Kommission des Kreises beschließt Maßnahmenpaket
Unfallkreuzung in Westerkappeln soll entschärft werden

Westerkappeln -

Manchmal muss erst etwas passieren, bevor etwas getan wird. Auf der Kreuzung am Traktorenmuseum ist schon viel passiert. Zuletzt hat es dort am Montag dieser Woche einen schweren Verkehrsunfall mit fünf Verletzten gegeben. Jetzt will der Kreis Steinfurt endlich handeln.

Freitag, 25.08.2017, 20:08 Uhr

Ein Dutzend Verletzte und hohe Sachschäden hat es allein seit 2013 auf der Kreuzung in Düte gegeben. Vier Personen – darunter ein Kind – kamen Mitte Juni ins Krankenhaus (Bild). Unfallursache waren in allen Fällen Vorfahrtsmissachtungen.
Ein Dutzend Verletzte und hohe Sachschäden hat es allein seit 2013 auf der Kreuzung in Düte gegeben. Vier Personen – darunter ein Kind – kamen Mitte Juni ins Krankenhaus (Bild). Unfallursache waren in allen Fällen Vorfahrtsmissachtungen. Foto: Heinrich Weßling

Am Montag hatte eine Autofahrerin in aus Unna die Vorfahrt einer Westerkappelnerin missachtet. Insgesamt fünf Personen wurden verletzt – glücklicherweise nur leicht. Erst Mitte Juni hatte es an gleicher Stelle einen ähnlichen Unfall gegeben. Dabei wurden vier Personen – darunter ein Kind – schwer verletzt.

Seit 2013 gab es auf der Kreuzung fünf Verkehrsunfälle mit insgesamt zwölf Verletzten, bilanziert Polizeihauptkommissar (PHK) Norbert Heeke . Aus den Jahren davor re kann die Polizei spontan zwar keine Zahlen nennen, die WN haben aber immer wieder über schwere Unfälle auf der Kreuzung berichtet, es gab auch Tote. Die Sachschäden dürften weit in den sechsstelligen Eurobereich reichen.

Der Unfall am Montag hat, wenn man es so bezeichnen will, das Fass offensichtlich zum Überlaufen gebracht. Die Kreuzung sei jetzt zum Unfallhäufungspunkt hochgestuft worden, berichtet Heeke, der bei der Kreispolizeibehörde in der Direktion Verkehr Dienst tut. Am Freitag waren er und andere ständige Mitglieder der Unfallkommission des Kreises vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen und zu überlegen, wie solche Unfälle in Zukunft verhindert werden können. Herausgekommen ist ein Maßnahmenpaket, dass kurzfristig umgesetzt werden soll.

PHK Heeke ist bei Auswertung der Unfallberichte aufgefallen, das sich die Unfälle seit 2013 fast ausschließlich am frühen Nachmittag ereignet haben. „Es ist erstaunlich, als hätten sich die Leute zum Unfall verabredet“, meint der Beamte mit Hinweis auf den schwachen Verkehr. Möglicherweise hätten allesamt durch Vorfahrtsmissachtungen verursachten Unfälle auch mit dem Stand der Sonne zu tun. Weil sich deren Lauf aber nun einmal nicht ändern lässt, müssen Kreis und Polizei andere Lösungen findenn.

An dem Unfallhäufungspunkt treffen die vorfahrtsberechtigte Lotter Straße (Kreisstraße 25), die Straße Zum Lotter Bahnhof (K 23) und die Düter Straße zusammen. Die Haltelinien an den untergeordneten Straßen soll zunächst neu markiert werden, berichtet Heeke zum Ergebnis des Ortstermins am Freitag. Überdies würden die Stopp-Schilder jetzt beidseitig der Lotter Straße aufgestellt. An der Düter Straße gibt es bislang kein solches Verkehrszeichen. Auch das Hinweisschild als Vorankündigung des Stopp-Zeichens werden beidseitig montiert.

Viel verspricht sich Heeke von der jetzt geplanten Pflasterung eines sogenannten Rüttelstreifens auf der Straße Zum Lotter Bahnhof, der Autofahrer zusätzlich für die nahende Kreuzung sensibilisieren soll. „Das haben wir schon einmal im Tecklenburger Raum gemacht. Seitdem ist da nichts mehr passiert.“ Mit der Umsetzung des Maßnahmenbündels werde der Kreuzung hoffentlich die Schärfe genommen, sagt Heeke.

Ein Kreisverkehr brächte möglicherweise noch mehr Sicherheit. Diese Alternative bleibt aber wohl Wunschdenken. Das gebe das Verkehrsaufkommen nicht her, sagt Ronja de Boer, Sprecherin des Kreises, nach Rücksprache mit dem Straßenbauamt und dem Straßenverkehrsamt in Steinfurt. „Für einen Kreisverkehr muss das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmen.“

Der Weisheit letzter Schluss ist das nun beschlossene Maßnahmenpaket aber möglicherweise aber noch nicht. Die K 23 solle in absehbarer Zeit mit einem straßenbegleitenden Radweg ausgebaut werden. In dem Zuge solle auch die Düter Kreuzung weiter optimiert werden, sagt de Boer.

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