Rettungswache Westerkappeln
Provisorium wird erweitert

Westerkappeln -

Am Bullerteich wird zurzeit gebaut. Mit einer seit langem und von vielen Badegästen ersehnten Sanierung des Freibades hat das aber nichts zu tun: Zwischen dem Bullerteichgebäude und der Garage des Deutschen Roten Kreuzes wird ein großes Carport errichtet. Schon ab kommender Woche werden dort neue Blaulichtfahrzeuge untergestellt.

Mittwoch, 26.04.2017, 14:04 Uhr

Ortstermin auf der Baustelle: Helmut Heuing, Leiter des Kreisordnungsamtes, Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Karl-Heinz Fuchs, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Steinfurt, Günter Rahmeier, Leiter Ordnungsamt Westerkappeln, Architekt Christoph Borgschulte (Kresi) und Bauamtsleiter Patrick Lenz informierten am Mittwoch über die provisorische Garage für die provisorische Rettungswache am Bullerteich.
Ortstermin auf der Baustelle: Helmut Heuing, Leiter des Kreisordnungsamtes, Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Karl-Heinz Fuchs, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Steinfurt, Günter Rahmeier, Leiter Ordnungsamt Westerkappeln, Architekt Christoph Borgschulte (Kresi) und Bauamtsleiter Patrick Lenz informierten am Mittwoch über die provisorische Garage für die provisorische Rettungswache am Bullerteich. Foto: Frank Klausmeyer

Der erst Ende März verabschiedete Rettungsdienstbedarfsplan für den Kreis Steinfurt soll zügig umgesetzt werden. Zum 1. Mai werden danach ein zweiter Rettungswagen und ein Krankentransportfahrzeug dauerhaft in Westerkappeln stationiert. Da der geplante Bau einer neuen Wache an der Mettinger Straße (WN berichteten) sich noch hinziehen wird, muss ein Provisorium her.

Rund 100 Quadratmeter Stellfläche stellt die Gemeinde dem Kreis am Bullerteich zur Verfügung. Sie ist zwar auch Bauherrin, bezahlen muss das Carport aber der Kreis. Die Kosten für das Provisorium hielten sich mit einem vierstelligen Betrag in Grenzen, betont Helmut Heuing , Leiter des Kreisordnungsamtes.

In Marsch gesetzt werden die Fahrzeuge erst Mitte Mai. „Die neuen Rettungsassistenten müssen noch eingewiesen werden“, erläutert Heuing. Dazu gehörten beispielsweise die detaillierte Vermittlung von Rettungswegen, der Lage und Struktur der Krankenhäuser in der Umgebung oder der Umgang mit dem Digitalfunk. Beschäftigt sind die in Westerkappeln stationierten Rettungskräfte beim DRK .

Und wo bleibt das Personal, wenn es nicht im Einsatz ist ? „Wir haben das Gebäude optimal ausgenutzt“, sagt Heuing. Die Rettungsassistenten sind übergangsweise im früheren DRK-Heim am Bullerteich untergebracht und können die Aufenthaltsräume im gegenüberliegenden Feuerwehrgerätehaus mitnutzen. Zwischenzeitlich hatte die Gemeinde in Erwägung gezogen, einen Teil der ebenfalls im Bullerteichgebäude vorhandenen Vereinsräume des Heimatvereins zu belegen. Dies sei aber nicht mehr erforderlich, sagt Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer.

Dass der Kreis, dem ja auch die Bauaufsicht unterliegt, in eigener Sache Bauanträge binnen vier Wochen durchwinkt, sei nicht so, betont Heuing auf Nachfrage. Der Entwurf für den Rettungsdienstbedarfsplan sei schon lange bekannt. Demzufolge habe es bereits im Sommer vergangenen Jahres Gespräche mit der Gemeinde über die Übergangslösung gegeben.

Dass sich Rettungswagen und Besucher des Bullerteichs in der bevorstehenden Badesaison unliebsam in die Quere kommen könnten, glauben Kreis- und Gemeindeverwaltung nicht. Es sei genügend Platz da, damit die Einsatzfahrzeuge im Notfall problemlos ausrücken könnten. Falschparker seien aber gewarnt: Wer im Weg steht, werde abgeschleppt, stellt der Westerkappelner Ordnungsamtsleiter Günter Rahmeier klar.

Nichts ist oft so beständig wie ein Provisorium. Die Unterbringung der Rettungswache am Bullerteich soll jedoch kein Dauerzustrand bleiben, versichern Kreis und Gemeinde Westerkappeln unisono.

Ob die neue Rettungswache an der Mettinger Straße aber tatsächlich im kommenden Jahr, wie zuletzt in Aussicht gestellt, den Betrieb aufnehmen kann, ist fraglich. Helmut Heuing ziert sich mit einer Festlegung. Christoph Borgschulte, Architekt beim Kreis, rechnet mit drei Monaten Zeit für das Ausschreibungsverfahren und etwa sieben Monaten reiner Bauphase. „Wir werden aber nur bauen, wenn Rechtssicherheit besteht“, gibt Heuing zu bedenken. Will heißen: Es muss erst Baurecht geschaffen werden.

Im Westerkappelner Rathaus wird zwar an der dafür erforderlichen Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes gearbeitet, ob die Pläne dieses Jahr noch beschlussreif werden, ist offen. Große-Heitmeyer spricht davon, dass die Ratsgremien sich „relativ zeitnah“ mit dem Thema beschäftigen würden. Konkreter will sich die Verwaltungschefin lieber nicht festlegen. Vor allem gehe es darum, vernünftige Entwürfe vorzulegen, erklärt die Bürgermeisterin auch mit Hinweis auf den ebenfalls an der Mettinger Straße geplanten Neubau eines Feuerwehrgerätehauses. Auch dafür müsse die Politik noch grünes Licht geben.

Große-Heitmeyer setzt deshalb auf Genauigkeit statt Tempo. Neue Entwicklungen könne man nie ausschließen, sagt sie und erinnert an die „Baugeschichte“ der Rettungswache Westerkappeln: Vor dreieinhalb Jahren sei von nur einem Rettungswagen auf dem Gelände des Bauhofes die Rede gewesen. „Jetzt sprechen wir über drei Fahrzeuge an der Mettinger Straße und ein neues Feuerwehrgerätehaus.“

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