Kulturhof Westerbeck
Anfassen ausdrücklich erlaubt

Westerkappeln -

In Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Schnake in Münster-Hiltrup ist auf der weitläufigen Hofanlage und in der Remise des Kulturhofes eine eindrucksvolle Ausstellung entstanden, die den Fokus auf „Die Bildhauer aus Zimbabwe“ legt.

Dienstag, 02.05.2017, 14:05 Uhr

War überwältigt vom Andrang der Besucher: Kulturhofchef Raimund Beckmann.
War überwältigt vom Andrang der Besucher: Kulturhofchef Raimund Beckmann. Foto: Dietlind Ellerich

Fünf Torten ergeben je nach Größe 60 bis 80 Leckerbissen. In den vergangenen Jahren reichte diese Menge aus, um auf dem Kulturhof Westerbeck am Tag der Saisoneröffnung, die traditionell auf den ersten Mai fällt, alle Besucher glücklich zu machen.

Am Montag ging die Rechnung nicht ganz auf. Allein in der ersten Stunde kamen so viele Leute wie sonst über den ganzen Tag verteilt, so dass die von Kulturhofherrin Barbara Beckmann gezauberten süßen Köstlichkeiten schnell zur Neige gingen.

Nichtsdestotrotz war ihr Ehemann Raimund Beckmann vom Andrang der vielen Menschen überwältigt. Gewohnt umtriebig war der 79-jährige auf dem idyllischen Anwesen am Burgweg unterwegs, um alte Bekannte und neue Gäste zu begrüßen und ihnen den Weg zu den alten und neuen Kunstwerken zu weisen. In bewährter Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Schnake in Münster-Hiltrup ist auf der weitläufigen Hofanlage und in der Remise eine eindrucksvolle Ausstellung entstanden, die den Fokus auf „Die Bildhauer aus Zimbabwe“ legt.

Ganz in ihrem Element sind die Galeristen Bettina und Eberhard Schnake, die die Werke aus Stein im südlichen Afrika ausgesucht und nach Deutschland haben bringen lassen. Es sei faszinierend zu sehen, mit welcher Leidenschaft die Bildhauer arbeiteten, wie ihre Kunstwerke mit Herz, Bauch, Handarbeit sowie jeder Menge Geduld und Muße entstünden, stellt Bettina Schnake mit Blick auf die Skulpturen fest, die zum überwiegenden Teil aus dem sehr harten Serpentin gefertigt sind.

Sorgfältig ausgewählte Motive in vielfältigen Formen und abwechslungsreichen Farben machen die Ausstellung drinnen und draußen zu einem besonderen, auch haptischen Erlebnis, denn Anfassen ist ausdrücklich erlaubt. Nur auf diese Weise kann der Betrachter wohl nachvollziehen, wie sich die Bildhauer auf den Stein eingelassen haben. „Sie lassen sich leiten von dem, was der Stein vorgibt“, erklärt Bettina Schnake. Sie findet es schön, dass die Künstler sich in ihre Arbeit fallen lassen und spüren, was in dem Stein steckt.

Dennoch stehe die Künstlerpersönlichkeit im Vordergrund, verblassten Tradition, Mythen und Riten, machen die Schnakes deutlich, dass die Skulpturen anders als früher als Kunst gefertigt würden.

Zu sehen sind sie auf dem Kulturhof Westerbeck bis zum 3. Oktober an Sonntagen und am Pfingstmontag, jeweils von 13 bis 18 Uhr. Auch das Galerie-Café lädt zum Kunstgenuss ein. In einer Wechselausstellung gibt die Osnabrücker Fotografin und Malerin Brigitte Tegeler-Blanke Einblick in ihr facettenreiches Schaffen. „Nachthimmel, Nebelwand, Blumenteppich, was man so abspeichert in der Natur“, formuliert Raimund Beckmann am Sonntagabend salopp, als er in Tegeler-Blankes Ausstellung einführt.

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