Kartoffelfest beim Traktorenmuseum
Feldfrüchte und der Sound alter Motoren

Westerkappeln -

Kartoffeln, der Sound alter Motoren und eine Menge Besucher: Das Kartoffelfest um das Westerkappelner Traktorenmuseum ist nach Meinung der Veranstalter ein klarer Erfolg. Das Fest zog am Wochenende Oldtimer-Liebhaber aus der gesamten Region an.

Montag, 25.09.2017, 15:09 Uhr

Fachsimpeln: Beim Traktorenmuseum in Düte vertiefen sich Gleichgesinnte gerne in „Dieselgespräche“.
Fachsimpeln: Beim Traktorenmuseum in Düte vertiefen sich Gleichgesinnte gerne in „Dieselgespräche“. Foto: Jannik Zeiser

Der Kartoffelroder Lanz VR 2 war fleißig: Das Gerät aus den 1950er Jahren hat einige Anhänger voll Kartoffeln aus dem Feld gezogen. „50 bis 60 Zentner waren es bestimmt“, schätzte Peter Knetsch von den Alttraktorenfreunden Tecklenburger Land. Die Früchte der Feldarbeit verkauften die Macher des Kartoffelfestes teils direkt an die Besucher – gedünstet, mit einer speziellen Sauce verfeinert. „Das kommt sogar bei den Kindern gut an, die essen ja sonst lieber Pommes“, bemerkte Knetsch. Die übrigen Kartoffeln seien für den Eigenbedarf oder privaten Verkauf bestimmt.

Zahlreiche Sammler hatten ihre historischen Fahrzeuge auf der Wiese neben dem Traktorenmuseum aufgereiht. Mirco und Julian Weglage aus Rieste haben zwei Hanomags aus den 1950er und 1960er Jahren mitgebracht, außerdem einen Deutz LKW von 1963. Was sie an den alten Geräten so fasziniert, beschreiben sie so: „Die Technik ist mechanisch und simpel. Man kann selbst daran herumschrauben.“ Bei heutigen Autos mache die Elektronik alles wesentlich komplizierter. Auf Events wie dem in Westerkappeln treffe man darüber hinaus auf Gleichgesinnte, mit denen man in „Dieselgesprächen“ fachsimpeln könne.

Auch Christian Stermann aus Recke hatte zwei Schlepper mitgebracht; neben dem Museumsgebäude waren fünf seltene Standmotoren aus seiner Sammlung aufgebaut. „Mit denen wurden Sägen, Mühlen, Pumpen oder Dreschmaschinen angetrieben“, erzählte er.

Abgesehen von Motorenkrach tönten auch Hammerschläge über das Gelände: Hobby-Kunstschmied Frank Walderstein formte Herzen, Getränkehalter und andere kreative Schmuckstücke, unter anderem aus Baustahl von Abbruchgebäuden. Die Schmiedekunst hat er sich selbst beigebracht und das nötige Equipment nach und nach erworben oder selbst gebaut. Das gewichtigste Teil seiner Arbeitssammlung ist wohl der Amboss: 250 Kilogramm wiegt er.

Heinrich Teepe vom Förderverein des Traktorenmuseums blickte am Sonntagabend zufrieden auf das zweitägige Fest zurück – trotz Bundestagswahl und Weltkindertag in Westerkappeln hätten viele Besucher aus der Umgebung vorbeigeschaut. Getränke- und Imbissstände waren gut frequentiert. Einer Wiederholung stehe nichts im Wege, finden die Veranstalter.

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