Förster Christian Rebitz über die aktuelle Waldbrandgefahr im Tecklenburger Land
„Kein Feuer in Kiefernwäldern !“

Westerkappeln/Tecklenburger Land -

Der vom Deutschen Wetterdienst erstellte Waldbrandgefahrenindex (WBI) erreicht in diesen Tagen vielerorts die Stufe 4 von 5. Wir haben uns bei Christian Rebitz, dem Förster des Forstbetriebsbezirkes Schafberg, schlaugemacht, was das bedeutet.

Donnerstag, 22.06.2017, 17:06 Uhr

In den Wäldern des Tecklenburger Landes besteht Waldbrandgefahr.
In den Wäldern des Tecklenburger Landes besteht Waldbrandgefahr. Foto: Henning Meyer-Veer

Sonne, Trockenheit, Waldbrandgefahr – drei Dinge, die irgendwie zueinandergehören. Der Sommer ist nun auch in Nordrhein-Westfalen angekommen. Mit den Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr. Der vom Deutschen Wetterdienst erstellte Waldbrandgefahrenindex (WBI) erreicht in diesen Tagen vielerorts die Stufe 4 von 5.

Wir haben uns daher bei Christian Rebitz, dem neuen Förster (seit Dezember 2016) des Forstbetriebsbezirkes Schafberg, zu dem die Gemeinden Westerkappeln, Lotte, Mettingen, Recke und Hopsten gehören, über das Thema Waldbrandgefahr schlaugemacht.

Was ist das eigentlich, Waldbrandgefahrenindex ? Dieser diene als Orientierungswert. „Vor Ort kann die tatsächliche Waldbrandgefahr stark schwanken“, sagt Rebitz. Am besten könnten sie immer noch die Förster einschätzen.

Gibt es Unterschiede zwischen Laub- und Nadelbäumen ? Für den Fachmann keine schwierige Frage, Christian Rebitz Antwort lautet: Ja. „Laubwälder sind meist nicht so feuergefährdet wie Nadelwälder. Denn die Laubbäume haben ein dichteres Blätterdach, so kommt weniger Sonne an den Boden, und die Bäume haben einen hohen Wasseranteil in ihren Blättern gebunden.“

Förster Christian Rebitz

Förster Christian Rebitz

Nadelbäume hingegen hätten zum Beispiel auch leicht brennbare ätherische Öle. „Besonders in unseren trockenen Kiefernwäldern muss daher auf jede Art von Feuer verzichtet werden“, sagt der Experte.

Wichtig sei auch, was unter dem Baum am Boden wachse. „Hohes Gras wächst da, wo Licht an den Waldboden kommt“, so Rebitz. Das sei vor allem der Fall, wenn ein Sturm Bäume umgeschmissen hat oder auf freien Flächen, wo viele neue Bäume gepflanzt wurden. „Meist entstehen Waldbrände als Bodenfeuer.“

Das richtige Verhalten – Tipps vom Förster

► Einhalten des gesetzlichen Rauchverbots (1. März bis 31. Oktober)

► Kein Feuer / Grillen im und am Wald (100 Meter Mindestabstand)

► Freihalten der Waldzufahrten für die Feuerwehr

► Pkw nicht im hohen Gras abstellen, da allein die Abwärme des Fahrzeugs ausreicht, um dieses in Brand zu setzen

► Keine Zigaretten aus dem Fahrzeug werfen

► Erhöhte Aufmerksamkeit beim Waldbesuch

► Kleine Entstehungsbrände direkt löschen, wenn gefahrlos möglich

► Brandherde der Feuerwehr (112) melden und den Wald auf kürzestem Weg verlassen

...

Die Waldbrandgefahr im Sommer sei auf drei Elemente zurückzuführen: Sommerhitze, wenig Regen und ein steter Wind. Sie trockneten Holz, Blätter und Gras in Wald und Flur, so Rebitz. Einen Vorteil gebe es in NRW jedoch, weiß der Förster. Die dichte Besiedlung. „Denn durch die vielen Waldbesucher werden die meisten Brände entdeckt. Und da heute fast jeder mit einem Handy unterwegs ist, wird die Feuerwehr zeitnah informiert“ – gut für den Wald, gut für die Bevölkerung.“

Das trockene Wetter sei aber nicht nur wegen der Waldbrandgefahr kritisch, sagt Förster Rebitz weiter. „Die Trockenheit kann auch zum Problem für im Frühjahr gepflanzte Bäumchen werden. Denn diese haben noch keine tiefe Wurzeln und nur wenig Wasserreserve“, erläutert der Fachmann weiter. Förster und Waldbesitzer warteten von daher mit Spannung, wie sich die Situation bis August entwickelt.

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