Warum die Gemeinde Westerkappeln noch über ein Straßenausbauprogramm diskutiert
Fahrbahnsanierung ohne Wegekonzept

Westerkappeln -

Fünf-Jahres-Pläne kennt man sonst ja nur aus den sozialistischen Staaten. Bei der Straßensanierung hat sich die Gemeinde Westerkappeln so ein Vorgehen aber zu Eigen gemacht. Die Jahre 2012 bis 2016 sind abgearbeitet, Nächste Woche soll der Rat das Programm für die Jahre 2017 bis 2021 beschließen. Die Diskussion kommt überraschend, weil doch an einem Wegenetzkonzept gearbeitet wird.

Mittwoch, 17.05.2017, 15:05 Uhr

Einige Straßen will die Gemeinde noch dieses Jahr sanieren lassen, obwohl es noch gar kein Wegenetzkonzept gibt.
Einige Straßen will die Gemeinde noch dieses Jahr sanieren lassen, obwohl es noch gar kein Wegenetzkonzept gibt. Foto: Frank Klausmeyer

Fünf-Jahres-Pläne kennt man sonst ja nur aus den sozialistischen Staaten. Bei der Straßensanierung hat sich die Gemeinde Westerkappeln so ein Vorgehen aber zu Eigen gemacht. Die Jahre 2012 bis 2016 sind abgearbeitet, Nächste Woche soll der Rat das Programm für die Jahre 2017 bis 2021 beschließen.

Insgesamt eine Million Euro – rund 200 000 Euro pro Jahr – sollen in die Straßenunterhalt und -ausbau gesteckt werden. Die Vorarbeit hat das Ingenieurbüro Tovar & Partner (IBT) aus Osnabrück bereits geleistet.

Die Diskussion kommt insofern überraschend, weil IBT – wie berichtet – auch an einem Wegenetzkonzept arbeitet, das zeigen soll, wie das Straßennetz im Außenbereich kurz-, mittel- und langfristig genutzt werden kann und in welcher Qualität. Da ließe sich mutmaßen, die Kommune gibt für ein und dieselbe Sache zweimal Geld aus.

Zumindest in diesem Jahr ist das auch ein bisschen so, der Zustand einiger Straßen scheint jedoch so schlecht, dass etwas getan werden muss. Stefan Wiermann , Ingenieur bei IBT, hat deshalb jetzt bei der Beratung im Bauausschuss empfohlen, nicht das ganze Sanierungsprogramm zu beschließen, sondern sich auf 2017 zu beschränken. Auf Antrag der SPD folgten die Politiker dem Vorschlag. Danach bekommen folgende Straßen (in Klammern Sanierungslänge in Metern) eine neue Fahrbahndecke: Buchholz (701), Hülskrappenweg (454 und 511), Waldweg (160 und 220) und Burgweg (990). Insgesamt sollen dafür gut 213 000 Euro aufgewendet werden. Überdies solle dieses Jahr die Hügelstraße erneuert werden, kündigte Mansour Rahmian vom Bauamt an. Die Kosten dafür trage aber die Bürgerwindgesellschaft Mettingen, die den Weg im Zuge der Errichtung ihrer Windkraftanlagen beschädigt habe.

Horst Wieligmann (CDU) schlug vor, einen Teil des Hülskrappenweges zu schieben und stattdessen den Weg „Im Fang“ in Düte zu sanieren. Dieser sehe viel schlechter aus. „Das ist genau die Diskussion, die wir nicht haben wollen“, mahnte Ausschussvorsitzender Winfried Raddatz. „Deshalb brauchen wir ja das Wegenetzkonzept.“

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