Team Tolksdorf startet in die neue Saison
„Am besten alles gewinnen“

Westerkappeln-Velpe -

„Am besten gewinnt man alles“, gibt Jan Tolksdorf die Parole für Autocross-Saison 2017 aus. Dabei waren er und sein Teamkollege Niklas Lang schon vergangenes Jahr ziemlich erfolgreich unterwegs.

Mittwoch, 12.04.2017, 19:04 Uhr

Startklar für die neue Saison sind Jan Tolksdorf (links) und Niklas Lang. Dessen Buggy schwebt hier auf der Hebebühne über dem Opel Corsa seines Kumpels.
Startklar für die neue Saison sind Jan Tolksdorf (links) und Niklas Lang. Dessen Buggy schwebt hier auf der Hebebühne über dem Opel Corsa seines Kumpels. Foto: Frank Klausmeyer

Niklas Langs Liebling hat abgespeckt. Jedes Pfund weniger macht seinen giftgrünen Flitzer schneller und bringt den Velper Jung einem Titel vielleicht ein bisschen näher. Am Wochenende kann er zeigen, ob die Schrauberei etwas gebracht hat. Dann beginnt für das Team Tolksdorf die neue Saison.

Und ab sofort sind Lang und sein Kumpel Jan Tolksdorf bis zum Herbst an den Wochenenden kaum noch zu Hause. Wieder um die 20 Rennen wollen die beiden Autocross-Piloten fahren. Dabei ist der erste Lauf zur Südwest-Deutschen Meisterschaft in Krautscheid – nahe der Grenze zu Luxemburg – nur ein Test unter Wettkampfbedingungen. „Das nutzen wir noch einmal als Training, bevor es in drei Wochen richtig los geht“, sagt Jan Tolksdorf. Für die kommende Saison 2017 will das Team offensichtlich nichts dem Zufall überlassen. Vergangenes Wochenende haben sie bereits in Extertal bei Hannover getestet. „Das lief ganz gut“, ist Tolksdorf optimistisch für die kommenden Rennen.

jan Tolksdorf fährt einen 90 PS starken Opel Corsa. Nach Serienauto sieht der Wagen nur optisch aus.

jan Tolksdorf fährt einen 90 PS starken Opel Corsa. Nach Serienauto sieht der Wagen nur optisch aus. Foto: privat

Der Landschaftsgärtner sitzt auch dieses Jahr hinter dem Lenkrad eines 90 PS starken Opel Corsa, der nur äußerlich einem für den Straßenverkehr zugelassenen Kleinwagen ähnelt. Tolksdorf startet damit in der Autocross-Klasse 1: Tourenwagen bis 1400 Kubikzentimeter. Der optische Eindruck muss der Serie entsprechen – aber eben nur die Optik.

Über den Winter hat der 23-Jährige einige Veränderungen vorgenommen: Ein anderer Tank wurde ein-, eine neue Auspuffanlage angebaut und diverse Lichtschalter installiert. Damit darf er diese Saison bei den sechs Rennen des vom ADAC veranstalteten Deutschland-Cups an den Start gehen. „Das Reglement gilt dann auch für die anderen Serien“, erläutert der Rennfahrer.

Niklas Lang nimmt nur ein oder zwei Rennen vom Deutschland-Cup mit, will sich ansonsten auf andere Meisterschaften konzentrieren. Dabei vertraut der Maler und Lackierer wieder auf seinen Buggy Marke Eigenbau, in dessen Heck der getunte Motorradmotor einer Kawasaki Ninja bissig aufheult.

Der Buggy von Niklas Lang wird von einem Motorrad-Motor angetrieben.

Der Buggy von Niklas Lang wird von einem Motorrad-Motor angetrieben. Foto: privat

Nicht nur am Gewicht des Buggys hat Lang gearbeitet, auch sonst wurden wie am Fahrwerk ein paar Kleinigkeiten verändert. „Irgendetwas findet man immer, was man besser machen kann“, meint Tolksdorf, dessen Team eine Scheune auf dem elterlichen Hof an der Hagelstraße in Velpe als Werkstatt nutzt.

Vergangene Saison waren die beiden jungen Männer ziemlich erfolgreich unterwegs. Tolksdorf hat mit seinem Corsa den Titel in der Westdeutschen Meisterschaft (WACV) geholt, ist Vize-Meister beim Nordwestdeutschen Autocrossverband (NWDAV) geworden und immerhin Vierter in der Meisterschaftswertung des Deutschen-Rallye-Cross-Verbandes (DRCV). Niklas Lang fuhr ebenfalls vorne mit, belegte am Saisonende in seiner Serie dritte Plätze beim NWDAV und DRCV.

„Am besten gewinnt man alles“, gibt Tolksdorf die Parole für dieses Rennjahr aus. Auf den Regalen in der Werkstatt reihen sich schon jetzt fast 100 Pokale aneinander. „Könnte man auch mal putzen“, sagt der Velper schmunzelnd und pustet den Staub von seiner Lieblingstrophäe, dem Eibach-Huwi-Cup, den er vergangenes Jahr gewonnen hat.

Pokale hat Jan Tolksdorf in den vergangenen Jahren reichlich gewonnen.

Pokale hat Jan Tolksdorf in den vergangenen Jahren reichlich gewonnen. Foto: Frank Klausmeyer

Rund 20 Rennwochenenden im Jahr, das kostet. „Letztes Jahr habe ich drei Motoren gebraucht, dann wird die Saison schon etwas teurer“, erzählt Tolksdorf. Sponsoren sind deshalb natürlich immer willkommen und Preisgelder wichtig, weil sie helfen, das exklusive Steckenpferd zu finanzieren. Lang und Tolksdorf sprechen von einem Budget im „deutlich fünfstelligen Bereich“.

Am letzten Aprilwochenende wird es fürs Team Tolksdorf richtig ernst. Dann steht im niedersächsischen Itterbeck das erste Wertungsrennen in der Deutschen-Rallye-Cross-Meisterschaft auf dem Rennkalender. Und ganz gespannt fiebern Lang und Tolksdorf schon jetzt dem 9. und 10. September entgegen. Denn der ATC Osnabrück, der seine Wurzeln in der Hasestadt hat und bei dem Jan Tolksdorf seit Jahresbeginn stellvertretender Vorsitzender ist, veranstaltet nach zwei Jahren Pause wieder ein Heimrennen. Weil der Danebrock-Ring in Tecklenburg-Ledde nicht mehr zur Verfügung steht, musste der ATC eine neue Strecke suchen und ist fündig geworden. Aber erst wenn das Ganze wirklich spruchreif ist, will der Club mehr dazu verraten.

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