kommunen untragbar und inakzeptabel wäre“, heißt es in der Stellungnahme.

Ohne dass Große-Heitmeiyer und Rählmann dieses explizit erwähnen, scheinen sie eine Stellungnahme aus Ibbenbüren als Störfeuer zu empfinden. Denn in der Bergmannstadt wird die geplante Verlagerung einer der beiden Notarztwagen nach Mettingen abgelehnt.

Die beiden Bürgermeisterinnen weisen in ihrem Schreiben noch einmal auf einige Kernaussagen des Gutachtens zum Rettungsdienstbedarfsplan hin: Danach müsse der Rettungsdienst im Kreis Steinfurt in den kommenden zwei Jahren massiv ausgeweitet werden muss.

Im Detail bedeute dies „eine Ausdehnung in der Fläche des Kreises Steinfurt von bisher 12 auf 15 Wachen, die Aufstockung der Personalvorhaltung von bisher rund 282 400 pro Jahr um circa 38 000 bei den Stationsgemeinden und Hilfsorganisationen, was insgesamt mindestens 20 Kräften entspreche, die Aufstockung der vertraglich fixierten Dienste von Notärzten von bisher rund 43 600 Stunden auf etwa 7250 Stunden per anno sowie die Ausweitung des Fahrzeugbestandes von 17 auf 19 Rettungswagen (RTW), von sieben auf 9 vollwertige Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) sowie von sieben auf zehn Krankentransportwagen (KTW). Darüber hinaus kämen elf Reserve-Fahrzeuge (fünf RTW, drei NEF und drei KTW) hinzu.

Für die Gemeinden Westerkappeln und Mettingen bedeute dies, dass in Mettingen künftig ein neues NEF von montags bis freitags mit je zwölf Stunden stationiert sein werde und in Westerkappeln ein zweiter RTW mit täglich neun bis zehn Stunden einsatzbereit wäre. Außerdem sei ein KTW in Westerkappeln erforderlich.

Das Gutachten kommt nach Darstellung der beiden Bürgermeisterinnen „eindeutig zu dem Ergebnis, dass jetzt schon der rettungsdienstliche Bedarf in unserer ländlichen Region vorhanden ist und derzeit nicht abgedeckt werden kann.“ Permanent steigende Einsatzzahlen zeigten deutlich auf, dass die aus dem Gutachten hervorgehenden Empfehlungen und umzusetzenden Maßnahmen „eher heute als morgen“ zu verwirklichen seien. „Deshalb ist es aus unserer Sicht zwingend notwendig, den aktuellen Rettungsdienstbedarfsplan zu verabschieden“, erklären Große-Heitmeyer und Rählmann unisono.

Beide Politikerinnen zeigen sich überzeugt, dass mit der Stationierung der genannten Rettungsmittel in Westerkappeln und Mettingen positive Effekte auch für die benachbarten Städte und Gemeinden einhergehen und insgesamt die Umsetzung der aufgeführten Maßnahmen für den Kreis Steinfurt in seiner Gesamtheit ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sei. „Nach unserem Dafürhalten hindert die umgehende Umsetzung der Maßnahmen auf der Grundlage des Rettungsdienstbedarfsplanes nicht eine spätere erneute Beauftragung eines Gutachters und eine sich daraus ergebende weitere Fortschreibung des Bedarfsplanes“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4712332?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F4852225%2F4852226%2F
Nachrichten-Ticker