Serie Lieblingsplatz
Wo sich Nutztiere sauwohl fühlen

Westerkappeln/Lotte -

Auch in Westerkappeln und Lotte wird die Kulturlandschaft von Getreidefeldern, Maisäckern und Mähwiesen geprägt. Wer unseren Nutztieren beim Weiden zusehen möchte, muss sich auf die Suche machen. Wir haben es getan – und sind fündig geworden.

Dienstag, 13.06.2017, 17:06 Uhr

 Was guckst du? Die Neugier der Schafe weicht schnell einer rundum zufriedenen Gelassenheit.
 Was guckst du? Die Neugier der Schafe weicht schnell einer rundum zufriedenen Gelassenheit. Foto: Ulrike Havermeyer

Längst begeben sich vor allem die Milchkühe nicht mehr zum Gras, sondern das Gras – meist in Gestalt von Silage – zum Rindvieh. Aber potenzielle tierische Lieblingsplätze – wie extensiv genutzte Weideflächen – haben die Region mit ihrer Artenvielfalt stets bereichert. Bei einer frühsommerlichen Radtour durch die Gemeinden machen wir uns auf die Suche nach lebenden Relikten einer naturnahen Nutztierhaltung.

Bis zu den Haxen im Schlamm stehen und nichts als den blauen Himmel über sich haben – der Lieblingsplatz von Hodor, dem schmucken Bunte-Bentheimer-Eber auf dem Hof von Marcel Hackmann in Westerbeck, liegt jenseits des Radweges hinter den Stallungen des Betriebs. Gleich neben der Weide, auf der sich die Zuchtsauen im Sonnenschein tummeln. Wenn eine entspannte Atmosphäre und zufriedene Gesichter als sichere Anzeichen für einen Lieblingsplatz gelten, dann befinden wir uns hier mitten im Schweineparadies.

Weiter geht es durch die Region: An attraktiv bestückten Pferdekoppeln mangelt es bei uns nicht – Sportpferde und Freizeitpartner genießen allerorten ihren Weidegang. Auch der Trend zum Freilandei spiegelt sich in der Landschaft wider: Um mobile Hühnerstallungen herum sind bunte Elektrozäune gespannt, hinter denen das Geflügel eifrig in der Krume nach Würmern und Insekten scharrt.

In den Halener Hasewiesen frönen drei Schafe zwanglos ihrem Lotterleben – eine weitere Kulisse mit eindeutigem Lieblingsplatz-Potenzial. Neugierig fixieren das Lamm und die beiden Alttiere den unerwarteten Besuch – um gleich danach wieder zum Alltagsgeschäft überzugehen: Dösen und sich dabei ganz im Hier und Jetzt des Lebens erfreuen.

Auf eine selten gewordene Nutztierart trifft man bei Christiane und Stefan Franke in Wersen: Auf ihrem naturnah gestalteten Areal rund um ein restauriertes ehemaliges Heuerhaus halten sie eine muntere Herde deutscher Milchziegen. Die fünfköpfige Schar – Bock, Ziege und drei Zicklein – tummelt sich je nach Lust und Laune auf einer weitläufigen Weide oder zieht sich in ihre komfortable Blockhütte zurück. Am liebsten knabbern die Fünf am Laub der Eichen herum.

Und wie ist es ums freilaufende Milchvieh bestellt? Gar nicht schlecht offenbar: Sogar in den größeren landwirtschaftlichen Betrieben haben die meisten Tiere die Gelegenheit, wenn auch kein Gras mehr zu rupfen, so doch in begrenzten Ausläufen zumindest eine Prise frische Luft zu schnappen. Mehrstündiger Weidegang ist dagegen ein echtes Privileg, in dessen Genuss nur noch wenige Herden kommen. In Osterberg schiebt sich eine solche aus säugenden Mutter- und hungrigen Jungtieren über eine idyllisch am Hang gelegene Weide – und verleiht dem Klausberg ein geradezu österreichisches Flair.

Fazit der Bestandsaufnahme: In einem oft bewusst artgerecht gestalteten Draußen-Ambiente fühlen sich nicht nur Rind, Eber und Co. (sau)wohl – auch bei dem einen oder anderen menschlichen Zweibeiner dürfte sich beim Anblick von Nutztieren an ihren Lieblingsorten waschechte Lieblingsplatz-Laune einstellen.

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