Duo „FranzM“ spielt auf dem Kulturhof Westerbeck
Begeisternd respektlos

Westerkappeln -

„Kein Respekt vor gar nichts“ verleitet Franziska Klimpel und Michael Breitenbach dazu, in einem mazedonischen Hit Notationen eines indischen Ragas unterzubringen. Als Duo „FranzM“ hatten die beiden einen begeisternden Auftritt auf dem Kulturhof Westerbeck.

Mittwoch, 03.05.2017, 15:05 Uhr

Musik aus verschiedenen Teilen der Welt präsentierten Franziska Klimpel am Akkordeon und Michael Breitenbach am Sopransaxofon.
Musik aus verschiedenen Teilen der Welt präsentierten Franziska Klimpel am Akkordeon und Michael Breitenbach am Sopransaxofon. Foto: Dietlind Ellerich

„Froh in den Mai“ statt „Tanz in den Mai“, diese Rechnung ging wenige Stunden vor dem ersten Mai im Galerie-Café des Kulturhofs Westerbecks wunderbar auf. Franziska Klimpel am Akkordeon und Michael Breitenbach am Sopransaxofon waren als Duo „FranzM“ zu Gast und ließen schnell vergessen, dass sie als „Lückenbüßer“ für den erkrankten Akkordeonisten Piotr Rangno kurzfristig eingesprungen waren.

„FranzM“ aus Leipzig, das sei Musik aus verschiedenen Teilen der Welt, erklärt das Paar sein facettenreiches Repertoire von Klezmer und Jazz über Liebeslieder aus Osteuropa und Tango Nuevo bis zu eigenen Kompositionen, die es einfühlsam, mal sinnlich-verspielt, mal flott-fordernd und immer im intensiven Zwiegespräch miteinander präsentiert.

Das Publikum verfolgt das Geschehen auf der kleinen Bühne begeistert, staunend, zuweilen atemlos, und auch Hofherr Raimund Beckmann ist fasziniert vom Spiel, das Klimpel und Breitenbach im gemütlichen Café-Ambiente zwischen Kerzen- und am Sonntagabend tatsächlich auch Sonnenschein zum Besten geben.

„Das ist vom Feinsten, so melodiös habe ich Akkordeon-Musik noch nie erlebt“, kommentiert er die Arrangements des perfekt aufeinander eingespielten Duos, das ihn mit seinen wunderschönen Weisen sogar das eine oder andere Mal zu einem Tänzchen inspiriert.

„Kein Respekt vor gar nichts“ verleitet die beiden Musiker dazu, im Improvisationsteil eines mazedonischen Hits Notationen eines indischen Ragas unterzubringen. Das klingt mal schräg und blechern scheppernd, mal schön und melodisch und kommt bei den faszinierten Zuhörern aber immer ebenso gut an wie die singende Akkordeonistin oder „Escolaso“ und „Zita“ aus Astor Piazzollas „Suite Troileana“, in deren Sätzen der Begründer des Tango Nuevo mit der Frau Zita, „Escolaso“ (Glücksspiel), dem Whisky und dem Bandoneon seine vier großen Lieben vertont.

Ebenfalls aus Piazzollas Feder stammen die Stücke „Oblivion“ und „Libertango“, mit denen sich Breitenbach und Klimpel, nach gut zwei Stunden vom Westerbecker Publikum verabschieden.

Logisch dass Hofherr Beckmann zwischendurch in seinen weitläufigen Anlagen unterwegs gewesen war, um den Tulpenstrauß mit Flora aus dem heimischen Garten aufzupeppen und die Musiker mit Hilfe des kompletten Gebindes sowie jeder Menge Applaus von einer Zugabe zu überzeugen.

Ein gelungener Start in den Mai, ein toller Konzertabend, der jeden bunt geschmückten Maibaum vergessen ließ, an dem aber auch der ursprünglich geplante Topact nicht vergessen wurde. Beckmann setzte ein Schreiben an Piotr Rangno mit den besten Genesungswünschen auf, das alle Anwesenden unterschrieben. Eine schöne Idee!

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