Baumpflanzaktion
Symbol für dauerhafte Freundschaft

Westerkappeln -

Die frühere Gaststätte Brockmann in Westerbeck ist seit Jahren verlassen. Am Donnerstagsnachmittag schien sie aber für ein paar Stunden zu neuem Leben erwacht zu sein. In einer feierlichen Zeremonie pflanzten Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer sowie Würdenträger einer Ahmadiyya-Gemeinde einen Baum. Die Initiative steht unter dem Motto „Liebe für alle – Hass für keinen“.

Sonntag, 29.10.2017, 13:10 Uhr

Zeichen für Frieden und Freundschaft: Mit vereinten Kräften haben Würdenträger der Ahmadiyya-Gemeinde Osnabrück sowie Vertreter der Verwaltung, der evangelischen Kirche und der Kommunalpolitik einen Walnussbaum gepflanzt.
Zeichen für Frieden und Freundschaft: Mit vereinten Kräften haben Würdenträger der Ahmadiyya-Gemeinde Osnabrück sowie Vertreter der Verwaltung, der evangelischen Kirche und der Kommunalpolitik einen Walnussbaum gepflanzt. Foto: Katja Niemeyer

Die frühere Gaststätte Brockmann in Westerbeck ist seit Jahren verlassen. Am vergangenen Donnerstagsnachmittag schien sie aber für ein paar Stunden zu neuem Leben erwacht zu sein. Ein Auto nach dem anderen fuhr vor. Auf dem Hof versammelten sich Vertreter von Kirchengemeinden, der Verwaltung und der Kommunalpolitik. Darunter Niklas Schulte, Presbyter in der evangelischen Kirchengemeinde Westerkappeln; Professor Norbert Ammermann, Islambeauftrager des evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg, und Olaf Wischhöfer, Pastor der evangelisch-methodistischen Gemeinde Osnabrück. Aus dem Rat der Gemeinde Westerkappeln war Jürgen Schulte (UWG) zugegen.

Die größte Delegation kam von der Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde aus Osnabrück. Die islamische Gruppierung, die sich als liberal, zugleich aber auch wertkonservativ bezeichnet, hatte einen jungen Walnuss-Baum im Gepäck. Das Geschenk, erläuterte Imam Mustanser Ahmad , sei ein Zeichen für friedliche Verständigung und freundschaftliche Zusammenarbeit.

In einer feierlichen Zeremonie pflanzten Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer , der Umweltbeauftragte der Gemeinde, Friedhelm Wilbrand, sowie Würdenträger der islamischen Gemeinde das kleine Bäumchen in der Wiese neben der ehemaligen Gaststätte an der Heerstraße.

So wie jetzt in Westerkappeln wurden in den vergangenen fünf Jahren bundesweit bereits mehrere hundert Bäume gesetzt. Mit der Initiative wollen die Ahmadiyyas nach eigenen Angaben falsche Vorstellungen und Missverständnisse, die möglicherweise hinsichtlich ihrer Religion bestehen, ausräumen und dem Land, in dem ihre Mitglieder eine neue Heimat gefunden haben, etwas zurückzugeben. Ihr Motto „Liebe für alle – Hass für keinen“ wollten sie somit nicht nur predigen, sondern auch praktizieren.

Welche Baumart gepflanzt wird, entscheidet die jeweilige Kommune selbst. In Westerkappeln fiel die Wahl auf den Walnussbaum. „Die Geschichte dieses Baumes“, erläuterte Große-Heitmeyer in ihrer Ansprache, reiche bis ins Jahr 7000 vor Christus zurück. „Der Baum stammt ursprünglich aus Persien. Auf Handelswegen wanderte er später ins Römische Reich.“ Über Gallien sei die aromatische große Steinfrucht schließlich auch nach in das Gebiet des heutigen Deutschland gelangt.

„Wir begrüßen jeden in aller Freundschaft und hoffen auf ,reiche Ernte‘ in Form der kulturellen Begegnung“, sagte die Bürgermeisterin. Imam Mustanser Ahmad betonte, dass der Baum im Islam einen großen Stellenwert habe. „Ein Baum bietet Schutz und liefert Rohstoffe.“ Er sei das richtige Symbol für eine dauerhafte Freundschaft, „denn er lebt lang und ist stark mit dem Boden verwurzelt“, ergänzte der 27-jährige Imam, dessen Familie nach seinen Worten in der dritten Generation in Deutschland lebt.

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