Flächenverbrauch in Westerkappeln
Bodenversiegelung schreitet voran

Westerkappeln -

In den letzten fünf Jahren wurden in Nordrhein-Westfalen täglich durchschnittlich etwa zehn Hektar unverbaute Fläche mit Straßen oder für Siedlungen bebaut. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Westerkappeln wider.

Donnerstag, 17.08.2017, 18:08 Uhr

Die bebaute Fläche in Westerkappeln wächst immer weiter. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung haben neue Baugebiete wie am am Gartenmoorweg oder die Haubreede.Weite Teile des Gemeindegebietes – insgesamt rund 1700 Hektar – stehen unter Naturschutz.
Die bebaute Fläche in Westerkappeln wächst immer weiter. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung haben neue Baugebiete wie am am Gartenmoorweg oder die Haubreede.Weite Teile des Gemeindegebietes – insgesamt rund 1700 Hektar – stehen unter Naturschutz. Foto: Frank Klausmeyer

Westerkappeln ist in den vergangenen Jahren ein wenig gewachsen. Zumindest in der Statistik des Landesamtes Information und Technik (IT) NRW hat die Gemeinde seit 2013 um gut vier auf 8583 Hektar zugelegt. Wo und wie die zusätzlichen 40 000 Quadratmeter hergekommen sein sollen, ist allerdings nicht zu ergründen.

Vielleicht wurde neu vermessen, vielleicht hat sich auch nur jemand in irgendeinem Büro vertippt. Eines wird beim Durchforsten der Daten von IT NRW aber deutlich: Die Versiegelung der Landschaft schreitet voran.

Flächenberechnung

Ein Quadratkilometer sind 100 Hektar. Ein Hektar sind 10 000 Quadratmeter.

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Der Großteil der Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt. Knapp 59 der insgesamt rund 86 Quadratkilometer, also 69 Prozent, sind Acker oder Grünland (Stand 31. Dezember 2015). Damit liegt der Anteil der Landwirtschaftsfläche in Westerkappeln höher als im Kreisdurchschnitt (65,2 Prozent).

Die von Bauern bewirtschaftete Fläche ist jedoch geschrumpft. Im Jahr 2000 waren es noch 183 Hektar mehr.

Dagegen wird immer mehr Grund und Boden bebaut, betoniert und asphaltiert. Zur Jahrtausendwende gab es 633 Hektar Gebäude, Hof- und zugehörige Freiflächen sowie Halden und Abbauflächen. Ende 2015 wurden schon 671 Hektar für solche Zwecke genutzt. Der Unterschied entspricht der Fläche von ungefähr 53 Fußballplätzen.

Immer mehr Straßen und Siedlungen

In Nordrhein-Westfalen, dem Flächenland mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Deutschland, überdeckte die Siedlungs- und Verkehrsfläche nach Angaben des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz im Jahr 2015 mit 22,9 Prozent mehr als ein Fünftel der gesamten Landesfläche. In den letzten fünf Jahren wurden täglich durchschnittlich etwa zehn Hektar unverbaute Fläche mit Straßen oder für Siedlungen bebaut.

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Fürs Wohnen schlagen davon inklusive der Freiflächen wie Terrassen, Höfe oder Parkplätze 279 Hektar in der Statistik zu Buche. Gewerblich sind es rund 75 Hektar. 297 Hektar werden als „sonstige Gebäudeflächen“ ausgewiesen, worunter wahrscheinlich auch Schulen, Sporthallen und ähnliche Nutzungen fallen dürften.

Damit hört die Versiegelung aber nicht auf. Die Verkehrsfläche – also Straßen, Wege und öffentliche Plätze – ist seit 2000 um rund 20 auf 489 Hektar gestiegen; das entspricht noch einmal 27 Fußballfeldern.

Nahezu unverändert ist in dem Zeitraum die Waldfläche in Westerkappeln mit 13 Quadratkilometern geblieben. Gleiches gilt für die Wasserfläche – Teiche, Gräben, der Kanal. Hier notiert IT NRW aktuell 120 Hektar. 1700 Hektar Gewässer, Wald und Wiesen stehen nach Angaben der Bezirksregierung unter Naturschutz. Das sind knapp rund 20 Prozent der Gesamtfläche Westerkappelns. Insgesamt gibt es sieben Naturschutzgebiete.

Weite Teile des Gemeindegebietes – insgesamt rund 1700 Hektar – stehen unter Naturschutz.

Weite Teile des Gemeindegebietes – insgesamt rund 1700 Hektar – stehen unter Naturschutz. Foto: Frank Klausmeyer

Gut 70 Hektar, also nicht einmal ein Prozent der Gesamtfläche, steht in der Gemeinde für die Erholung zur Verfügung. Dazu zählen auch die Fußballplätze und wohl auch der Friedhof.

Noch ein Wort zur Gesamtgröße Westerkappelns. Bei der Erstellung der aktuellen Bürgerbroschüre der Gemeinde wussten die Autoren anscheinend auch nicht, welcher Katasterangabe sie trauen dürfen. So sind unter dem Eintrag „Zahlen – Daten – Fakten“ sowohl 85,79 als auch 85,83 Quadratkilometer zu finden. Der Unterschied macht übrigens gut fünf Fußballplätze aus.

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