Bauausschuss diskutiert über Bahnübergänge in Velpe
Politiker haben klaren Favoriten

Westerkappeln-Velpe -

Wenn es nach den Mitgliedern des Westerkappelner Bauausschusses geht, kommt für das neue Konzept für die Bahnübergänge in Velpe nur eine Möglichkeit in Frage. Einstimmig haben sich die Politiker in ihrer jüngsten Sitzung für eine Variante entschieden, die auch bei den betroffenen Bürgern in Velpe den größten Anklang findet.

Donnerstag, 18.05.2017, 06:05 Uhr

Der Bahnübergang Ringstraße wird aufgegeben, wenn das von Bürgern und Politik favorisierte Konzept zum Tragen kommt.
Der Bahnübergang Ringstraße wird aufgegeben, wenn das von Bürgern und Politik favorisierte Konzept zum Tragen kommt. Foto: Frank Klausmeyer

Wenn es nach den Mitgliedern des Westerkappelner Bauausschusses geht, kommt für das neue Konzept für die Bahnübergänge in Velpe nur eine Möglichkeit in Frage. Einstimmig haben sich die Politiker in ihrer jüngsten Sitzung für eine Variante entschieden, die eine Aufgabe des Übergangs an der Ringstraße und dafür einen Neubau im Bereich des Gattenweges vorsieht.

Die Bürgermeisterin wurde beauftragt, bei den weiteren Gesprächen mit Bahn, Landesbetrieb Straßen NRW und dem Kreis Steinfurt sich für die Umsetzung dieser Variante einzusetzen. Diese Alternative finde bei der Velper Bevölkerung den größten Zuspruch und „sollte nicht mehr zerredet werden“, forderte Jürgen Schulte (Bürgergemeinschaft).

Vier Ausbauvarianten stehen zur Debatte. Die DB Netz AG hatte diese Anfang Mai bei einer Bürgerversammlung in Velpe vorgestellt. Nun wurde der Bauausschuss darüber informiert. Allen Varianten gemein ist, das der Bahnübergang Tecklenburger Straße (L 584) in Form eines sogenannten Trogbauwerkes zur Unterführung umgebaut wird und die Bahnübergänge Sommerkamp und am Siekenweg aufgegeben werden.

Bei den Varianten 1 und 4, die beide auch von der Bahn favorisiert werden, soll die Laggenbecker Straße (K 12) verlängert, nördlich der Gleise mit einer Brücke über die Tecklenburger Straße geführt und mit einer Schleife in Höhe des Holl­esches an die L 584 angeschlossen werden. Parallel dazu würde dann die Straße Am Velper Bahnhof südlich der Schienen ebenfalls als Brücke über die Tecklenburger Straße führen und mit einer Schleife an diese angebunden.

Der Neubau eines Bahnübergangs am Gattenweg hätte für Ellen Stalljohann (SPD) auch den Charme, „dass dann wieder ein Schulbus nach Velpe fahren könnte.“ Das Profil am Übergang an der Ringstraße verbietet dieses nämlich zurzeit, weil die Busse aufsetzen. Stalljohann warnte aber davor, noch weitere Bahnübergänge zu schließen. „Sonst setzen sich die Leute ins Auto.“ Vor allem das sogenannte „Mauseloch“ am Ende der Laggenbecker Straße müsse deshalb für Fußgänger und Radfahrer bestehen bleiben.

Wolfgang Jonas (CDU) lobte den bisherigen Ablauf des Verfahrens. „So weit ich zurückdenken kann, gab es noch nie eine so gute Bürgerbeteiligung.“ Angesichts des Projektvolumens sei dies aber auch angemessen. Insbesondere der Bau der Unterführung und damit einhergehende Umbau der Straßen bedeute „einen gewaltigen Einschnitt in das Leben der Velper Bevölkerung“.

Auf Nachfrage von Jonas versicherte Andreas Tomm, Projektmanager der DB Netz AG, dass die finanziellen Belastungen sich für die Gemeinde Westerkappeln in Grenzen halten werden. Zur Rede steht ein Investitionsvolumen von 12 bis 20 Millionen Euro. Die Kosten teilten sich nach gesetzlicher Vorgabe der Bund, die Bahn und die Straßenbaulastträger zu je einem Drittel. Gefordert wäre die Gemeinde allerdings bei einem möglichen Rückbau des Bahnübergangs Ringstraße, wobei Tomm eine Summe von 70 000 Euro nannte.

Bis zum Sommer will die Bahn sich auf eine Vorzugsvariante für das weitere Verfahren festlegen. Nach jetzigem Stand soll das Projekt Velpe bis Ende 2022 abgeschlossen sein.

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