Ordination in Westerkappelner Stadtkirche
Ein Mensch mit besonderem Auftrag

Westerkappeln -

In einem Festgottesdienst in der Stadtkirche wurde Pastorin Vera Gronemann am Sonntag im Kreise ihrer Familie, Weggefährten und Kollegen von Superintendent André Ost ordiniert.

Montag, 26.06.2017, 16:06 Uhr

Im Kreise ihrer Familie sowie von vielen Kollegen, Mentoren und Wegbegleitern wurde Pastorin Vera Gronemann (10.von rechts) von Superintendent André Ost (7.von rechts) ordiniert. Seit eineinhalb Jahren ist die 31-Jährige im Gemeindedienst und in der Frauenarbeit des Kirchenkreises Tecklenburg tätig.
Im Kreise ihrer Familie sowie von vielen Kollegen, Mentoren und Wegbegleitern wurde Pastorin Vera Gronemann (10.von rechts) von Superintendent André Ost (7.von rechts) ordiniert. Seit eineinhalb Jahren ist die 31-Jährige im Gemeindedienst und in der Frauenarbeit des Kirchenkreises Tecklenburg tätig. Foto: Dietlind Ellerich

In einem Festgottesdienst in der Stadtkirche wurde Pastorin Vera Gronemann am Sonntag im Kreise ihrer Familie, Weggefährten und Kollegen von Superintendent André Ost ordiniert. Dieser Tag sei der Abschluss eines langen Weges und zugleich der Beginn einer kirchlichen Beauftragung, machte Ost die Bedeutung dieses großen Tages für Vera Gronemann wie für die Kirchengemeinde Westerkappeln und den Kirchenkreis Tecklenburg gleichermaßen deutlich.

„Ordinationen sind immer etwas Besonderes, werden aber langsam zur Rarität“, bedauerte Ost und zitierte angesichts des in der Zukunft drohenden Mangels an Pfarrern Martin Luther. „Man würde sie wieder auskratzen, wenn man sie haben könnte“, hatte der Reformator formuliert. Umso schöner sei es, dass es noch theologischen Nachwuchs gebe, wandte sich Ost an Gronemann, die eine große Offenheit für die Dinge mitgebracht habe, als sie vor eineinhalb Jahre in die Kirchengemeinde und in den Kirchenkreis gekommen sei. „Westerkappeln ist für dich nicht nur ein Durchgangsort, sondern ein Ort, in dem Verwurzelung stattgefunden hat, ein Ort, der dir in Erinnerung bleiben wird, wohin dein Weg dich auch führt“, ist André Ost sicher, dass die junge Pastorin in ihrer Arbeit im Gemeindedienst und als Frauenbeauftragte mit vielen angestoßenen Projekten und geknüpften Netzwerken Spuren gesetzt und sich wertvolle Erfahrungsfelder erschlossen habe.

Ebenso überzeugt zeigte er sich, dass Gronemann eine gute Pastorin sein werde. Ihre Lehrzeit sei nun zu Ende. Mit dem heutigen Tag sei für Vera Gronemann „keine besondere Würde, erst recht keine Weihe“ verbunden, sie werde auch kein anderer Mensch, aber ein Mensch mit einem besonderen Auftrag, stellte der Superintendent fest.

Zwar seien alle Christen durch die Taufe berufen, dennoch bedürfe die öffentliche Verkündigung des besonderen Auftrags, der ihr durch die Ordination zuteil werde. „Es war ein langer Weg mit spezieller Note“, spielte Ost darauf an, dass Gronemann erst mit 20 Jahren vom katholischen zum evangelischen Glauben wechselte. Deshalb sei ihr Ordinationsspruch aus Psalm 73 auch der erste Bibelvers mit Bedeutung auf ihrem bisherigen Weg, sagte er schmunzelnd.

In der ersten Predigt nach ihrer Ordination führte Pastorin Vera Gronemann ihre Überlegungen zum Gleichnis vom Hochzeitsmahl aus dem 22. Kapitel des Matthäus-Evangeliums aus. Luther habe es einst als „ein schrecklich Evangelium“ bezeichnet, stellte sie fest und räumte ein, dass sie den Reformator verstehen könne. Vieles sei ungewiss, es gebe nicht auf alles eine Antwort, dieses Ringen mit sich und mit Gott sei prägend für Luthers Theologie gewesen.

Das Ungewisse sei schwer auszuhalten, doch dabei bleibe es nicht. „Der Mensch gewordene Gott ist ganz anders, er setzt sich zu uns, nimmt Folter und Schmerz aus Liebe zu uns auf sich“, ist Gronemann davon überzeugt, dass am Ende die Hoffnung siegt und „wir das Leben feiern“. „Er will uns unbedingt dabei haben, weil er uns liebt“, machte sie deutlich, dass darin die frohe Botschaft liege.

Dem Festgottesdienst in der Stadtkirche folgte ein Empfang im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, vor dem die Menschen Schlange standen, um der frisch ordinierten Pfarrerin zu gratulieren, ihr viele gute Wünsche mit auf den Weg zu geben und mit ihr den Beginn ihres neuen Lebensabschnitts zu feiern.

Für die musikalische Gestaltung des Ordinationsgottesdienstes zeichneten die Kantorei, der Junge Chor und der Posaunenchor mit Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann als Leiter der Ensembles sowie als Organist im fliegenden Wechsel verantwortlich.

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