Westerkappelner Jungbäuerin auf Platz 3 bei Berufswettbewerb
Eine der Besten auf dem Hof

Westerkappeln/Berlin -

Katharina Leyschulte ist Bäuerin aus Leidenschaft. Nach einer mehrjährigen Lehre, die sie zum Teil auf einer großen Farm in den USA absolvierte, bildet sie sich derzeit zur Betriebswirtin fort. Bei einem bundesweiten Berufswettbewerb landete sie mit ihrer Teamkollegin auf den dritten Platz – und hatte beim Deutschen Bauerntag eine kurze Begegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Montag, 03.07.2017, 16:07 Uhr

Melken und füttern: Junglandwirtin Katharina Leyschulte im Kuhstall. Die Seester Jungbäuerin hat kürzlich bei einem bundesweiten Berufswettbewerb in der Kategorie „Landwirte in Fortbildung“ mit ihrer Teamkollegin den dritten Platz belegt.
Melken und füttern: Junglandwirtin Katharina Leyschulte im Kuhstall. Die Seester Jungbäuerin hat kürzlich bei einem bundesweiten Berufswettbewerb in der Kategorie „Landwirte in Fortbildung“ mit ihrer Teamkollegin den dritten Platz belegt. Foto: Katja Niemeyern

Dass sie Bäuerin wird und den Hof ihrer Eltern übernimmt, das hätte sich Katharina Leyschulte bis vor einigen Jahren ganz und gar nicht vorstellen können. Damals ging sie noch zur Schule, stand kurz vor dem Abitur. „Ich dachte, dass ich so etwas wie Bürokauffrau werde“, erzählt die zierliche Frau. Durch ein Praktikum bei einer Firma wurde sie dann eines Besseren belehrt. „Da habe ich gemerkt: Das ist nichts für mich“, fasst sie ihre Erfahrungen zusammen.

Heute gehört Katharina Leyschulte zu den besten Junglandwirten Deutschlands – und traf kürzlich beim Deutschen Bauerntag in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel . Auf dem Gruppenfoto, das am Rande einer Veranstaltung für die Presse geschossen wurde, steht die Seesterin direkt neben der Kanzlerin. „Das war aber reiner Zufall“, relativiert Katharina Leyschulte die Begegnung, die nach wenigen Minuten auch schon wieder vorbei war.

Seit ein paar Tagen ist sie wieder in Seeste auf dem Hof bei den Tieren. „Ich kann sagen, dass ich verliebt bin in meinen Beruf“, sagt Katharina Leyschulte mit einem breiten Lachen. „Einen anderen als den der Landwirtin kann ich mir nicht vorstellen.“

Angela Merkel und Katharine Leyschulte

Angela Merkel und Katharine Leyschulte Foto: nn

Dass sie auf dem Acker und im Stall ihren Mann stehen kann, bewies die Seesterin kürzlich beim Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend in Güstrow. Von 15 Teams landete sie mit ihrer Teamkollegin aus dem Emsland in der Gruppe „Landwirte in Fortbildung“ auf dem dritten Platz. Besser waren nur zwei männliche Teams aus Bayern und Niedersachsen.

Die Aufgaben, die der landwirtschaftliche Nachwuchs bei dem Wettbewerb gestellt bekam, hatten es in sich: Die jungen Frauen und Männer beantworteten kniffelige berufstheoretische Fragen. Sie bewiesen, dass sie über ein gutes Allgemeinwissen verfügen. Sie hielten Vorträge und sie mussten sich in berufspraktischen Übungen messen. „Wir haben zum Beispiel den Tierkomfort eines Stalles beurteilt und einen Auszubildenden am Pflug eingewiesen“, berichtet die junge Frau.

Qualifiziert für das Bundesfinale hatten sich Katharina Leyschulte und ihre Teamkollegin im Frühjahr mit einem ersten Platz beim Landeswettbewerb Niedersachsen im Ammerland. Mit Bravour meisterten sie dabei zum Beispiel eine Aufgabe, bei der es darum ging, die Leistung einer Milchkuh zu bewerten und einen passenden Bullen auszuwählen. Aber auch das Überprüfen eines Schleppers mit Anhänger gehörte zu den Wettbewerbsaufgaben. „Das Spektrum ist breit gefächert, was zeigt, dass der Beruf sehr vielseitig ist“, erläutert Katharina Leyschulte, der die Begeisterung für die Landwirtschaft förmlich anzumerken ist. „Ich finde es toll, draußen zu sein, mit Tieren und auf dem Feld zu arbeiten“, erläutert sie.

Die teils körperlich anstrengende Arbeit schreckt die 24-Jährige nicht ab. „Anfangs war ich schon sehr müde. Aber dann bin ich kräftiger geworden und habe außerdem Tricks gelernt, mit denen ich es mir leichter machen kann.“

Ohnehin habe sich der Beruf stark gewandelt vom, wie sie sagt, „Malocher zum Unternehmer“. Was sich auch in der Ausbildung widerspiegelt. Nach ihrer zweijährigen landwirtschaftlichen Lehre auf zwei unterschiedlichen Höfen ging Katharina Leyschulte für ein Jahr in die USA. Auf einem 900 Hektar großen Betrieb in Illinois mit rund 700 Milchkühen sammelte sie weitere Erfahrungen. „Ich konnte da gut mitarbeiten, habe gemolken, gefüttert und so weiter“, beschreibt sie ihren Arbeitsalltag. Und weil sie schon einmal „drüben“ war, hängte die Seesterin noch ein Semester an der Universität von Minnesota dran. Seit einem Jahr besucht die Junglandwirtin jetzt eine Berufsbildende Schule in Lingen, um sich zur Betriebswirtin fortzubilden.

„Meine Freunde von der Schule waren anfangs erstaunt, als ich ihnen von meinem Berufswunsch erzählt habe“, sagt sie. Die Überraschung ist inzwischen einer gewissen Bewunderung gewichen. Wenn sie mit der Schule fertig ist, übernimmt die junge Frau langsam, aber sicher die Leitung des elterlichen Hofes: ein Betrieb mit insgesamt 250 Tieren, darunter 150 Milchkühe. Freilich eine große Verantwortung, die da auf sie zukommt. Die sie aber auch nicht scheut. Frauen, diese Erfahrung hat Katharina Leyschulte gemacht, „sind heute sehr angesehen in der Landwirtschaft“.

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