Kartoffelfest beim Traktorenmuseum
Es ist Erntezeit

WEsterkappeln -

Am kommenden Wochenende, 23. und 24. September, ist wieder Erntezeit angesagt rund um das Westerkappelner Traktorenmuseum – und alle dürfen mithelfen. Im Zentrum des Geschehens steht die Kartoffel. Außerdem werden bis zu 100 Oldtimer-Traktoren erwartet.

Mittwoch, 20.09.2017, 16:09 Uhr

Warten auf die Erntehelfer: Gemeinsam laden das Team vom Traktorenmuseum und die Alttraktorenfreunde Tecklenburger Land zum Kartoffeln suchen ein.
Warten auf die Erntehelfer: Gemeinsam laden das Team vom Traktorenmuseum und die Alttraktorenfreunde Tecklenburger Land zum Kartoffeln suchen ein. Foto: Ulrike Havermeyer

Generalprobe: Peter Knetsch glüht schon mal den alten Hanomag 501 E, Baujahr 1969, vor, während Horst Kellermeyer auf der eisernen Sitzschale des Kartoffel-Vorratsroders Lanz VR 2 Platz nimmt. „VR 2 – das ist wichtig“, ruft er herüber: „Die 2 steht dafür, dass die Maschine zwei Reihen gleichzeitig rodet.“ Friedhelm Frehmeyer, Heinrich Teepe und die anderen Dieselenthusiasten vom Förderverein des Traktorenmuseums und von den Alttraktorenfreunden Tecklenburger Land haben Position neben dem Acker bezogen. Körbe und Schubkarre stehen bereit, Handschuhe und derbe Stiefel sind angelegt, fehlen bloß noch die Kartoffeln...

Um die schmackhaften Knollen, die in den Maulwurfshügel hohen Erdwällen verborgen sind, soll sich am Wochenende schließlich alles drehen. „Die Kinder können Kartoffeln suchen wie in alten Zeiten“, kündigt Frehmeyer an, „und wer will, kann eine Tüte frisch geerntete Kartoffeln direkt vom Acker kaufen.“

Außerdem servieren die Veranstalter Dampfkartoffeln mit Dip, das Bauerncafé hat geöffnet und Friedhelm Frehmeyer heizt seinen Steinofen an: Für frisches Brot und duftig-dampfenden Hefekuchen ist mithin ebenfalls gesorgt.

Ein Kunstschmied sowie eine Klöppel- und Spinngruppe machen traditionelles Handwerk hautnah erlebbar. Und wer sich schon für den anstehenden Halloween-Grusel wappnen will, kann aus frischen Rüben schaurige Fratzen schnitzen.

In den Scheunen des Museums warten die restaurierten Schlepper und Maschinen auf Bewunderer, auf der benachbarten Wiese präsentieren befreundete Oldtimer-Clubs ihre alten Schätzchen. Bis zu 100 könnten es werden, orakeln die Organisatoren. Aber was wäre ein Erntetag ohne Vorführungen? „Natürlich werden wir auch wieder den alten Lanz Bulldog anwerfen“, verspricht Peter Knetsch – und Heinrich Teepe weist auf die Standmotoren hin, die verschiedene Geräte, zum Beispiel einen betagten Rübenschneider, in Schwung bringen sollen.

„Seid ihr soweit?“, ruft Peter Knetsch über die Schulter gebeugt seinen, gebannt der Ereignisse harrenden, Schrauberkollegen zu und erweckt die 48 PS unter der Haube des alten Hanomag zum Leben: Schon beginnt dessen Motor zu tuckern, die Zapfwelle rappelt und dreht sich – und das Gespann nimmt Fahrt auf. Na ja, oder das, was man bei der Kartoffelernte à la 1950er Jahre eben so „Fahrt“ nennt. Im entschleunigten Schritttempo schieben sich die beiden Schare des VR 2 unter die Krume, lüpfen jeweils einen Erdwall an, derweil sich die Siebkette voran bewegt und die Kartoffeln rüttelnd vom Substrat befreit. Am Ende spuckt der VR 2 die wohlgeformte Ausbeute der Erntesaison 2017 wieder auf den Acker.

Frehmeyer, Teepe und die anderen Freunde des ländlichen Brauchtums betrachten wohlwollend das vorläufige Ergebnis ihrer Mühen – und schnappen sich die Erntekörbe. Diesmal sind noch sie mit dem Aufsammeln dran – am Wochenende dürfen dann die kleinen und großen Besucher zeigen, wie es um ihre Talente als Feldarbeiter bestellt ist. Samstag beginnen die Vorführungen rund um das Traktorenmuseum um 11 Uhr. Das Kartoffelfest am Sonntag startet um 10 Uhr.

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