Wahlkrimi im Kreis Steinfurt
Siegreicher SPD-Kandidat Sundermann hatte Niederlage schon eingeräumt

Westerkappeln/Tecklenburger Land -

Mehr Spannung geht nicht. Nach stundenlangem Warten stand am Sonntagabend fest, dass Frank Sundermann sein Landtagsmandat verteidigt hat. Mit nur 701 Stimmen Vorsprung vor Felix Holling (CDU) aus Hopsten gewann der Westerkappelner Sozialdemokrat den Wahlkreis 83 – Steinfurt III. Dabei hatte Sundermann die Wahl schon früh für verloren erklärt.

Sonntag, 14.05.2017, 22:05 Uhr

Ein Kuss für Ehefrau Cordula. Zu diesem Zeitpunkt hatte Frank Sundermann die Wahl schon für verloren erklärt. In einem wahren Nervenkrimi hatte er im Verlauf des Wahlabends aber seinen Rückstand auf Felix Holling.
Ein Kuss für Ehefrau Cordula. Zu diesem Zeitpunkt hatte Frank Sundermann die Wahl schon für verloren erklärt. In einem wahren Nervenkrimi hatte er im Verlauf des Wahlabends aber seinen Rückstand auf Felix Holling. Foto: Frank Klausmeyer/Heinrich Weßling

Als gegen 19.30 Uhr etwa die Hälfte der 141 Stimmbezirke ausgezählt waren, lag Holling rund drei Prozent vor Sundermann . „Das wird nichts mehr“, war Sundermann sich sicher, und sprach von einem „Massaker“, womit er das Abschneiden der gesamten SPD bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl meinte.

Wenig später hielt der 51-Jährige schon so etwas wie eine Abschiedsrede, sprach davon, dass im „Grünen Jäger“ seine Reise zu Ende sei, die er vor sieben Jahren an gleicher Stelle begonnen habe, davon, dass er künftig mehr Zeit für seine Familie, die Kommunalpolitik und für seine Fußballer haben werde und gab seiner Frau Cordula für deren Unterstützung einen dicken Kuss. „Ohne sie hätte ich die vergangenen drei Wochen nicht überstanden.“

Als dann kurz vor 21.30 Uhr feststand, dass er es doch geschafft hat, brandete in der Gaststätte „Grüner Jäger“, wo Sundermann den Wahlabend mit Parteifreunden und Familie verbrachte, riesiger Jubel aus. Gebannt hatten zuvor alle unentwegt auf ihre Smartphones gestarrt und das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Sundermann und Holling verfolgt. Als gut 120 Stimmbezirke ausgezählt waren, lag der Westerkappelner erstmals hauchdünn vor seinem Herausforderer von der CDU .

Die Wahlsieger aus dem Münsterland

1/11
  • Christina Schulze Föcking (CDU), Wahlkreis Steinfurt I

    Foto: Axel Roll
  • Andrea Stullich (CDU), Wahlkreis Steinfurt II

    Foto: dpa
  • Frank Sundermann (SPD), Wahlkreis Steinfurt III

    Foto: SPD
  • Hendrik Wüst (CDU), Wahlkreis Borken I

    Foto: Ralf Sondermann/CDU
  • Heike Wermer (CDU), Wahlkreis Borken II

    Foto: Rupert Joemann
  • Wilhelm Korth (CDU), Wahlkreis Coesfeld I - Borken III

    Foto: CDU
  • Dietmar Panske (CDU), Wahlkreis Coesfeld II

    Foto: Theo Heitbaum
  • Simone Wendland (CDU), Wahlkreis Münster I

    Foto: Oliver Werner
  • Stefan Nacke (CDU), Wahlkreis Münster II

    Foto: Oliver Werner
  • Daniel Hagemeier (CDU), Wahlkreis Warendorf I

    Foto: Jörg Pastoor
  • Henning Rehbaum (CDU), Wahlkreis Warendorf II

    Foto: Christiane Husmann

Um 21.09 Uhr fehlte zwar immer noch das Briefwahlergebnis aus Lengerich, die Stimmung im „Grünen Jäger“ war da aber schon deutlich gelöster. Sundermann lag zu diesem Zeitpunkt mit 700 Stimmen vorne. Glückwünsche wollte er aber noch nicht entgegennehmen. „Ich bin ein abergläubischer Mensch.“

Nach Auszählung aller Stimmen erreichte der SPD-Politiker 40,7 Prozent, Holling kam auf 39,7 Prozent. Vor fünf Jahren hatte Sundermann noch knapp 47 Prozent gewonnen.

Nach dem Herzschlagfinale fiel eine riesige Anspannung von Sundermann. „Ich habe in meinem Leben schon viele tolle Sachen erlebt. Das hier kommt direkt hinter der Hochzeit mit meiner Frau und der Geburt meiner Kinder.“

Felix Holling, der Newcomer, er wurde nach der knappen Niederlage in der Gaststätte Schmiemann in seinem Heimatort Hopsten gefeiert. „Dir gehört die Zukunft“, riefen ihm die Parteifreunde zu. Holling selber sprach am Sonntagabend von einem „tollen Ergebnis“ in diesem Wahlkreis und natürlich auch auf Landesebene. Entscheidend sei das Teamwork gewesen, dass es mit den CDU-Ortsverbänden und den Mitgliedern gegeben habe.

Felix Holling (rechts) wurde in Hopsten, in seinem Heimatort, trotz Niederlage gefeiert. Der CDU-Ortsvorsitzende Werner Üffing überreichte ihm einen Präsentkorb.

Felix Holling (rechts) wurde in Hopsten, in seinem Heimatort, trotz Niederlage gefeiert. Der CDU-Ortsvorsitzende Werner Üffing überreichte ihm einen Präsentkorb. Foto: Heinrich Weßling

Holling räumte ein, „natürlich gerne als Abgeordneter zur Landtagsfraktion“ gefahren zu sein. Aber das Wichtigste sei eine neue Landesregierung, ein neuer Ministerpräsident, das seien Dinge „für die ich gekämpft habe, auch wenn es den Wermutstropfen gibt, nicht das Direktmandat geholt zu haben“.

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