Reaktivierung Tecklenburger Land
Rührige Reaktivierungs-Gegner

Westerkappeln -

Der Westerkappelner Widerstand gegen eine Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn hat konkrete Formen angenommen.

Montag, 30.10.2017, 16:10 Uhr

Die geplante Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn hat zahlreiche Gegner auf den Plan gerufen – auch in Westerkappeln. Der Arbeitskreis „Bus statt Bahn“ sammelt Unterschriften und verteilt Fragebögen.
Die geplante Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn hat zahlreiche Gegner auf den Plan gerufen – auch in Westerkappeln. Der Arbeitskreis „Bus statt Bahn“ sammelt Unterschriften und verteilt Fragebögen. Foto: Oliver Langemeyer

Nach einem ersten Treffen von Gegnern Mitte September hat sich inzwischen der Arbeitskreis „Bus statt Bahn“ gegründet, dessen Kampagnenarbeit sich durchaus sehen lassen kann. Innerhalb weniger Monate veranstalteten die Mitglieder einen Info-Abend, sie riefen eine Unterschriftenaktion ins Leben und organisierten eine Umfrage.

Vor ein paar Tagen zogen sie eine erste Zwischenbilanz. Laut Armin Kirsch standen bis dato 500 Unterschriften auf der Liste. Außerdem seien 375 Fragebögen eingegangen. Kirsch ist eines von insgesamt zehn Arbeitskreis-Mitgliedern. Der Westerkappelner Rentner zeigte sich auf Anfrage zufrieden mit der Resonanz.

Die Hände in den Schoß legen wollen die Aktiven aber offenbar noch lange nicht. Sie machen sich seit Kurzem, wie Kirsch berichtet, mit Unterschriftenliste, Fragebogen und einem „Informationsblatt“ bewaffnet von Haus zu Haus auf den Weg. Die Mühe scheint sich zu lohnen: „Gestern habe ich allein innerhalb einer Stunde 22 Unterschriften gesammelt“, erzählt Kirsch.

Wie lange die Unterschriftenaktion und die Umfrage noch fortgeführt werden sollen, konnte er nicht sagen. Am kommenden Dienstag finde erst einmal ein weiteres Arbeitskreistreffen im „Alten Gasthaus Schröer“ statt.

Die Umfrageergebnisse – das ist erklärtes Ziel – sollen ausgewertet und zu einem „Stimmungsbild“ zusammengefasst werden. Dieses, so steht es oben auf dem Fragebogen geschrieben, würde anschließend dem Rat der Gemeinde präsentiert werden.

Auf den Fragebögen, die in zahlreichen Geschäften ausliegen, will der Arbeitskreis zunächst etwas über benutzte Verkehrsmittel – Bus oder Auto? – erfahren. Im weiteren Verlauf soll man Auskunft darüber geben, ob man das Auto stehen lassen würde, wenn die Bahn kommt, und ob dies eine Zeitersparnis bedeuten würde. Eine weitere Frage unterstellt, dass mit einer Reaktivierung der Nordbahn der Schnellbus S 10 abgeschafft wird.

Tatsächlich soll dem bisherigen Buskonzept zufolge der S 10 – ebenso wie der R 11 – gestrichen werden. Stattdessen sollen die Bahnhöfe aber von einem Zubringerbus, dem Regiobus 10, angefahren werden, der dann von Mettingen bis nach Wersen unterwegs wäre. „Möglicherweise wird dieser auch bis Osnabrück durchfahren“, hatte Michael Klüppels, Verkehrsmanager bei der RVM, Anfang März im Umweltausschuss der Gemeinde Westerkappeln in Aussicht gestellt. Und: Unstreitig sei, dass der Nachtbus nach 22 Uhr weiter fährt, so Klüppels in der Sitzung.

Auf einem sogenannten Informationsblatt haben die Arbeitskreis-Mitglieder überdies dargestellt, welche negativen Folgen eine Reaktivierung aus ihrer Sicht haben könnte. So befürchten sie etwa den Wegfall von unzähligen Haltestellen. Sie stellen Zeitersparnisse wegen zusätzlicher Umstiege ebenso in Frage wie prognostizierte Fahrgastzahlen. Sie prophezeien „große Verkehrsbehinderungen“ durch häufige Schrankenschließungen. Und sie behaupten, dass die geschätzten Kosten zu knapp kalkuliert wurden. Auf dem „Informationsblatt“ ist des Weiteren die Rede von einer möglichen Enteignung von Grundstücken sowie einer Gefährdung von Kindern und Jugendlichen.

Der Arbeitskreis „Bus statt Bahn“ will sich jetzt in einem weiteren Schritt mit anderen Initiativen vernetzen. Kirsch: „Zu unserem Treffen am Dienstag sollen unter anderem der Mettinger und der Bürener Arbeitskreis eingeladen werden.“

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