Ortsmarketing Lotte
Lust auf Lebensqualität in Lotte

Lotte -

Das Lotter Ortsmarketing liegt seit Jahren im Dornröschenschlaf. Am Donnerstag soll es vom Haupt- und Finanzausschuss wachgeküsst werden.

Dienstag, 27.06.2017, 16:06 Uhr

Mit einem neuen Konzept will Lottes Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer (kleines Bild) die Bürger motivieren, sich wieder aktiv ins Ortsmarketing einzubringen.
Mit einem neuen Konzept will Lottes Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer (kleines Bild) die Bürger motivieren, sich wieder aktiv ins Ortsmarketing einzubringen. Foto: Volker Poerschke

Seit 2010 gibt es für das Ortsmarketing einen Lenkungsausschuss aus Bewohnern der vier Ortsteile Lottes sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung. Hier sollten Ideen der Bürger zur Verbesserung der Lebensqualität in der Gemeinde gesammelt und über die Förderung sowie Umsetzung vorgeschlagener Projekte entschieden werden. Weder mangelte es also an Strukturen noch am Geld – regelmäßig wurden 13 000 bis 15 000 Euro für das Ortsmarketing in den Haushalt eingestellt. Allein die Ideen und Anträge für entsprechende Initiativen waren überschaubar. Die Ortsmarketing-Gruppe fristete zuletzt ein Schattendasein. „Da hatte man sich mehr erhofft“, sagt Lottes Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer . Ein gescheitertes Projekt?

Wie wichtig der Gemeinde das Ortsmarketing ist, wurde beim „Masterplan 2020“ deutlich, der im Oktober vergangenen Jahres verabschiedet wurde. Hier wird dem Thema viel Raum eingeräumt. „Ortsmarketing ist die Bündelung aller Kräfte der Gemeinde Lotte mit dem Ziel der positiven Entwicklung des Gesamtbildes“, heißt es formelhaft in diesen Leitlinien für künftige Entscheidungen in der Gemeinde. Konkret gehe es nicht darum, in erster Linie den Tourismus zu fördern. Die Bürger selbst stehen im Mittelpunkt. Was wünschen sie sich, um ihre Lebensqualität zu erhöhen, das Wir-Gefühl zu stärken und so die Außenwirkung der Gemeinde zu verbessern? Paradebeispiele für gelungenes Ortsmarketing in diesem Sinne seien etwa die Gestaltung des Münsterplatzes mit dem Hopfengarten in Osterberg, maßgeblich vorangetrieben und umgesetzt vom Verein „Wir für Osterberg“, oder der Europakreisel und die Rundbogenschilder, aber auch das neue Logo der Gemeinde. „In unserer Außendarstellung hat sich dadurch Vieles verändert“, sagt Watermeyer. Es gebe jetzt ein corporate design – das sich künftig auch in einer neuen Gemeindehomepage niederschlagen werde. Der Ort wird zu einer Marke, die es zu positionieren gilt.

Da habe Lotte Potenzial, ist Watermeyer überzeugt. Durch die Sportfreunde und das Autobahnkreuz sei die Gemeinde überregional durchaus bekannt. Das gelte es, zusammen mit den Einwohnern positiv weiterzuentwickeln. Eine Touristenhochburg werde Lotte dadurch sicherlich nicht, bleibt die Wirtschaftsförderin realistisch. „Da ist die Konkurrenz mit Osnabrück vor der Haustür dann doch recht groß.“ Vielmehr gehe es darum, Lotte als Wohn- und Lebensort attraktiver zu machen. Das könne dann auch zu einem interessanten Standortfaktor für Unternehmensansiedelungen werden, erklärt Joana Watermeyer, wie eng Ortsmarketing und Wirtschaftsförderung zusammenhängen. Daher ist es auch sinnig, Wirtschaftsförderung und Ortsmarketing bei Joana Watermeyer in eine Hand zu legen.

Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Ortsmarketing aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Zunächst, so der Vorschlag an den Haupt- und Finanzausschuss, solle als Pilotprojekt für die beiden Siedlungsschwerpunkte Alt-Lotte und Wersen zusammen mit den Einwohnern ein Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) erstellt werden. Bei der Umsetzung können sowohl Gemeinde als auch private Investoren dann auf europäische Fördergelder zurückgreifen. Ein Planungsbüro würde zunächst mit einer Bestandsaufnahme vor Ort beauftragt und dann mit einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung den DIEK-Prozess begleiten.

Die Bürger seien Ideengeber und Botschafter ihrer Gemeinde. Sie können im Verwandten- und Bekanntenkreis am besten vermitteln, warum es sich lohnt, in Lotte zu leben. Deshalb stehe außer Frage, dass die neue Strategie nur dann gelingen könne, wenn sie von Anfang an miteinbezogen werden.

„Ich glaube, die Möglichkeit war vielen einfach nicht bewusst, das wurde zu wenig kommuniziert“, meint Watermeyer. Als Ansprechpartnerin stehe sie jederzeit zur Verfügung. „Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele Bürger Lust bekommen, ihre Gemeinde mitzugestalten und so ein Ideenpool entsteht, der Grundlage für die Dorfentwicklung in den kommenden Jahren wird.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4962244?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F188%2F
Nachrichten-Ticker