Feldtage am Traktorenmuseum Westerkappeln
Wummernde Motoren

WEsterkappeln -

Kräftiges Wummern und Stampfen kündeten dieser Tage in Düte die Feldtage des Traktorenmuseums an, allem voran der große Deutz Stationsmotor von 1936, den Horst Kellermeyer gekonnt in Schwung brachte. An der frühen Technik erfreuten sich Jung und Alt, besonders beliebt: die alten Traktoren.

Sonntag, 30.07.2017, 14:07 Uhr

Weizenernte nach alter Art im Traktormuseum:  Das Korn muss sorgfältig aufgepackt werden.
Weizenernte nach alter Art im Traktormuseum:  Das Korn muss sorgfältig aufgepackt werden. Foto: Astrid Springer

Dabei starteten die Feldtage stürmisch: Der Wind trieb dunkle Wolken vor sich her, eine Wetterlage, die den Bauern von jeher Nerven abverlangte. „Wind ist gut, Regen schlecht!“, bringt es Besucher Günter Hawighorst aus Rulle auf den Punkt. Denn das Korn zieht Wasser und damit ist Zwangs-Erntepause.

Was heute riesige Mähdrescher erledigen, das war einst mühselige Handarbeit. „Wenn Dreschtag war, musste jeder ran!“, erinnert sich Hawighorst an seine Kindheit, der selbst auch häufig den Traktor fuhr. „Die Ährenbündel binden und zu Stiegen aufstellen, das machten die Frauen“, erinnert er sich.

Später erledigte das ein Bindemäher, wie es auch im Traktormuseum vorgeführt wurde. Die Bündel wurden anschließend ‚aufgepackt‘, „Die Ähren mussten dabei nach innen zeigen, damit man unterwegs nichts verlor“, weiß Hawighorst. Anschließend trocknete das Korn auf dem Halm, bevor die Ährenbündel bis zum Winter im „Balkenschlop“ verschwanden.

Dort blieben sie, bis der Demper kam. Der Mann mit der Dreschmaschine fuhr im Winter die Höfe an und drosch das Korn. Auf dem Parkplatz des Museums konnte so eine riesige Dreschmaschine aus den 1920ger Jahren noch bewundert werden.

Zu den Feldtagen waren auch viele Gäste mit ihren alten Traktoren angereist: Von Hanomag über Lanz bis Deutz, Stock oder Porsche war alles vertreten, was unter Traktoren einst Rang und Namen hatte.

Viele der Besucher sind Stammgäste. Auch Friedrich Stalljohann aus Velpe ist seit Jahren dabei, was nicht zuletzt daran liegen dürfte, dass der Traktor, auf dem er selbst einst Fahren lernte, heute in der Museumsscheune steht.

Der alte Lanz von 1950 hatte noch einen Glühkopfmotor. „Mithilfe einer Lötlampe wurde zunächst der Kopf zum Glühen gebracht, dann das Lenkrad abgenommen, seitlich eingeführt und so die Schwungscheibe des Motors angetrieben“, erläuterte Stalljohann die alte Lanz-Technik.

Mit glühendem Eisen lockte auch Frank Walderstein vor der Museumsscheune Schaulustige an: Er zeigte alte Schmiedetechnik und dengelte mit großem Hammer Herzen aus Eisenstangen.

Auf der Diele des Bauerncafés war ebenfalls alte Handwerkskunst geboten: Ingeborg Kipp und Waltraud Klug zeigten, wie die Landfrauen einst Spitze klöppelten. „Die festliche Kleidung und die Hauben waren mit reichlich schwarzer Spitze verziert“, so Klug.

Selbstverständlich hatte Friedrich Frehmeyer auch den alten Holzofen angeheizt und für seine Gäste jede Menge Kuchen und Brote gebacken, für deren Genuss letztere am Wochenende sogar Schlange standen. Die Dreschtage waren eine runde Sache, Museumsbetreiber und Besucher gleichermaßen zufrieden.

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