Glück für Gänse-Küken
Gänse-Küken hat riesiges Glück

Tecklenburger Land -

Unglaublich, aber wahr. Anders lässt sich nicht beschreiben, was sich am Dienstagabend im Lengericher Außenbereich abgespielt hat.

Donnerstag, 18.05.2017, 18:05 Uhr

Unwahrscheinliches Glück hat dieses Gänse-Küken gehabt. Es ist vermutlich von einem Uhu gepackt worden, den Fängen des Räubers entglitten und dann in den Gartenteich der Familie Schneider gefallen. Das knapp 600 Gramm schwere Vögelchen trägt noch sein Daunenkleid, mit dem es nicht fliegen kann. Zuflucht gefunden hat es bei einer Laufenten-Familie bei Tierschützer Roland Adam (Bild rechts).
Unwahrscheinliches Glück hat dieses Gänse-Küken gehabt. Es ist vermutlich von einem Uhu gepackt worden, den Fängen des Räubers entglitten und dann in den Gartenteich der Familie Schneider gefallen. Foto: Familie Schneider

Unglaublich, aber wahr. Anders lässt sich nicht beschreiben, was sich am Dienstagabend im Lengericher Außenbereich abgespielt hat. Die Dämmerung hat eingesetzt, Familie Schneider sitzt auf der Terrasse. Ein lautes „Platsch“ aus Richtung Gartenteich überrascht sie nicht. „Das wird wieder der eine Koi-Karpfen gewesen sein“, denkt der Hausherr.

Als er wenig später ein zartes „Piep, piep“ aus Richtung Teich vernimmt, wird er stutzig. „Der Karpfen kann das nicht sein“, lacht er im Gespräch mit den WN, als er sich an diesen Moment erinnert. Er steht auf, geht zum Gewässer – und traut seinen Augen nicht: Paddelt da doch ein Küken über die Wasseroberfläche. Ein kleiner Schwan im Daunenkleid, denkt er. Fliegen kann der noch lange nicht. Die große Frage: Wie kommt der auf den Teich?

Aufklärung darüber gibt´s am nächsten Morgen. Roland Adam vermutet, dass es sich bei dem „Himmelsfaller“ um ein Kanadagans-Küken handelt. Ein Schwan sei es sicher nicht, so der Tierschützer im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Gewissheit gebe es erst, wenn der kleine Piepmatz herangewachsen sei.

Familie Schneider hatte noch am Dienstagabend bei der Polizei angerufen. „Die haben uns dann die Telefonnummer des Tierschutzes gegeben“, erzählt der Hausherr. Der kleine Findling sei auf Anhieb ganz zutraulich gewesen. Körniges Brot und dann auch Futtersticks für die Koi-Karpfen habe er ganz zutraulich aus der Hand gepickt.

Satt war das kleine Daunen-Knäuel schnell – und wollte sich dann aus dem Staub machen. „Der ist immer wieder vom Teich weggelaufen.“ Die Familie fackelt nicht lange. Mittels Decken und Pappkarton wird ein Nachtlager für den Überraschungsgast bereitet. Vorsichtshalber wird das in einen Zwinger gestellt.

Roland Adam vermutet, dass ein Uhu sich das Gänse-Küken gegriffen habe. Wahrscheinlich am nicht weit entfernten Königssee in Tecklenburg. Aufgrund der Größe des Kükens (fast 600 Gramm schwer) und der Uhrzeit komme kaum ein anderer Greifvogel für diesen Fang in Frage.

Ob sich das Küken in der Luft zu heftig bewegt hat, der Uhu vielleicht nicht fest genug zugepackt hat – es gibt nur Vermutungen darüber, was zum „Absturz“ des Kleinen geführt hat. Dass das Küken dann ausgerechnet in den gut 20 Quadratmeter umfassenden Gartenteich der Familie Schneider plumpst, ist pures Glück.

Der Tierschützer nimmt das Findel-Küken mit nach Hause. Dort hat er – neben vielen weiteren Wasservögeln – eine Laufenten-Familie mit drei Tage altem Nachwuchs. „Die Mutter hat erst komisch geguckt, als ich das graue und so große Küken zu ihr gesetzt haben“, berichtet er. Doch nach kurzer Zeit war das Eis gebrochen. Das Gänse-Küken ist akzeptiert, gehört zur Laufenten-Familie – obwohl es jetzt schon in etwa die Größe der Mutter erreicht hat.

Erfahrungen in der Aufzucht und Pflege von Fundtieren hat Roland Adam zur Genüge. Und so dürfte es auch das kleine Gänse-Küken einmal mehr gut getroffen haben. Der erste Glückstreffer war der Gartenteich der Schneiders. Sollte es jemals einen Namen bekommen, käme wohl nur „Felix“ in Frage. Das kommt aus dem Lateinischen und heißt frei übersetzt „der Glückliche“.

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