Raumnot im Offenen Ganztag Westerkappeln
Wieder einen Behelf gefunden

Westerkappeln -

Raumnot – das könnte auch das Synonym für die Offene Ganztagsgrundschule (OGS) in Westerkappeln sein. Seit Fertigstellung des Betreuungsgebäudes vor fast 15 Jahren gab es fast immer Platzprobleme. Irgendwie wurde aber stets ein Behelf gefunden. Jetzt nimmt der Ganztag Räume der Gesamtschule in Beschlag.

Donnerstag, 07.09.2017, 17:09 Uhr

Die Viertklässer des Offenen Ganztags haben es sich in der Gesamtschule gemütlich gemacht. Insgesamt betreuen hier Jahrgangsstufenleiterin Birgit Ostendorff und Kolleginnen 52 Kinder.
Die Viertklässer des Offenen Ganztags haben es sich in der Gesamtschule gemütlich gemacht. Insgesamt betreuen hier Jahrgangsstufenleiterin Birgit Ostendorff und Kolleginnen 52 Kinder. Foto: Frank Klausmeyer

Vor vier Jahren musste der Musikraum der Grundschule mitgenutzt werden. Dann wurde ein Container neben das „Haus der Wespe“ gestellt. Seitdem die Ganztagskinder in der großen Mensa des Schulzentrums mitessen, steht auch der frühere Speiseraum zur Verfügung. Ausreichend ist dies nicht, weshalb die Schülerinnen und Schüler des vierten Jahrgangs in die Gesamtschule ausquartiert worden sind. In der Grundschule selbst gibt es keine freien Kapazitäten mehr, zumal dort zwei Gruppen der AWO-Kindertagesstätte eingezogen sind – noch so ein Provisorium.

188 Mädchen und Jungen (von rund 340 Grundschülern insgesamt) sind momentan im Ganztag der Grundschule am Bullerdiek angemeldet – „ein neuer Rekord“, wie Gabi Hermann , Geschäftsführerin der OGS, betont. Zum Vergleich: Als der Ganztag 2003/04 startete, gab es gerade einmal 60 Betreuungsplätze. „Wir haben das hier letztes Schuljahr mit 184 Kindern durchgezogen. Das war teilweise nicht mehr auszuhalten“, sagt Hermann mit Hinweis auf den Lärmpegel.

Manfred Stalz , Leiter der Gesamtschule, habe der OGS dankenswerterweise für ein Jahr die Räume im alten Hauptschultrakt angeboten. Dort haben sich die Viertklässler mit viel Farbe und Teppichen gemütlich eingerichtet. Birgit Ostendorf, die Jahrgangsstufenleiterin, hat Ikea-Regale besorgt, die Bestuhlung konnte größtenteils von der weiterführenden Schule übernommen werden.

Neben den zwei großen Klassenzimmern mit jeweils rund 60 Quadratmetern Fläche können die Ganztagsschüler auch den Aufenthaltsraum der Realschüler mitnutzen. Gesamtschullehrer Kai Schröter lasse die Grundschüler in der Spielbau-AG mitmachen. Und auch in die Robotik-AG der Gesamtschule könnten die Viertklässler hineinschnuppern, erläutert Gabi Hermann. Diese Form der Zusammenarbeit macht auch deshalb Sinn, weil viele der Grundschüler nächstes Jahr wahrscheinlich zur Gesamtschule wechseln.

Auf Dauer will sich die OGS aber nicht dort einrichten. Das „Haus der Wespe“ soll nach der letzten Erweiterung im Jahr 2011 weiter wachsen. „Der Bedarf ist festgestellt“, sagt Hermann zum politischen Entscheidungsprozess. Im Haushalt sind 255 000 Euro für einen Anbau eingestellt. Weiter scheinen die Pläne jedoch nicht gediehen, jedenfalls ist Hermann davon nichts bekannt.

„Wir brauchen zwischen 120 und 150 Quadratmeter zusätzliche Betreuungsfläche“, formuliert die OGS-Leiterin ihre Vorstellungen. Darüber hinaus fehlt noch anderes: Es gebe keinen Sanitätsraum, keinen Beratungsraum für die Mitarbeiter im Ganztag, keine getrennten Toiletten für Männlein und Weiblein, und einen Rückzugs- und Ruheraum für die Kinder hält Hermann auch für sinnvoll.

Was und wann gebaut wird, ist indes noch offen. Die SPD-Fraktion hatte sich zwischenzeitlich sogar für einen kompletten Neubau stark gemacht. Mangels Entscheidungsfreude der Ratsgremien ist fraglich, ob die fehlenden Kapazitäten zum Schuljahr 2018/19 geschaffen werden können. Gabi Hermann richtet sich deshalb auf alles ein: „Wir planen sowieso nur noch von Jahr zu Jahr.“ Von einer Entwicklung geht sie aber aus: 188 Schüler im Offenen Ganztag sind noch nicht das letzte Wort.

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