Sportfreunde Lotte
Neuer Rasen: Gemeinde übernimmt 40 Prozent

Lotte -

Die Sportfreunde Lotte benötigen einen neuen Rasen. Die Vielzahl der Spielausfälle in der laufenden Saison sind Beleg genug. Deshalb hat der Verein einen Antrag an die Gemeinde gestellt. Doch die übernimmt nur 40 Prozent der Kosten – aus rechtlichen Gründen.

Freitag, 28.04.2017, 19:04 Uhr

Nicht nur der „Schnee-Einsatz“ v or dem Pokalspiel gegen 1860 München hat gezeigt, in welchem Zustand sich der Rasen im Frimo-Stadion befindet.
Nicht nur der „Schnee-Einsatz“ v or dem Pokalspiel gegen 1860 München hat gezeigt, in welchem Zustand sich der Rasen im Frimo-Stadion befindet. Foto: Uwe Wolter

Es ist entschieden: 152 000 Euro und damit 40 Prozent der Gesamtkosten nimmt die Gemeinde Lotte für den neuen Rasen im Frimo-Stadion in die Hand – wesentlich weniger, als die Sportfreunde sich erhofft hatten. Dies entschied der Haupt- und Finanzausschuss mehrheitlich.

380 000 Euro aus dem Gemeindehaushalt für die Erneuerung des Bodenaufbaus und des Rasens beantragte der Verein in einem Schreiben, das Ende März bei der Verwaltung einging. Die Sportfreunde sind der Auffassung, dass die Gemeinde als Eigentümer der Rasenfläche auch für die Instandsetzung aufkommen solle – genauso, wie bei allen anderen Sportplätzen in Lotte auch.

Seit Wochen beschäftigt der Rasen die Lotter Gemüter, denn die Wasserdurchlässigkeit des Spielfeldes ist nicht mehr ausreichend gegeben, sodass vor allem in der Winterzeit und nach längeren Regenfällen der Platz nicht bespielbar ist. Nun will der Verein handeln, um den Spielbetrieb der nächsten Drittliga-Saison nicht zu gefährden. Neben einem neuen Rasen soll zeitgleich auch die notwendige Rasenheizung eingebaut werden. Kosten: Rund 250 000 Euro, die vom Verein selbst gezahlt werden. Bei den 380 000 Euro für das Grün hingegen sieht man die Gemeinde in der Pflicht. Doch so einfach ist das nicht.

„Die Förderung von Wirtschaftsunternehmen ist grundsätzlich nicht zulässig“, erklärt Kämmerer Jörg Risse. Der Sportplatz werde nicht nur, aber überwiegend von der Drittligamannschaft – dem Wirtschaftsbetrieb – genutzt. Derzeit könne der Platz nicht wesentlich für den Schul- und Breitensport genutzt werden, um die Ligaspiele nicht zu gefährden. Nach rechtlicher Abwägung sei daher eine 100-prozentige Finanzierung der neuen Rasenfläche durch die Gemeinde gar nicht möglich. Zwar habe der Verein erklärt, der Platz werde zu 85 Prozent durch den gemeinnützigen und nur zu 15 Prozent vom wirtschaftlichen Geschäftsbereich genutzt. Diese Zahlen seien jedoch noch aus dem Jahr 2014 – vor dem Aufstieg der Fußballer in die dritte Bundesliga.

Das diese Zahlen auch heute noch so aussehen würden, zweifelten besonders die Vertreter der Grünen an. Dieter Hörnschemeyer sagte: Wenn es nach ihm ginge, würde der Antrag im Herbst zum neuen Haushaltsjahr in Ruhe beraten. CDU , SPD und FDP hingegen waren sich einig. Das Projekt mit 152 000 Euro und nicht mit der gesamten Summe zu unterstützen sei richtig. Der Platz müsse jedoch dann auch mehr vom Breitensport genutzt werden können. „Wir würden uns freuen, wenn auch mal ein Jugendspiel dort stattfinden könnte“, betonte Werner Schwentker (CDU).

Wie die Sportfreunde diese Entscheidung aufnehmen, ist offen. Bürgermeister Rainer Lammers sagte am Ende der Sitzung nur: Der Verein werde laut Manfred Wilke in finanzielle Nöte geraten. Wilke war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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