Konzert im Kulturhof
Genießerisches Schweigen und frenetischer Applaus

Westerkappeln -

Beim sechsten Kulturhofkonzert der Saison gab es am Sonntagabend, Küsschen, Emotionen und Tränen. Auf sein treues Publikum kann sich der Endsiebziger sowieso verlassen, aber auch die Künstler rennen ihm die Bude ein, schwärmen von der tollen Atmosphäre der Location und vom warmherzigen Empfang.

Montag, 10.07.2017, 16:07 Uhr

Begeisterte das Publikum: Jazzsängerin Ilaria Forciniti.Gastgeber Raimund Beckmann kann sich auf seines treues Publikum verlassen.
Begeisterte das Publikum: Jazzsängerin Ilaria Forciniti.Gastgeber Raimund Beckmann kann sich auf seines treues Publikum verlassen. Foto: Dietlind Ellerich

„Guten Freunden gibt man ein Küsschen“, wirbt ein italienischer Süßwarenhersteller für seine Produkte. Und dass mit zu Tränen rührenden Emotionen gute Geschäfte zu machen sind, wissen nicht nur die kreativen Köpfe, die für die Publicity eines deutschen Einzelhandelsverbunds im Einsatz sind.

Beim sechsten Kulturhofkonzert der Saison gab es am Sonntagabend, Küsschen, Emotionen und Tränen, ohne dass der Westerbecker Hofherr Raimund Beckmann groß die Werbetrommel schlagen musste. Auf sein treues Publikum kann sich der Endsiebziger sowieso verlassen, aber auch die Künstler rennen ihm die Bude ein, schwärmen von der tollen Atmosphäre der Location und vom warmherzigen Empfang durch den Gastgeber und dessen Gäste im proppenvollen Galerie-Café.

Nicht aus dem Schwärmen heraus kam denn auch der Pianist Christian Pabst , der nicht nur seine Trio-Kollegen Marco Zenini (Kontrabass) aus Rom und Erik Kooger (Schlagzeug) aus Amsterdam mit nach Westerkappeln gebracht hatte, sondern auch die italienische Jazzsängerin Ilaria Forciniti. Beckmann hatte sie vom Fleck weg gleich mit engagiert, nachdem er sie mit Pabst auf einem Konzert in der niederländischen Hauptstadt erlebt hatte.

Als bestens aufeinander eingespieltes Trio und Quartett und als wunderbare Solisten präsentierten die Vier ihr zweieinhalbstündiges Programm, das seinesgleichen suchte.

Höchst konzentriert und doch so unendlich leicht scheinend eroberten sich die jungen Musiker ihre Nische im Ensemble, ließen einander die Bühne, die jeder für sich und alle gemeinsam benötigten, um das Publikum bei Laune und in Atem und den akustischen wie optischen Genuss auf höchstem Niveau zu halten.

Zwischen genießerischem Schwelgen und frenetischem Beifall der Zuhörer standen die beinahe gerührten Dankesworte der Künstler. „Nach diesem herzlichen Empfang wird es schwierig, heute Abend nach Hause zu fahren“, räumte die junge Sängerin unumwunden ein, wie wohl sie sich im direkten Kontakt mit dem Publikum fühlte. „Schön war´s“, seufzten denn auch die Gäste nicht nur am Ende und hätten sich am liebsten vom Pianisten noch in den Schlaf wiegen lassen, wäre da nicht der Heimweg gewesen.

Nach der Zugabe hatte Beckmann das Risiko nicht gescheut, die Sängerin, den Drummer und den Bassisten zu verabschieden und den Solisten Christian Pabst zu bitten, das zu spielen, was er nach einem solchen Abend zu Hause vor dem Zubettgehen für sich selbst nun noch spielen würde. Der ließ sich gerne auf das Experiment ein, verzauberte mit seinen lyrischen Melodien im Kerzenschein Gastgeber und Gäste und sorgte bei manchem im Publikum für feuchte Augen.

Mit Emotionen, Tränen und Küsschen sind halt nicht nur gute Geschäfte, sondern auch traumhafte Konzertabende zu machen. „Wir sehen uns wieder“, das Versprechen der Musiker gab es am Sonntag noch dazu. Beckmann und seine treuen Freunde hörten es gerne.

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