Keine wachsende Arbeitslosigkeit in der Region durch das Ende des Bergbaus
Das Schreckgespenst ist verscheucht

Tecklenburger Land -

2018 ist Schluss. Die Zeche in Ibbenbüren schließt. Der Arbeitsmarkt rund um Ibbenbüren ist aber aufnahmefähig. „Die oft als Schreckgespenst an die Wand gemalte Arbeitslosigkeit in der Region wird es nicht geben!“, ist Arbeitsdirektor Jörg Buhren-Ortmann optimistisch.

Freitag, 24.03.2017, 17:03 Uhr

Es läuft rund auf dem Bergwerk, sie lächeln: die Betriebsräte Uwe Wobben und Markus Gerweler, Friedhelm Hundertmark von der IGBCE sowie Geschäftsführer Dr. Heinz-Werner Voß und Arbeitsdirektor Jörg Buhren-Ortmann (v.l.).
Es läuft rund auf dem Bergwerk, sie lächeln: die Betriebsräte Uwe Wobben und Markus Gerweler, Friedhelm Hundertmark von der IGBCE sowie Geschäftsführer Dr. Heinz-Werner Voß und Arbeitsdirektor Jörg Buhren-Ortmann (von links). Foto: Peter Henrichmann

Lange wird es nicht mehr dauern, dann braucht die RAG Anthrazit das Bürgerhaus nicht mehr. 1250 Beschäftigte sind es noch, ein Drittel ist bei der Arbeit, ein Drittel erholt sich davon und ein Drittel kommt zur Betriebsversammlung. Der Saal war halb voll - was als „gut besucht“ gelten kann.

Umfassende Infos an die Mitarbeiter weitergeben, das ist wichtig für die Führungsriege des Bergwerkes . „200 Folien in weniger als zwei Stunden“, scherzt Geschäftsführer Dr. Heinz-Werner Voß , hat man durchgezogen: „Die Mannschaft ist nur motiviert, wenn sie Bescheid weiß und sieht, dass wir alles richtig machen.“

Daran gibt es keinen Zweifel: 2016 war ein hervorragendes Jahr. Förderung und Streckenvortrieb wurden übertroffen, der geplante Personalabbau realisiert, der Kostenrahmen eingehalten, die Arbeitssicherheit war so gut wie noch nie. „Die Mannschaft hat einen Bombenjob gemacht !“, sagt Voß.

Engagiert geht es weiter: 2017 werden eine Mio. Tonnen Kohle im Beustfeld und im südöstlichen Mittelfeld gefördert, bis Ende März liegt man um 100 000 Tonnen vor dem Plan. Die Vorleistung wird 477 Meter betragen und Ende März wird es den letzten Durchschlag, die letzte Verbindung zweier Stollen miteinander auf dem Bergwerk geben - mit Blick, auf das Ende 2018 ist das ein historisches Ereignis.

Voran gehen wird es 2017 mit dem Personalabbau: 1035 Mitarbeiter ist die Planzahl für Ende des Jahres, schätzt Arbeitsdirektor Jörg Buhren-Ortmann. „Es funktioniert gut“ ergänzt er. Der Arbeitsmarkt rund um Ibbenbüren ist aufnahmefähig, die großen Betriebe in Lengerich und Mettingen fangen viel auf. „Die oft als Schreckgespenst an die Wand gemalte Arbeitslosigkeit in der Region wird es nicht geben!“, ist Jörg Buhren-Ortmann optimistisch.

Aber ein wenig traurig ist er auch: Ende 2017 gehen die letzten 56 Auszubildenden in ihre Abschlussprüfungen: „Und danach werden wir den Schlüssel rumdrehen“, beschreibt Buhren-Ortmann, dass 150 Jahre hochqualifizierte technische Ausbildung unweigerlich enden werden. Niemals enden werden die Bemühungen in Sachen Arbeitssicherheit: 2016 war - wie gesagt - spitze, aber nach drei Unfällen Anfang 2017 wird man hier weiter besonders intensiv tätig werden: Schulungen, Training, Weiterbildung - Arbeitssicherheit ist das Top-Thema bei der RAG.

Einige weitere Themen hat Friedhelm Hundertmark (IG BCE) bei der Versammlung der Belegschaft angesprochen: Der Tarifvertrag bringt mehr Geld (plus 3,5 Prozent und 600 Euro Einmalzahlung), das freut den Gewerkschafter. Geärgert hat er sich - und hat das in der Versammlung auch gesagt - über seiner Meinung nach unfaire Vorwürfe gegen die Gewerkschaft in Sachen Deputatkohle. Präziser werden wollte er im laufenden Verfahren aber nicht.

„Der Aufsichtsrat hat uns aufgetragen, dass wir die Mannschaft in Ibbenbüren mal schwer loben sollen!“

Geschäftsführer Dr. Heinz-Werner Voß freut sich, dass alles rund läuft - und hat das dicke Lob gerne ausgerichtet.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4724443?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F4852225%2F4852226%2F
Nachrichten-Ticker