Laserschießen
Durch Kimme und Korn

Westerkappeln -

Die Schützenvereine Seeste, Obermetten und Ost- und Westerbeck veranstalten dreimal im Jahr ein Laserschießen für den Nachwuchs. Ziel sei es nicht nur, Kinder und Jugendliche für das Schützenwesen zu gewinnen, sondern auch für den Schießsport zu begeistern, erläutert Janina Plaggevoth, Schießwartin des Schützenvereins Seeste.

Sonntag, 05.11.2017, 13:11 Uhr

Das Ziel genau im Blick: Jürgen Plümer zeigt jedem Kind, wie das Gewehr richtig bedient wird. Das iPad zeigt derweil an, wie treffsicher die Mädchen und Jungen sind (kl. Foto).
Das Ziel genau im Blick: Jürgen Plümer zeigt jedem Kind, wie das Gewehr richtig bedient wird. Das iPad zeigt derweil an, wie treffsicher die Mädchen und Jungen sind (kl. Foto). Foto: Araann Christoph

Als der Finger auf den Abzug des Gewehrs drückt, hallt ein filmreifer Schuss-Soundeffekt durch das Vereinsheim des Schützenvereins Obermetten. Ein Blick auf den Laptopmonitor zeigt an, wie genau geschossen wurde. Mit erstaunlichem Geschick feuerten die elf Kinder mit den Lasergewehren, sodass sogar die Erwachsenen überrascht waren.

Das Laserschießen wird dreimal im Jahr von den Schützenvereinen Seeste , Obermetten und Ost- und Westerbeck veranstaltet. Ziel sei es nicht nur, Kinder und Jugendliche für das Schützenwesen zu gewinnen, sondern auch für den Schießsport zu begeistern, erläutert Janina Plaggevoth , Schießwartin des Schützenvereins Seeste.

„Der Schießsport fördert die Konzentration und die Körperspannung. Man muss ruhig und konzentriert sein und es ist auch ein Mannschaftssport. Aber hauptsächlich geht es natürlich um den Spaß“, sagt Plaggevoth.

Viele der Kinder, die zum Laserschießen kommen, hätten auch Eltern, die bereits im Schützenverein sind. Die Veranstaltungen richteten sich aber an alle Kinder, die es mal ausprobieren wollten. „Und sie erfahren selbst, wie es ist, durch Kimme und Korn zu schauen“, berichtet Plaggevoth.

Das Schießen mit diesen Geräten ist ungefährlich. Die Kinder üben mit einem Lasergewehr und einem Infrarot-Gewehr, also kann es nicht zu Unfällen kommen.

Das Infrarot-Gewehr arbeitet mit energieschwacher Lichttechnik, weswegen es auch für die Augen verträglich ist. „Da kann gar nichts passieren“, versichert Jürgen Plümer vom Schützenverein Ost- und Westerbeck. Das Infrarot-Gerät sei relativ neu. Für rund 5000 Euro ist die Anlage samt iPad, Gewehr und Zielvorrichtung angeschafft worden. Das Lasergewehr ist damals für rund 1500 D-Mark gekauft worden, erzählt Plümer. Er zeigt den Kindern, wie die Gewehre richtig zu bedienen sind. Schwierig sei das nicht. Die Mädchen und Jungen hatten die Möglichkeit, die Geräte in Ruhe auszuprobieren und zu üben.

Für die Kinder gab es aber nicht nur die Lasergewehre zum Ausprobieren. Natürlich winkten auch Pokale für die besten Laser-Schützen. Nach vier Schussserien konnte sich Justin Plümer mit 50,3 Punkten als Sieger durchsetzen. Auf den zweiten Platz kam Maite Müller mit 46,9 Punkten. Auf den dritten Platz landete Janos Müller mit 44,4 Punkten.

Das Laserschießen für Kinder hatte Jürgen Plümer vor drei Jahren ins Leben gerufen. Daraufhin hatten sich die Schützenvereine Seeste und Obermetten angeschlossen. Die Jugendarbeit wird besonders groß geschrieben.

„Ohne Kinder läuft kein Verein, sie sind unsere Zukunft“, betont Plümer. Daher ist das Schießen auch für die Mädchen und Jungen kostenlos. Die Ausgaben werden von den Vereinen getragen. Das nächste Laserschießen wird es dann im kommenden Frühjahr wieder geben.

Trotz der sinkenden Mitgliederzahlen bei den Vereinen gibt es dennoch Regelungen, die womöglich die Aufnahme potenzieller Mitglieder erschweren. So nimmt der Schützenverein Obermetten keine Frauen auf. Seit der Gründung im Jahre 1921 sei das so gewesen. Das sei in der Satzung so festgelegt, sagt Holger Lagemann, Schriftführer des Schützenvereins Obermetten. Vor vielen Jahren hätte es darüber noch eine Abstimmung gegeben, aber seitdem sei es kein Thema mehr gewesen.

In nächster Zeit sei auch keine neue Abstimmung zu erwarten. „Man müsste wieder neu nachdenken, aber bis jetzt gibt es da noch keinen Gedanken zu“, sagt Lagemann. Außerdem: Beschwert hätte sich darüber noch niemand.

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